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Skandinavien August 2021


 

31.08.2021 - N 68°41'1“ E 17°26'41“

 

Wie an den Koordinaten schon zu erkennen ist, sind wir nicht mehr bei Rolf im Camp. Seit Heikos Laptop Ladegerät endlich eingetroffen ist, haben wir uns von Rolf verabschiedet. Zugegeben es fiel schwer, aber wir haben ja noch etwas vor und müssen die Zeit nutzen, bevor uns der hier sehr früh einsetzende kalte Jahreszeit überholt.

Wie stehen am Flachwasser am Ende eines Fjords auf einem Rastplatz und es Regnet was das Zeug hält. Alles ringsherum ist grau in grau. Von Bergen kaum eine Spur. Da ist wohl frühes Schlafen gehen angesagt.

Den Blog wird Heiko nach und nach aktualisieren und mit versprochenen Fotos versehen. Also in den nächsten Tagen mal zurück blättern und die Aktualisierung ansehen. Bei dem Regen kann man keine Fotos machen ohne die Kamera Gefahren auszusetzen.

 


N 68°59'6“ E 15°1'44“ Nyksundveien

 

Nun sind wir auf den Vesteralen (Nachbar Inselgruppe der Lofoten) und haben unser Ziel Nyksund erreicht. Nyksund war eine alte verlassene Walfang Station im Norden. Deutsche Studenten haben diesen Ort neu entdeckt und eine Renovierung der teilweise sehr verfallenen Holzbauten in Gang gesetzt. Mehr hierzu per Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Nyksund

Unweit vom Ort ist nun unser Nachtplatz direkt am Europäischen Nordmeer noch innerhalb des Polarkreises. Morgen wollen wir die Lofoten erreichen.


 

30.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Heute ist ein miesepetriger Tag, es regnet im Intervall und ist kalt. Wir haben zwar morgens noch draussen gefrühstückt, doch im Laufe des Tages hat sich das Blatt gewendet.

Aber das Ladegerät für den Laptop in gelandet. Stellt euch vor, die Post hier hat allein für Zollabwicklungs-Dienstleistung 240 NKr./ 24 € verlangt. Wenn man alles zusammen addiert, hätten wir uns hier in Norwegen ein “vergoldetes“ zulegen können. Rolf hat es mit einem Pickup Code/ heltekode im Supermarkt (das ist die Poststelle) abgeholt. Die Sorge sind wir los und sind um eine besondere Erfahrung reicher.

Abschied vom Camp Solbergfjord

Als sozusagen Abschluss unseres Aufenthaltes ergab sich noch ein seltener Glücksfall. Wir wussten, dass in den Steinen am Strand Fischotter leben und sich nur hin und wieder zeigen. Wenn man darauf achtet, entdeckt man sie eventuell. Helga hatte das unsagbare Glück vom Küchenfenster aus zum richtigen Zeitpunkt auf das abfließende Wasser am Strand zu blicken. Und sie traute ihren Augen nicht, da saß einer der Fischotter keine 15 m von uns entfernt und frass genüßlich einen Butt. Das weitere Glück war, dass wir es fotografisch festhalten konnten und der Otter durch die aufgemachte Tür vom LEO sich nicht gestört fühlte. Seht unsere Bilder.


 

29.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Es gibt nicht jeden Tag Nennenswertes zu berichten. Aber eines doch, der „Platz“ ist leer. Unsere Nachbarn sind heute, Sonntag allesamt wieder abgereist. Gegen 15:00 Uhr machte sich der letzte Wagen vom Acker. Wir atmen auf. Die Ruhe kehrt wieder ein.

Und zur Feier des Tages machte Helga die Fischsuppe heiß, die sie durch Rolf erhalten hatte. Alles was Recht ist, sie war geschmacklich einwandfrei. Heikos Lob „konnte man essen“.

Für uns ist dieser Sonntag wieder ein Gammeltag. Wir sind die Nachbarn los, ein kleiner Kastenwagen aus Tecklenburg steht weit von uns entfernt, aber auf dem gleichen Abschnitt des Platzes und wir genießen die Ruhe. Wer weiß schon wie lange das so anhalten mag.


 

28.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Der Morgen ist grau aber milde. Wir frühstücken sogar draußen. Die Nachbarn, es sind mittlerweile 10 Mobile, die uns in die „Zange genommen haben, verhalten sich ruhig und kommen allmählich teils sicherlich verkatert aus ihren Behausungen. Hier und da entstehen kleine Grüppchen in denen geplaudert wird. Man merkt, sie wissen momentan nicht viel mit sich und dem Morgen anzufangen. Im Hintergrund zupft der Musiker ganz zart an den Saiten seiner Gitarre, aber kein Einziger summt nur dazu und so verstummen auch die Gitarren Klänge wieder.

Heiko macht seine morgendliche Arbeit, Wassertank auffüllen und Grau/Schwarzwasser entsorgen. Danach eine kurze Bauinspektion bei Rolf, der heute wohl verschlafen hat, oder neue Gäste abholt. Jedenfalls ist er nicht an Ort und Stelle. Der Hallenbau nimmt Gestalt an und für Heiko ist es interessant dies mit zu verfolgen. Vielleicht braucht er dieses Wissen ja eines Tages, wenn es einen neuen Geräteschuppen im Garten im Rohsängerweg benötigt.


 

27.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Die Zeit schleppt sich so dahin. Wir sind ja gerne hier, aber nun entwickelt sich, durch das Warten auf das Postpaket, das Gefühl und der Wunsch weiter fahren zu wollen. Nun gehen uns auch die Norweger, die nicht genug vom Feiern und Trinken bekommen, auf die Nerven. Besonders dann, wenn sie spät abends laut redend am LEO hin und her laufen und nicht verstehen, dass andere sich gestört fühlen. Für uns nicht nachvollziehbar, einerseits halten sie von Wohnmobil zu Wohnmobil einen spürbar großen Abstand ein, andererseits laufen sie einem durch das nach draußen erweiterte „Wohnzimmer“ und steigen noch über unsere Beine hinweg. Wie schon früher einmal angedeutet, liegt es wohl an unserer Empfindlichkeit. Oder andere Länder andere Sitten. 

 

 

 

 

 

 

Fischsuppe

 

 

 

Helga hat heute Abend von Rolf Fischsuppe erhalten. Einer seiner Gäste hat wohl zu viel Fisch gefangen und davon nun Fischsuppe gemacht. Sie ist sich noch nicht schlüssig was sie machen soll. Zubereitetes Essen von Menschen die sie nicht kennt, ist ihr suspekt. Erst einmal in den Kühlschrank damit.

Der Abend ist witterungsmäßig kalt und windig, sodass man draußen sitzen nicht lange aushält und wenn doch, ist es zumindest ungemütlich. Selbst unseren „Nachbarn“ ist das Singen ausgegangen, die Bierlaune jedoch ist geblieben.

Das Postpaket ist immer noch nicht da, man kann’s jedoch bei der norwegischen Post verfolgen. Es sieht momentan für uns so aus, dass Deutschland allein 7 Tage benötigt hat, das Päckchen nach Oslo zu transportieren. Es ist in Oslo am 26.08. zollmäßig behandelt worden und seit heute von dort zu uns unterwegs. Rolf rechnet am Mo - Di mit der Zustellung. 


 

26.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Ein Bilderbuch Tag heute, Sonne den ganzen Tag, ganz wenig Wind und wärmer als die letzten Tage. Ein bisschen Wäsche wird gewaschen und zwischen LEO und einer nahe stehenden Holzhütte aufgehängt. Die Nachbarn sind noch nicht ganz nüchtern und werden es wohl auch bis zum Abend nicht sein, weil sie schon am Vormittag mit der Bierdose in der Hand herum laufen. Der Sänger trällert hin und wieder was von Harry Belafonte, den „Bana Boat Song“. Er scheint diesen „Ohrwurm“ nicht los zu werden. Immer wieder ruft er Heyja heyjajaja. Wir nehmen es gelassen. Es ist ja alles friedlich und keiner wird ausfallend. Wir sind gespannt wie der Abend werden wird.

Helga macht zum Abend hin Fischfrikadellen. Sie hat tiefgefrorenen Fisch von Rolf erhalten, der von angereisten Gästen zwar gefangen, aber nach Abreise nicht mitgenommen worden ist. So haben wir für ein paar Tage zu essen. Auch Heilbutt ist dabei, der wird aber wieder gebraten zu gegebener Zeit.

Der Abend endet grandios mit fast wolkenlosem Himmel und entsprechendem Sonnenuntergang. Und die Stimmung neben an nimmt zu. Natürlich haben sich noch weitere Gäste hinzu gesellt. Wieder wird gelacht, gesungen und bekannte Musik gespielt. Wenn es den zu kalt wird, wird es auch bald ein Ende haben.

Und das Ladegerät ist wieder nicht gekommen. Heiko wird nun allmählich ungeduldig und kann nur auf morgen hoffen.


 

25.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Nach den letzten Tagen juckt uns abermals die Lust auf Abwechslung. Da wir die Insel Senja täglich buchstäblich vor Augen haben, wollen wir diesmal die nördliche Route abfahren. Und obwohl man Erinnerungen von unseren letzten Reisen hat, fällt auf, wie viel man vergessen hat oder anders erinnert. Hinzu kommt, dass Norwegen schlecht passierbare Straßen nun großzügig ausbaut, so dass man die Streckenabschnitte kaum wieder erkennt. Auf dieser Route zum Gryllefjord wollen wir auch eine Fährfahrt nach Andenes auf den Vesteralen erfragen. Wann, wie und welche Zeit z.B. - Auch auf dieser Route ereilt uns das gleiche Schicksal wie vor Tagen bei unserer Inselfahrt. Straßen- und Felsenbohrarbeiten die den Verkehr mehr als eine Stunde am Durchfahren hindern. So ist also der Ort Hamn erreicht, aber von hier geht es wieder zurück zum Solbergfjord, unserem Platz. Trotzdem war es schön, das Wetter hat richtig gut mitgemacht und die Erinnerungen konnten auf den aktuellen Stand upgedated werden.

 

Der Tag wird mit einem Feuer im Topf, Wein im Glas und Blick auf Sonnenuntergag beendet. Unsere Nachbarn, die tagsüber in unmittelbarer Nähe Platz gefunden haben, sind lustig, ausgelassen und ein wenig „schicker“. Es wird gesungen und mit Gitarre begleitet. Gesungen und gespielt werden uns nicht unbekannte Klänge. Gott sei gedankt keine moderne Musik mit viel Bässen und ohne Sinn und Zusammenhang.

Und der Ladeadapter ist immer nicht eingetroffen. Rolf sagt scherzhaft „jaaa die Deutsche Post und die Norwegische“, da müsst ihr noch ein paar Wochen bleiben.

Heute hat Helga übrigens den Heilbutt zubereitet und was sollen wir sagen, er hat hervorragend geschmeckt. Ist jedem mal zu empfehlen.

 

 


24.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Der Ladeadapter ist bis heute Morgen noch nicht eingetroffen. Eine so lange Lieferzeit hat Heiko nicht erwartet. Glücklicherweise ist heute wieder einer von den Tagen, an den man zu nichts Lust hat.. Wir wollten eigentlich heute abreisen und uns anderen Inselbereichen widmen. Was soll‘s.

User Nachbar, ein Leipziger junger Außendienstler vom Kfz-Vertrieb, hat geangelt un einen 80 cm langen  Heilbutt erwischt. Da er allein reist und so viel Fisch nicht allein essen kann, haben wir uns erbarmt und ihm ein Filet des Fisches abgenommen. Noch nie haben wir weißen Heilbutt gegessen. Geräucherten schwarzen Heilbutt schon und von dem waren wir nicht so angetan. Wir sind gespannt wie der gebraten schmecken wird.

 

23.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Heiko ist voller Erwartung. Ob sein Ladeadapter heute eintreffen wird? Mal sehen ob es klappt. In Norwegen wird ja viel per Lufttransport erledigt, anders als in Deutschland wo LKWs den Transport vornehmen. Dafür sind in Norwegen die Entfernungen einfach zu weit.

Im Übrigen hat die Wettervorhersage heute krass daneben gelegen. Die Absprache zwischen Wetter und Vorhersage hat nicht funktioniert. Statt versprochener Trockenheit heute, regnet es und die Kälte (9,5°) hat zugenommen. Regen war für morgen vorgesehen. Es ist auf nix mehr Verlass.

 

 

22.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Nachdem wir gestern so gegen 19:00 Uhr wieder unseren Platz bei Rolf eingenommen haben, hatten sich etwa 9-10 „Eintagsfliegen“ eingefunden. Eintagsfliegen deshalb, weil die am Tage kommen, über Nacht bleiben und nächsten Morgen wieder verschwinden. Heute sind wir am Abend auf dem gesamten Platz nur 3 WoMo‘s. So haben wir es am liebsten. 
Täglich kommen in die sechs Appartements neue deutsche Grüppchen, um nur im Fjord fischen zu können. Eine 4-köpfige Männergruppe hat gestern 35-40 kapitale Dorsche und zwei Heilbutts von1,30 m Länge gefangen. Von diesen nehmen sie nur die Filets mit nach Deutschland. Achtzehn Kilo Fischfilet darf jede Person ausführen. Alles was beim Filetieren über bleibt, wird dem Meer zurück gegeben. Und von den Gruppen gibt es viele die deshalb nach Norwegen kommen. Natürlich auch deshalb, weil der Angel Tourismus von den Norwegern stark beworben wird. Etliche Touristen, überwiegend Männer, kommen nur des Angelns wegen hier her. Sind den ganzen Tag auf dem Wasser, angeln, werfen die Fische wieder zurück und nehmen nur mit, was sie abends zubereiten können. 
Wir glauben, dass das nicht mehr lange gut gehen kann. Norwegen wird das wohl bald erneut mengenmäßig  reglementieren.

Wir hatten Glück und bekamen von der 4-köpfige Männergruppe die Filets von einem Fisch mit der Bezeichnung LUMB. Kannten wir vorher nur vom Hörensagen. Schmeckte aber sehr gut, ähnlich wie das Fleisch vom Steinbeißer. Man fängt ihn nur in Wassertiefen so bei 180 m. Er hat eine lederartige Haut und relativ festes Fleisch. Durchschnittliche Länge von 80-90 cm und wird bis zu 20 Jahre alt.

Und so haben wir heute mal wieder Fischtag gehabt.

Ansonsten war das Wetter wieder erträglich mild, stellenweise schielte die Sonne zur Erde herab und es war den ganzen Tag trocken, bis auf 4-5 verirrte Tropfen.

 


 

21.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Heute scheint das Wetter günstige Voraussetzungen zu schaffen, um unsere Tour zur Insel Senja vorzunehmen. Es ist aufgelockerte Bewölkung angesagt, zum Fotografieren ideal. Also beginnen wir unseren Trip von rund 90-100 Km zur Insel. Uns liegt da ein ganz bestimmter Weg am Herzen, den liebt Helga vor allem so. Es ist eine weite, rauhe, bergige und doch liebliche Landschaft. Auf dieser Tour kann man reichlich Interessantes erleben. Schäumende Wasserfälle, wenn viel Wasser vorhanden ist. Weite und hohe Berge mit Tälern in denen Flüsse meandern und Moore liegen. Eine Strasse die zum Silfjord hin viele Serpentienen hat. Einfach wahnsinnig interessant, wenn man ein Faible dafür hat. Zu dem Zeitpunkt, als wir ein weites Tal durchfahren, war wieder Nebel um die Berge herum aufgezogen und die Landschaft erhielt einen mystischen Eindruck. Kurz vor dem Silfjord wurde unsere Weiterfahrt leider um fast eine Stunde auf der Hinfahrt unterbrochen. Ein Bautrupp von Spezialkräften bohrten mit einem Kran, der die ganze Straße einnahm, die Felsen an, um dort spezielle Auffangnetze anzubringen. Dies war wohl erforderlich geworden, als einige Felsen sich selbsständig gemacht haben und Felsbrocken in Richtung Strasse gefallen waren. Das gleiche Spiel auch wieder auf der Rücktour. 

Auf der ganzen Strecke hat sich einiges seit unserem letzten Besuch getan. So ist eine völlig neue, sehr großzügig angelegte Strasse mit Brücke zur ersten Siedlung am Silfjord entstanden. Aber die schmale Strasse um den Fjord bis hin zum letzen Ort Flagstad ist noch im Urzustand geblieben. Hoffentlich wird die nicht auch noch irgendwann ausgebaut, dann ade Senja. Dann werden die Wohnmobile in Scharen kommen, in der Hoffnung genügend Stellplätze vorzufinden. Im Moment kann man diese noch an einer Hand abzählen.

Alles in allem war es richtig und an der Zeit sich mal wieder aufzuraffen, um was zu unternehmen. Und Senja war für die Tour passend.

 

 

 

20.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen heute ein kleine Tour auf die Insel Senja zu machen. Aber es kommt wie es kommen muss, das Wetter spielt nicht recht mit. Ganz tief hängende Wolken und regional ist auch mal Regen sichtbar. Nicht der richtige Moment die Insel zu besuchen. Da sieht man von der Schönheit nicht viel und rund 200 Km sind umsonst gefahren. So bleibt es bei einer Einkaufstour nach Sørreisa und zurück. Den Rest des Tages müssen wir die dicke Bewölkung und die Feuchtigkeit halt aushalten. Zum Glüc k weht nur ein ganz moderater Wind. Aber zum Abend kommt zwischen den Wolken über den Bergen von Insel Senja, suf die wir den ganzen Tag schauen, ein bisschen Färbung in die Wolken. Leider bleibt es nur bei diesem Hauch von Farbe.

 

19.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Keine nennenswerten Vorkommnisse. Am Abend steht Heikos Baukontrolle noch aus. Die Ständer für die Wände stehen. Nun wird darauf gewartet, dass die Eisen H-Träger eingesetzt werden können. Sie sind zu lang geliefert und müssen nun erst ausgetauscht werden. Das kostet Rolf Zeit in seinem Zeitplan.

 

18.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

Keine nennenswerten Vorkommnisse.


17.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Keine nennenswerten Vorkommnisse. Außer, Heiko hat sich heute als Zimmerman betätigt. Rolf baut einen 190 m2 großen Geräte - u. Bootsschuppen und war ein wenig in Zeitdruck. Das Fundament war gegossen, die umlaufende Begrenzung von einem Mörtelstein Höhe war gelegt und mit Beton vergossen. Nun sollten darauf die untere Holzlage für das Wandskelett aufgelegt und im Betonverschraubt werden. Dabei hat Heiko und Rolf ein Team gebildet. Rolf hat gebohrt und Heiko hat die HILTI Spezialanker mit dem Schlagschrauber verschraubt. Das hat gut Zeit eingespart und er liegt wieder in seinem Zeitplan. Und uns bedienten die Handgelenke weh. Aber sonst alles gut.


16.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

Keine nennenswerten Vorkommnisse.


15.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

Keine nennenswerten Vorkommnisse. Hier ein paar abendliche Impressionen vom Camp Solbergfjord.


 

14.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Auch heute gibt es nichts Neues zu berichten, als dass das Ladegerät von Heikos Laptop sich verabschiedet hat und in der Fahrzeug Stromversorgung einen Kurzschluss verursacht hat. Glücklicherweise ist nichts weiter passiert, als das die Hauptsicherung alles abgeschaltet hat. Nun st es schwierig den Blog in den nächsten Tagen zu führen, weil mit dem iPad ist es nicht so flüssig zu bearbeiten ist. Ein neues Ladegerät ist bestellt, aber das wird dauern. Da werden wir Hilfe von Zuhause benötigen.


 

13.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Jo, wat mutt dat mutt. Richtiges Angler Besteck bekommt man im Cafe “Fox-tail“ in Brøstadbotn. Was, wieso Angelausrüstung im Cafe? Tatsächlich, vorn ist das Cafe und weiter durch das Cafe ist ein outdoor Laden mit allem erdenklichen für Angler und Outdoor Enthusiasten. Unser Messer Duo haben wir nun zusammen, wenn es vielleicht noch einmal zum Angeln per Boot geht. Und wenn nicht, man kann ja auch von Land oder Mole angeln. Eines ist sicher, der nächste Fisch ist schon einmal fischgerecht zerlegt.

Unser tägliches kohlensäurehaltiges Trinkwasser ist zu Ende gegangen und so einige frische Gemüse und andere Lebensmittel. LEO wird frei gemacht von Kabeln, Markise eingeholt und ab geht es nach Sørreisa, dem nächsten größeren Ort. Die Strasse dort hin ist immer noch miserabel. Mit 50 Km geht es in Slalom-Fahrt nach Sørreisa einkaufen und zurück.

Nach Rückkehr bereitet Helga die Beilage zum Mittagessen und Heiko hat die outdoor Küche. Was gibt es heute wohl? Na klar Fisch.

Der heutige Tag ist wohl damit gelaufen, denn es beginnt zu regnen. Bedeutet ein ruhiger Abend im LEO und warten, ob die Sonne wieder beeindruckendes Schauspiel zaubert. Auch wenn es nicht danach aussieht, man weiß ja nicht wie es sich letztendlich entwickelt.


 

12.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Ja der Tag begann mit der Aussicht trocken zu bleiben, aber der Himmel war vollständig bedeckt und Berge soll es um uns herum geben? Davon ist nichts zu sehen. Zum Angeln ist das völlig egal wie das Wetter ist, die Fische sollen nur beißen und das richtet sich mehr nach Ebbe uns Flut bzw. ablaufendes oder auflaufendes Wasser. Mit dem auflaufenden Wasser kommen auch die großen Fische und diese Zeit muss man nutzen.

Heute hat Rolf uns wieder ein Boot offeriert, zwar ein kleineres ohne Regendach, aber da es trocken bleiben soll war uns das egal. Alle Utensilien zusammen gerafft, aufs Boot verfrachtet, Schwimmweste angelegt und ab mit Speed. 

An den ersten Stellen wo wir unser Angelglück versuchten, war “tote Hose“ also nichts. Aber dann jenseits der Dyrøybrua (Dyrøy Brücke) gab es Erfolge. Erst eine Makrele mit ansehnlicher Größe, dann einen Seelachs von beachtlicher Größe, dann einen Dorsch bzw. Kabeljau von noch größerem Format und zu guter letzt noch eine etwas kleinere Makrele. Ein paar Mahlzeiten waren gerettet.

Zum Dorsch muss ich nicht viel erläutern, seht nur das Foto “Helga mit Fisch“.

Leider haben wir versäumt zu wiegen und zu messen. Wir sind halt keine Sportangler.

Unter den verrückten Anglern die aus Deutschland hier täglich eingeflogen kommen, heißt es “unter dieser Größe geht alles wieder zurück in den Bach“. Und in der Tat was da an Fischen aus dem Wasser geholt wird ist sagenhaft. Seelachse 80-100 cm lang und rund 16-18 cm Durchmesser. Oder Heilbutt ab 100 cm aufwärts. Der längste Heilbutt von dem man gehört hat, soll 3,00 m und 450 Kg gehabt haben.

Wir angeln ja nur, um die nächsten Tage etwas zu essen zu haben. Mehr brauchen wir nicht.

Bei der Verarbeitung der Fische wurde zum zweiten Mal ein gewaltiges Manko sichtbar, wir haben nicht das richtige Handwerkzeug zum Fische zerteilen und filetieren dabei. Helga hat sich sichtlich abgemüht mit dem stumpfen Kram den wir so mitführen. Das muss für die Zukunft geändert werden.

Abends hatten wir noch Rolf zu Gast und haben eine Weile mit ihm bei einem Gläschen Roten geplaudert.


 

11.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Über trübe und regnerische Tage zu berichten, macht nur trübsinnig. Deshalb weiter hierzu keinen Kommentar.

Heiko hat die Zeit genutzt einige Dinge an LEO zu reparieren und zu verändern. So hat sich mit der Zeit die Verschraubung des wirklich super starken Magnets, der unsere Eingangstür festhält wenn sie offen steht, gelöst. Dies galt zu beheben, bevor ein größerer Schaden an der Aluminium Aussenhaut von LEO entsteht. Also musste eine Verschraubung mittels Durchgangsschrauben bis auf die Innenseite der Kabine erfolgen. Heiko hat ja immer ein Sortiment von Gewindeschrauben und anderen mit, aber die erforderlichen 60 mm Länge war leider nicht dabei. Rolf hat im aus der Bedrouille geholfen und so können die Schrauben nicht mehr ausreißen.

Schon seit langem hat Heiko neue LED Leuchten für die Innenbeleuchtung bei bimobil beschafft. Zwei davon waren schon montiert und angeschlossen worden, zwei weitere noch nicht. Dies wurden nun auch montiert und nun sind die Leuchten überall gleich und sparsamer im Verbrauch der Energie.

Trotz miesen Wetters haben wir uns am Abend aufgerafft und haben bei einem Feuer in der Feuertonne, versucht die uns gegenüber liegende Küste und die Berge zu finden. Vergebens, gestern waren sie noch da. Heute nur eine gerade Wasserlinie. Wüssten wir es nicht besser, könnte man glauben wir haben das weite Meer vor uns. Ist aber nicht. Eu jeu, jeu, alles riecht nach Holzfeuer und Qualm. Da werden wir wohl noch duschen müssen.

Gute Nacht.

 


 

10.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Ausser Spesen nichts gewesen. Vom Wetter her, ein durchwachsener Tag, aber kein Regen und nur seichter Wind aus wechselnden Richtungen. Es gibt sicher bald wieder neuen Stoff zu berichten.

Ach so, die Feuertonne hier leistet gute Dienste. Schnell entfacht, gibt gute Wärme und man kann auch mit Einschränkungen auf der Pfanne grillen oder besser braten.

 


 

09.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Unveränderter Standort aber Abwechslung im Tagesgeschehen. Wir sind mit zwei anderen Deutschen momentan die einzigen Wohnmobile auf dem Platz. Wir genießen die Ruhe. 

Rolf hatte uns ein Boot zugesagt, aber noch nicht wann er eines für uns bereit hätte. Am späten Vormittag kam er und eröffnete uns, dass er heute ein Boot für uns hat. Die Vorbereitungen laufen nun an. Helga macht noch Mittagessen, denn mit leerem Magen ist nicht gut angeln.

Heiko bestückt die Angel, packt alle Utensilien die man so bei sich haben muss zusammen. Wir haben ja nicht viel, gemessen an den Ausrüstungen die andere so mit sich führen. Unser Geschirr beschränkt sich nur auf Angel, Kasten mit Angelhaken, Blinker in verschiedenen Größen, Wirbel und Ösen um die Blinker zu befestigen, Fischmesser, Totschläger und Eimer. Ferner Fernglas, Telefon, Gummistiefel, Regenzeug, Mütze und Gummihandschuhe. Und dann Petri Heil. Ihr fragt euch warum einen Totschläger, ganz einfach, der Fisch darf nicht leiden und so muss er nach dem Fang gekeult, betäubt werden. Erst dann kann man den Haken entfernen. Und wenn es erforderlich ist, wie beim Dorsch, bekommt der Fisch noch den Kehlschnitt damit er ausbluten kann. Dann erhält man reines weisses Fischfleisch.

Eine Abendmalzeit haben wir zusammen bekommen, diesmal nicht besonders ergiebig. Aber auf der Pfanne gebraten schmeckte der frische Seelachs einfach herrlich.

Nachdem wir dann wieder alles gereinigt und verstaut hatten, gab es den Rest Wein von gestern und eine Erholphase vor unserem LEO mit Blick auf den Fjord.

Und zum fortgeschrittenen Abend wieder wie gestern ein spektakulärer Sonnenuntergang.


 

08.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

Unser Standort ist unverändert. Gestern war der Platz noch ziemlich voll. In der Nacht feierten die Norweger wohl den Abschied vom Mittsommer. Entsprechend fröhlich verlief die Nacht, aber uns hat es komischerweise nicht gestört. Heute im Laufe des Vormittags ist der Platz nur noch von 4 Mobilen und zwei Caravans belegt. Es war die große Abreisewelle. Sicher werden wieder andere Fahrzeuge kommen, aber es wird ruhiger bleiben in den nächsten Tagen.

 

Wir genießen noch die Sonne an diesem Tag, morgen soll es sich verändern und wolkig sein mit ein bisschen Regen. Die ganzen nächsten Tage sehen nicht so rosig aus. Im Moment hat es zu regnen begonnen. Aber es tröpfelt nur und über dem Fjord liegt eine ganz eigenartige Stimmung.

Unser Feuertopf den wir uns gleich an unserem Platz gekrallt haben, heizt so richtig ein und der gefürchtete Funkenflug ist damit auch gebannt. Es ist eine Waschmaschinen Trommel Marke Eigenbau. Rolf hat mehrere auf dem Platz verteilt und so kann man am Abend, wenn es kühl wird trotzdem noch draußen sitzen, natürlich entsprechend warm angezogen. Und die mückigen Quälgeister werden auch noch fern gehalten. Eine praktische Sache, schade zu groß für unser Bordgepäck. Vielleicht finden wir ja mal eine schlankere Trommel.

Und nun, es ist 22:01h beginnt ein abendliches Schauspiel wie wir es schon öfter hier oben im Norden erleben konnten. Obwohl es so vor sich hin regnet, setzt nun eine Himmelsverfärbung ein die mit Bildern zwar dokumentiert werden aber in Wirklichkeit noch viel schöner sind, die Sonnenuntergänge. 

Dies um 22:02h

Das war um 21:05h

 

07.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Bis jetzt war unsere Entscheidung zum Camp Solbergfjord zu fahren als gut einzuschätzen. Schöner Tag bei Ankunft, ein ebenso schöner Tag heute. Mal sehen was die nächsten Tage für uns auf Lager haben. Außer, dass wir heute den Sonnentag auf unseren Liegen verbracht haben, ist heute nichts zu berichten. 


 

06.08.2021 - N 69°5'41“ E 17°37'28“

 

Eine der unruhigsten Nächte auf dieser Reise haben wir hinter uns. Auf dem Parkplatz kurz vor der Grenze standen wir allein, bis um 3:00 Uhr morgens ein LKW dort aufkreuzte und seinen Wagen unmittelbar in unser Nähe parkte. Es war ein Kühllastkraftwagen, dessen Aggregat dauerhaft eigenständig angetrieben wird. Und diese Maschinen machen einen nachts kirre. Also haben wir unseren Platz geräumt und sind einen anderen Parkplatz angefahren, auf dem wir dann ruhiger standen. Aber dem üblichen Straßenlärm der LKWs konnte man nicht entrinnen. Aber die Nacht ist überstanden und wir wollen heute nach Brøstadbotn/Tromsø. Wir wundern uns schon warum überall die Seitenwege abgesperrt sind und Militär eingesetzt ist Absperrungen und Straßentore aufzubauen. An der norwegischen Grenze erfahren wir von der Einreisepolizei den Grund dafür. Man rät uns unsere Fahrt ohne jeglichen Aufenthalt fortzusetzen, da die Straße bald für eine Großveranstaltung im Radrennsport gesperrt wird. Gut, dass wir den Rat befolgten, denn überall finden sich Ansammlungen von Fahrzeugen und vor allem Wohnmobilen. Jede Parkmöglichkeit wird ausgenutzt und in Sørbotn erleben wir den Wahnsinn von Menschen- und Fahrzeugmassen auf und um dem Supermarktparkplatz. Helga musste noch ein wenig einkaufen, aber dann nichts wie weg.

Unsere eigentliche Route können wir aber schon nicht mehr fahren, weil gesperrt. Deshalb müssen wir wegen ca. 15 Km rund 150 Km Umweg fahren und laufen zunächst Tromsø Stadt an. Von dort mussten wir dann auf der anderen Seite des Fjords wieder zurück über die 858, dann die E6 nach Bardufoss, um dann über die 85 nach Sørreisa und 84 Brøstadbotn unser Ziel zu erreichen. Nun hatten wir kaum Verkehr auf den Straßen, sodass das Fahren uns keine Umstände gemacht hat. Der Tag war sonnig, verkehrsmäßig nix los und deshalb war die Fahrt sehr entspannt. Zwischendurch machten wir noch einen Stopp auf einem Platz der genau gegenüber Tromsø Stadt liegt und von uns schon 2x benutzt wurde, um Mittag zu essen.

Unser Ziel ist erreicht, in Espenes gab es Gas Nachschub und LEO bekam zu saufen, dann ab zu Rolf, Besitzer des Platzes “Camp Solbergfjord“. Wir hatten uns schon per SMS angemeldet und gefragt, ob er überhaupt Platz für uns hat. Hatte er und die Freude war groß sich wieder zu sehen.

 


 

05.08.2021 - N 69°4'42“ E 20°45'38“ Siilasjärvi/ Finnland

 

Wir sind ja auf dem Rückzug und haben uns Brøstadbotn in der Kommune Tromsø als neues Ziel vorgenommen. Der TANA begleitet uns auf dem Weg zum Grenz Check Point Karigasniemi auf der finnischen Seite. Dort nehmen wir die 92 und wechseln wieder über nach Norwegen und fahren bis Karasjok. von jetzt an sind wir wieder auf der Strasse die wir nach Varangerbotn genommen hatten, nur dass wir die entgegengesetzte Richtung benutzen. In Karasjok noch die letzte Entsorgung vorgenommen und folgen der 92 über die E45 nach Kautokeino und weiter bis zum finnischen Grenzübergang Kivilompolo. Hier in Finnland führt uns die Strasse nach Hetta, Palojoensuu bis Karesuando. Dies ist der Grenzübergang nach Schweden. Wir bleiben aber in Finnland und verfolgen die Route nach Kortijärvi dem Übergang nach Norwegen.

Warum nutzen wir diese nun beschriebene Route, sie scheint die schnellste nach Tromsø und Umgebung zu sein und erspart uns das langwierige Fahren um die Fjorde und Maut/ Fähr Kosten. Außerdem haben wir von einer ca. 50 Km langen Strassenbaustelle erfahren, die nur aus sehr groben Schotter bestehen soll. Wir konnten das zwar nicht überprüfen, wollten das Risiko jedoch nicht eingehen. Meist kommt man von solchen Baustellen nicht ohne Schäden am Fahrzeug davon und die LKW Fahrer sind abgebrüht, die halten ihre Geschwindigkeit und brettern gnadenlos durch die Baustellen.

In Kilpisjärvi (Link zu dem Ort) konnten wir uns noch zur Sicherheit mit trocknen Holzscheiten eindecken, ja das ist nicht zünftig, aber brennt wenigstens besser als Holz, dass zuvor im Regen gelegen hat und mühsam gesammelt werden muss.

Norwegen sollte eigentlich noch heute erreicht werden, aber ein Parkplatz kurz vor der Grenze hält uns heute von der Überquerung ab. Hier verbleiben wir zur Nacht.

 


 

04.08.2021 - N 70°12'33“ E 30°26'49“ Laivanmukka

 

Unser Platz war bis zum frühen Morgen goldrichtig, ab dann begann es aber ein wenig ruppiger in den Böen zu werden. Heiko war zu faul oder noch zu müde, dies durch Umstellen von LEO abzuändern. Erst kurz vorm Frühstück raffte er sich dazu auf. Es schien, als habe sich alles ein wenig früher und abgeschwächter abgespielt als vorher gesagt. Uns war es nur recht. Momentan haben auf dem Wasser die Wellen alle weisse Schaumkämme, das bedeutet Windstärke 5 mit Böen. Bis 16 m/s soll es sich trotzdem noch steigern und das wären etwa Windstärke 7. Müssen wir aber auch nicht haben und bleiben wohl erst einmal an der Felswand stehen.

 

“Was sagte Adenauer einmal? Was schert mich mein Geschwätz von gestern.“ Das könnte ich auf mich für heute beziehen. Is nix mit stehen bleiben an der Felswand! Es war nur am Regnen und Wehen, dass wir uns umentschieden haben und die regnerischen Stunden zur Weiterfahrt oder besser Rückfahrt nutzen wollten. Die Fahrerei war ziemlich eckig, bockig und ruckelig. Heiko kam sich vor als würde er LEO erst einreiten müssen. Varangerbotn ist praktisch ein Scheidepunkt, in welcher Richtung man seine Fahrt fortsetzen will. Wir haben erst einmal einen Stopp eingelegt und bei einem, unter Norwegern bekannten, Italiener halt gemacht und uns jeder eine Pizza gegönnt. Die Betonung liegt in der Tat auf “jeder“, für den Preis einer Pizza bekämen wir in Deutschland zwei Pizzen. Aber wat mutt dat mutt. Geschmeckt hat sie jedenfalls allemal. Allerdings ohne das Glas Wein ... na mal geht das. Darf nicht zur Gewohnheit werden.

 

Nach Varangerbotn kommt die Überquerung des Lachsflusses TANA, vorsichthalber noch tanken und was ganz wichtig war, in den SportShop und stöbern. Hier findet man viele Outdoor Artikel die man brauchen kann aber wir meist nicht benötigen. Aber superleichte gesteppte Windjacken hatten wir uns vorgestellt und tatsächlich auch bekommen, sogar zum halben Normalpreis. Das hat unser Budget dann nicht so arg belastet.

Weiterfahrt bei Regen bis Utsjoki und hier wechselten wir die Seiten. Gemeint sind die Länderseiten. Aus Norwegen raus, in Finnland rein. Der Wechsel ging unkompliziert, es regnete ja, also kein Grenzer auf beiden Seiten zu sehen. Hier in Utsjoki haben wir uns für einige zukünftige Tage Leckerlies gegönnt, die wir sehr wohl einzuteilen wissen. Glauben wir zumindest. In Norwegen bekommt man ähnliches auch, aber viel zu teuer und dann nicht unbedingt unser Geschmack. Die Finnen haben, was das angeht, ein gutes Händchen für gute Süssigkeiten.

N 69° 39'38“ E 25°54'44“ Stuorrasuolu Finnland

Und nun stehen wir am Tana auf einem stink normalen Parkplatz, neben uns die Strasse die wohl nicht doll befahren ist. Genießen den Blick auf den gemächlich dahin fließenden TANA, nein nicht bei einem Glas Wein, sonder einem Glas Tee.

 


 

03.08.2021 - N 70°12'34“ E 30°26'48“ Laivanmukka

 

Heute morgen verlassen wir die Felsenküste und sind nun doch nach Vardø abgefahren, die Wettervorhersage ließ nichts Gutes erwarten und so kauften wir vorher noch ein und tankten.

 

 

Heute Abend ist steifer Wind aus Nord vorher gesagt und Regen in der ganzen Nacht. So haben wir uns einen Platz dicht an einem Schiefer Bergstreifen ausgesucht der uns hoffentlich vor dem Nordwind schützen soll. Quasi als Generalprobe, denn Morgen soll es Windstärke 8 mit noch stärkeren Böen geben. Bei LEO's Höhe ist da ein sicherer Nachtplatz unumgänglich. Mal sehen was der morgige Tag wirklich bringt, vielleicht nimmt das Wetter die Vorhersage ja nicht so genau.

 

Hexenmahnmal in Vardø

Auf einer der früheren Reisen hat Helga einmal aus Vardø über die Hexenverbrennungen geschrieben. Und es wurde Zeit sich diesmal die Gedenkstätte dazu anzusehen, welche sehr am Rand der ersten Hälfte der Insel Vardø liegt, die ja nur über einen Tunnel zu erreichen ist. Die Stätte ist sehr interessant gestaltet, schlicht und mit Blick auf das Wesentliche. Das Memorial steht direkt am Wasser und sieht aus wie ein riesiges Langboot welches hochkant aus Segeltuch in einer Holzkontruktion eingespannt ist. Links davor ein Gebäude aus 5 frei stehenden schwarzen Glasflächen in deren Innenraum ein Stuhl mit einer Feuerstelle steht aus dessen Sitzfläche Feuer entspringt. Mehrere Spiegel mit ca. 2,00 m Durchmesser spiegeln den makabren Mittelpunkt von vielen Betrachtungspunkten wider. Das Konstrukt, dass wie ein Boot aussieht, ist begehbar und birgt 91 Tafeln mit Namen derer, die damals, der Hexerei angeklagt und hingerichtet wurden. Alle Daten sollen aus den Gerichtsunterlagen stammen. Aber seht selbst. Link hierzu: https://de.wikipedia.org/wiki/Hexenmahnmal_(Vardø)

 


 

02.08.2021 - N 70°28'29“ E 30°41'27“

 

Obwohl wir uns eigentlich die Abreise von unserem Platz vorgenommen haben, kam alles anders. Heiko hatte schon alles am Wagen verrichtet und Frischwasser aus dem Bergbach in den Tank gefüllt. Den letzten Ort am Kontinent auf dieser Halbinsel wollten wir doch noch besuchen. Auf dem Weg dorthin und auch während unseres Spaziergangs begann die Sonne sich zaghaft zu zeigen. Ein Kaffee lockte uns noch mit Kaffee und Waffeln. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen. In dieser Zeit brach die Sonne endgültig durch die Wolken und es wurde angenehm warm mit nur wenig Wind. So entschieden wir heute noch nicht abzufahren und in den Felsen zu fotografieren. Also zurück auf unseren Platz und Heiko verschwand mit der Kamera im Felsen Labyrinth. Nach seiner Rückkehr konnten wir noch eine Zeitlang im Freien die Sonne bei einem Glas Rosé genießen.

Die Sonne soll 22:20 untergehen, mal sehen ob sie jetzt schon in den Horizont eintaucht oder nicht. Denn momentan sind die Nächte immer noch taghell.

 


 

01.08.2021 - N 70°28'29“ E 30°41'27“

 

Heute ist der Tag auch wieder grau und es sind nur wenig Tropfen Regel gefallen. Zum Fotografieren ist das Licht nicht sonderlich gut und deshalb wird heute nur gefaulenzt.

Es ist alles wie es war, nur dass wir hier an dieser Stelle am Eismeer ungewöhnlich oft Adler, auf relativ kurzer Entfernung erleben. Das ist neu für uns und begeistert zumindest Heiko. Er krabbelt dann schon einmal in den Felsen herum, um die großen Vögel zu beobachten, wenn sie sich das gefallen lassen.

 

 

August 2021