27.09.2021 - N 54°16'35“ E 10°11'58.4“
Gegen 16:30 sind wir wieder in Kiel gelandet bei 166200 Km-Stand. Unsere gesamte Rundreise von Deutschland über Schweden ans Eismeer und Touren in Norwegen und zurück betrug 9296 Km.
25.09.2021 - N 63°58'36,3“ E 15°28'17,8“
Heute sind es gut 500 Km die wir geschafft haben, trotz Unterbrechung durch einen Unfall der einen Stau verursacht hat. Sonst sind wir super gut über Schwedens Straßen gekommen. Ein ganz anderes Fahrgefühl als in Norwegen. Die Straßen sind auch wesentlich besser, zumindest die Hauptstraßen. Ja, und da wir viel gefahren sind gibt es wenig zu fotografieren, besser gesagt rein gar nichts. Nur dort wo wir heute am See stehen können wir anbieten.
Uns bleiben nun noch rund 760 Km bis wir in Kiel sind.
26.09.2021 - N 55°41'3,5“ E 13°3'58“ Lomma
Alle Anstrengungen zum Wahltag noch in Kiel anzukommen und auch noch vor Schließung der Wahllokale, ist uns nicht gelungen. Wir hätten einen Tag eher den Endspurt beginnen müssen. So müssen die Kanzlerkandidaten der Parteien leider ohne unsere so wichtige Stimme auskommen müssen.
Malmö ist quasi in Reichweite, wir stehen an “den Toren“ der drittgrößten schwedischen Großstadt, in Lomma auf einem Segler Parkplatz, der nur auf wenige Parkplätze eingeschränkt ist. Gegenüber befindet sich ein riesiger Platz, den wir aber nur mit “Parkster“ einer schwedischen Park-App nutzen können, aber es doch nicht können, weil wir dazu eine schwedische Finanz ID benötigen und die haben wir nicht. So begnügen wir uns für diese Nacht mit ein wenig Einschränkung.
Unsere Rückreise ist eigentlich bis jetzt ziemlich glatt gelaufen, wir sind für schwedische Verhältnisse gut voran gekommen und werden morgen früh Brücke und Tunnel nach Kopenhagen benutzen. Im Laufe des Tages kann man dann hoffentlich mit uns in Kiel rechnen.
Bis dahin.
24.09.2021 - N 61°40'26,6“ E 15°3'18,5“ in Hamra, am Fluss Voxnan
Wenn wir länge Strecken an Kilometern angeben, kann es nur bedeuten, dass wir uns auf dem Rückweg befinden und Strecke machen wollen. Er beginnt der Rückweg zögerlich, weil man eigentlich noch nicht nach Hause will. Aber dann spielt das Wetter auch eine entscheidende Rolle dabei und die vergangenen Tage waren besonders motivierend.
Den Vildmarksvegen haben wir in Strømsund verlassen und sind nun auf der E45 unterwegs nach Östersund.
Östersund ist ein großer Ort hier kaufen wir im Maxi ICA erst noch einmal ein. In diesem Supermarkt bekommt man so gut wie alles was der Mensch zum Leben braucht. Hier merken wir einmal wieder, dass die Preise gegenüber Norwegen um einiges günstiger sind. Statt 4 € für eine Bierdose, zahlt man hier gerade mal 1€. Das ist ja noch erschwinglich und so landen gleich ein Pack Bierdosen und ein paar Flaschen Porter im Warenkorb. Aber nach dem Einkauf freuen wir uns auf eine Thai Malzeit in Brunflo, ein Ort nach Östersund. So bleibt bei Helga heute die Küche kalt und das Geschirr sauber.
Hinter Sveg benutzen wir wieder den Nachtplatz am Fluss Voxnan kurz vor Hamra, den wir schon auf der Hintour ausgewählt hatten. Diesmal stehen wir allein, dachten wir. Am Morgen sehen wir einen kleinen Van aus Deutschland der weit von uns entfernt wohl in der Nacht dort noch hin gefunden hat.
Doppelt gemoppelt!
Eine nette Begebenheit erleben wir an der Brückenauffahrt in Strømsund über die wir schmunzeln mussten. Es gibt Bauarbeiten auf der Brücke, weithin sichtbar. Das Weiterfahren wird durch eine Ampel, die auf ROT steht verhindert. Es bildet sich zwangsläufig ein Stau. Dann kommt ein weisser Caddy als Lotse mit vielen warnenden gelben Lichtern rundherum über die Brücke gefahren und führt die Kolonne des Gegenverkehrs durch die Baustelle und über die Brücke. Wie man zu fahren hat, ist in der Baustelle penibel abgegrenzt, man kann gar nicht falsch fahren. Das Lotsen Mobil dreht um und stellt sich vor die wartende Schlage und wartet nun selbst bei ROT auf GRÜN, dass es zurück über die Brücke fahren kann. Erst bei GELB/ GRÜN beginnt die Führung über die Brücke unserer Warteschlange. Wir sind das erste Fahrzeug und bekommen deshalb alles genau mit.
23.09.2021 - N 63°58'36,3“ E 15°28'17,8“ Allberget/ Strømsund Höhe 275 m
Heute legen wir nur rund 200 Km zurück und finden die Strecke von Bløsjøn bis Gäddede noch schön, aber was danach kommt ist langweilig. Eine Strasse auf der sogar 100 km/h gefahren werden darf und ohne jede Abwechslung. Da kommt uns, da auch der Regen wieder zunimmt, ein Platz kurz vor Strømsund gerade recht. Hier stehen wir wieder einmal am See bei Dauerregen und lassen den Tag schon früh für uns enden. Es gibt auch keine Bilder, denn bei dem Regen schickt man keinen Hund vor die Tür. Bis morgen.
22.09.2021 - N 64°46'34,8“ E 14°2'33,6“ Höhe 518 m
Der Sagavegen ist eine landschaftlich sehr reizvolle Strecke und jetzt im Herbst kaum befahren. Die fantastischen Herbstfarben lassen die Landschaft in einem anderen “Licht“ erscheinen, so dass wir das Gefühl haben, noch nie hier gewesen zu sein. Wir erkennen die Strecke kaum wieder. Der Wetterbericht hat es angekündigt und wir sind vorbereitet auf die vor uns liegenden Regentage. Wir wollen uns dadurch die letzten Tage unserer Reise nicht vermiesen lassen und die wunderbare Herbststimmung mit dem leuchtenden gold-gelben Herbstlaub der Birken lässt keine miese Stimmung aufkommen. Ab und zu stielt sich doch noch der eine oder andere Lichtstrahl durch die Wolkendecke.
Hinter Dikanäs geht es rechts ab nach Stalon, wie oft in Skandinavien wird kurz vor Wintereinbruch die Straße erneuert. Nun haben wir rund 25 Km gröbste Schotterstrecke zu bewältigen. Der Schotter ist noch nicht festgefahren und LEO eiert und schwimmt auf dem losen Zeug hin und her, was es nicht gerade vereinfacht, die Spur zu halten. Als das Baustellenende erreicht ist erleben wir “Achterbahn“ auf der Straße. Nur Fliegen ist schöner. Eine unglaublich beulige und kaputte Straße mit Eindellungen wie wir sie lange nicht mehr erlebt haben. Nur sachte Langsamfahrt sorgt dafür, dass wir auch morgen noch heiles Geschirr in den Schränken haben.
Hinter Stalon wird die Fahrerei erträglicher, nur leider hat es sich inzwischen "eingeregnet". LEO wird zum Wolkenkratzer, nicht weil er so hoch ist, sondern wir bewegen uns nun auf dem Stekenjokk-Fjell stellenweise auf einer Höhe von 700-850 m und wir fahren in den Wolken. Das verhindert leider die wunderschöne Aussicht über das Fjell. Und anhalten und eine Weile spazieren gehen ist gar nicht drin. Nur gut, dass es noch 5° warm ist. Schnee und Eis auf der Fahrbahn hätten wir nun nicht so gerne. Am Store Bløsjøn, dem Großen Blauen See, finden wir einen Platz, den wir schon von früheren Fahrten her kennen. Es ist noch nicht so spät, aber die Strecke bis wir wieder auf der Hauptstraße sind, zieht sich bestimmt noch gut 100 km hin. Wir stehen hier nicht allein, ein Schwede hat sich diesen Platz auch gegönnt. Von den Farbeindrücken auf der Fahrt erzählen die wenigen Bilder unten.
21.09.2021 - N 65°25'32“ E 14°39'8,4“ Höhe 518 m
Der kleine Nachtplatz von dem unten die Rede war, befindet sich kurz vor Rognan. Beim letzten Mal hatten wir uns diesen Platz schon auserkoren, nur wegen der furchtbar vielen Mücken wieder verlassen. Jetzt wo es “kalt“ ist, hat man vor diesen Plagegeistern seine Ruhe und die haben wir ausgenutzt und herrlich geschlafen. Kein Wind hat an LEO gerüttelt, Kein Elch angeklopft nur Regen in der Nacht und der kann ja auch einschläfernd wirken, wenn er leicht und eintönig auf unser Schlafdach plätschert.
Der heutige Tag war mehr von Fahrerei geprägt. Wir nutzen dieses miese Wetter, um Strecke hinter uns zu bringen. Sehen kann man doch nicht viel und wie wir später merken, braucht man seine ganze Konzentration für die Straße. Unstimmigkeiten gibt es zwischen uns welche Straße wir nach Schweden nehmen wollen. Die E12 oder weiterhin die E6. Wir hatten nur Furcht vor den Höhen und der momentanen Wetterlage. Ein Kälteeinbruch in den Bergen und wir haben Winter. Deshalb fiel die Entscheidung auf die E6 bis hinter Mo i Rana und von dort quer rüber nach Schweden. Wir hatten allerdings vergessen, dass die E6 auch über beträchtliche Höhenstrecken verfügt die wir über ein ca. 40 Kilometer langes Fjell bei einer Höhe von 570 m und einem sehr steifen Wind aus NordOst zu überwinden haben. Hinzu kommt noch , dass wir hinter einer Fahrzeugschlange im Konvoi mit einem Schwertransport fahren mussten. Aber auch das haben wir hinter uns gebracht und LEO hat die ewigen Steigungen in seiner eher gemächlichen Fahrweise erledigt. Auf der Strecke passieren wir auch den Polarzirkel und verlassen nun auch die offizielle Polar Region.
In Trofors nehmen wir die E6 und nun geht es ruhiger auf der 73 weiter in Richtung Schweden. Ab Hattfjelldal führt uns die 804 bis zur Abzweigung auf die 7346. Von hier haben wir eine fantastische Fahrt in der Herbstlandschaft mit all seinen Farben der Vegetation. Die Fahrt zieht sich wegen der Steigungen und Kurven zeitlich ein wenig hin. Aber durch den berauschenden Anblick der Natur macht es uns nichts aus. Die Grenze zu Schweden war glücklicherweise offen und kein Grenzpersonal zu sehen. Gegen 15:30 erreichen wir den ersten uns schon bekannten Rastplatz auf dem SAGAVEGEN. Wir sind in Schweden und werden hier übernachten.
20.09.2021 - N 67°1'58“ E 15°4'3“ Misvaer/ Rognan Höhe 272m
Heute ist nun der Saltstraumen auf dem Programm. Die Fahrt dorthin führt über Fauske, wo wir noch vorsichtshalber tanken und entsorgen. Wir kommen gut voran, spüren aber immer wieder heftige Seitenhiebe. Der Wind ist ziemlich stark geworden und bedrängt uns auf der ganzen Strecke. Wir kennen den Saltstraumen von vorherigen Besuchen und wissen auch wo wir parken können. Warm verpackt erklimmen wir die steil ansteigende Brücke über den Straumen. Und oben auf der Mitte kann man keinen kontrollierten Schritt machen, so heftig drückt der Wind von der Seite. Ob das wohl brauchbare Aufnahmen geben wird ist sehr fraglich. Aber was soll's, einfach versuchen. Löschen kann man die Bilder immer noch. Der Wind treibt einem die Tränen in die Augen und aus Heikos Taschen bläst er ihm die letzten Tempotaschentücher und treibt diese in hohem Bogen auf die andere Seite der Brücke bis diese irgendwo verschwinden.
Helga macht schon kehrt, weil sie kaum noch aus den Tränen gucken kann und durch die Unkontrollierbarkeit der Schritte, sich unsicher auf der Brücke fühlt.
Die Kamera ruhig halten ist kaum möglich. Man bildet es sich ein, dass man es kann. Heiko findet aber eine kleine Besserung der Windintensität, wenn er sich über das Geländer beugt, dann wird der Druck geringer und die Kamera kann tatsächlich ruhiger gehalten werden. Vielleicht hat das der Qualität der Bilder in punkto Schärfe geholfen. Auch er hält es nicht lange auf der Brücke auf und nach Rückkehr im Wagen, steht die Frage im Raum: fahren wir über die Brücke oder nicht. Als wir uns langsam vom Parkplatz wieder aufmachen, sehen wir auf der Anzeigetafel 19m/sec. Wind und wagen es LEO über die Brücke zu treiben. Und der fuhr ganz souverain und hat sich sicher gefragt warum wir ihm das nicht zutrauten.
Nun sind wir auf dem Weg nach Schweden und machen für heute auf einem kleinen Platz, ab von der Strasse halt und übernachten hier. Ach ja, kurz bevor wir von der Hauptstrasse abbogen, treffen wir auf zwei halbstarke Elche. Heute Morgen schon einer der gemächlich über den Weg lief an dem wir frühstückten und nun zwei auf einmal. Wahnsinn, zwei Monate unterwegs und keinen Elch gesehen und nun an einem Tag gleich drei. So kann es weitergehen.
19.09.2021 - N 67°40'54“ E 16°14'24“ Gjerdalsveien Höhe 539m
Wie schon öfter, halten wir uns auch diesmal nicht an unsere Planung. Mit Blick auf Wetterlage und Nordlicht Möglichkeiten hat Helga einen ganz besonderen Platz ausfindig gemacht. Nämlich in den Bergen in gut 500 m Höhe. Nun werdet ihr denken, dass 500 m ja nun gar nichts ist. Hier im Norden in der Arktisregion sieht das aber anders aus. 500 m kann schon in nur wenig ungünstigen Situationen die Grenze zum Winter bedeuten. In einem Eintrag vom 13.9. d.J. in der StellplatzApp erzählt ein Nutzer, dass er hier den ersten Schneefall hatte. Vergleichbar dürfte diese Höhe in unseren Breiten vielleicht 2000 Meter bedeuten, genau wissen wir den Vergleich nicht, müsste man mal erurieren. Einige Berggipfel um die weite, baumlose Ebene herum tragen Schnee und einige kleinere Gletscher können wir in der Höhe ausmachen.
Die Schotterpiste, die zu der Höhe führt, ist gut zu befahren, wir hatten aufgrund der Beschreibung in der App schlimmeres erwartet. Die wenigen Schlaglöcher konnte LEO gut umfahren. Es ging bergauf und bergab, trotz des abgelegenen Ziels kommen uns bestimmt 3-4 Fahrzeuge entgegen. Na ja, es ist Sonntag und Norweger sind gern in der Natur. Die letzten 1-2 Kilometer waren z.T. recht steil, so schnaufte LEO im ersten Gang gemächlich den Berg an. Oben angekommen tat sich vor uns ein gewaltiges Panorama von Bergwelt auf. Menschen und Autos verschwanden quasi in den gewaltigen Dimensionen. Richtige Stellplätze gibt es hier natürlich nicht. Es sind natürliche Flächen, teilweise Schotter aber meistens felsiger Unterboden. LEO hier so auszurichten, dass er in der “Waage“ steht, ist nicht gut möglich. Und so wechseln wir von einem auf den anderen Platz, bis wir einen guten sicheren Stand fanden. Solange es noch hell ist, wollen wir noch eine klitzekleine Wanderung eine Anhöhe hinauf machen, um zu sehen, was sich auf der anderen Seite des Bergrückens befindet und wie die Aussicht von dort sein mag. Unsere Knie sind nunmal in die Jahre gekommen und jaulen rum, und so bleibt es dann bei klitzeklein. Aber die Aussicht von hier oben ist phänomenal.
Zum Abend hin hoffen wir wieder auf eine Nordlicht Gelegenheit, doch man sollte sich umfangreicher informieren. Heute ist Vollmond und dieser volle Mond steigt neben dem mächtigsten Berg langsam in die Höhe und macht alle Hoffnungen zunichte. Der Himmel strahlt ihn einem kalten, blauen Licht und da bleibt nicht viel Raum für ein gut sichtbares Polarlicht. Dafür ist es nahezu komplett wolkenfrei. Das nennt man Pech. Es ist schade, aber trotzdem ist die Szenerie mit den Bergsilhuetten wunderschön anzusehen. Heiko macht in Richtung Norden ein paar Fotos, weil er einen grünlichen Schimmer glaubt auszumachen. Die Vermutung ist richtig, aber die einzigen vorhandenen Wölkchen befinden sich ausgerechnet dort. Also kein Nordlicht, dafür macht es ein paar Nachtaufnahmen bei Mondlicht.
So gegen 22:00 h wird der Wind in den Böen so stark, dass Heiko glaubt nachts kein Auge zu zubekommen. Mal kommt er aus Süd, dann wieder aus Nordost und mit einer Heftigkeit, dass wir lieber in die flachere Region abtauchen. Nach einigen Kilometern finden wir ein Plätzchen wie für uns geschaffen und ohne Wind. Es ist Zeit in die Koje zu verschwinden.
18.09.2021 - N 67°59'18“ E 15°58'19“ Fjordbotn
Heute haben wir die Lofoten und Vesterålen mit der Fähre von Lødingen nach Bognes verlassen und haben uns als Nachtplatz einen unserer Lieblingsplätze auserwählt. Wir haben diesen Platz schon mehrere Male genutzt. Hier stehen wir in einem Seitenarm des Fjordbotn. Für Morgen haben wir uns vorgenommen früher als sonst aufzustehen, um den Saltstraumen (den stärksten Malstrom der Welt) noch einmal zu fotografieren.
17.09.2021 - N 68°24'10“ E 14°24'57“ Laukvik
Nach Verlassen unseres Platzes haben wir dem kleinen Ort Henningswaer noch einen Besuch abgestattet. Die Fahrt dort hin ist schon wegen der felsigen Landschaft ein kleines Erlebnis, wer es mag.
Der Freitag sollte in Punkto Nordlicht nun alles rausreissen. Die Vorhersage prophezeite ein besonders starkes Nordlicht mit einer Stärke 5 von 9 Einteilungen. Also das Highlight. Doch es kam wie es kommen muss, auch heute dicht verhangener Himmel. Kein Stern zu sehen, nicht einmal ein Löchlein in den Wolken. Und doch war es vorhanden das Nordlicht. Es war sehr stark, dass das typische “Grün“ sogar durch die Wolkendecke zu erahnen war. Die Kamera hat es bewiesen, das bloße Auge hat dies nicht sehen können. Auch heute ist nichts mit neuen Nordlicht Fotos. Tut uns leid.
16.09.2021- N 68°16'1“ E 13°45'47“ Bøstad, Eggumsveien
Auch heute dreht sich wieder alles um das Nordlicht. Diesen Platz kannten wir ja nun schon von vor ein paar Tagen und deshalb waren die Voraussetzungen eigentlich gut. Nur hat der Himmel und seine Wolken nicht mitgespielt. Das Nordlicht war da, aber wegen dichter Wolkendecke für uns nicht wahrnehmbar. Also aller Aufwand umsonst. Heute keine Bilder.
15.09.2021 - N 68°9'19“ E 13°24'49“ Myrland
In unseren Vorschau Apps für das Nordlicht haben gesehen, dass die Aussichten gut stehen noch einmal gezielt gutes Nordlicht zu beobachten. Aus diesem Grund haben wir uns diesen Platz zur Beobachtung ausgesucht. Tatsächlich hatten wir Glück und das Nordlicht setzte sogar recht früh ein. Es wurde fotografiert, was die Speicherkarte hergab. Und trotzdem wurde der Erfolg vom Tag zuvor nicht erreicht. Das Nordlicht war gut zu sehen, es war auch ausdrucksstark, aber die Variationen doch nicht so umfangreich wie gestern. Und es baute sich immer in einer Richtung auf. Allerdings war der Ring der sich um den Pol herum aufbaut diesmal sehr deutlich sichtbar und wäre nur mit einem Panorama Foto darzustellen gewesen. Aber darauf war Heiko nicht eingestellt und es fehlt ihm in diesem Fall sowieso an Übung. Es war aber nun der dritte Tag, dass wir Nordlicht erleben durften.
14.09.2021 - N 68°7'49“ E 13°17'50“ Vikten
Gestern sollte es doch noch einmal klappen, das Polarlicht zu sehen. Helga war vor mir ins Bett gegangen, ich hatte noch ein wenig am Tablet gespielt und machte mich, nachdem ich meine Müdigkeit verspürte, ebenfalls bettfein. Natürlich nicht ohne noch einmal einen Blick an den uns umgebenden Himmel zu werfen. Das Licht und die überwiegende Bewölkung sah komisch aus. So ein blaugrau mit hellem Mittelpunkt. Ich war mir nicht sicher und habe vorsichtshalber schnell die Kamera in Stellung gebracht. Und das war gut so. Nach der 2. Aufnahme war klar, es ist das Nordlicht. Es war wieder der Beginn einer immer stärker werdenden Lichterscheinung, die sogar unterschiedliche Formen annahm. Helga zu wecken war schon zu spät, denn der Spuk dauerte keine 10 Minuten.
Heute holt uns die Vergangenheit ein. Wir sind auf den Spuren von vor 17 Jahren. An der Stelle wo wir unsere ersten Lichtstimmungen bei gutem und schlechtem Wetter aufgenommen haben, in Vikten. Hier im Ort hat sich anscheinend nicht viel verändert, die Glasbläserei ist immer noch da und viel an neuen Behausungen konnten wir nicht feststellen. Wir vor einer Straßenkurve am Fjord. ImOrt trauten wir uns doch nicht, obwohl es eine Möglichkeit geben soll. Aber da muss man erst den Grundstückseigentümer fragen und dann stehen da eventuell noch andere WoMos. So sind wir allein und das ist O.K. so.
Heute Morgen waren wir noch einmal in Nussfjord, in der Hoffnung dort wieder Adler beim Fischen zu beobachten. Aber das erwies sich als erfolglos, denn letztes Mal war ein Fischereiboot dabei sein Netz einzuholen und da fällt auch für Adler der eine oder andere Fang ab. Aber heute war das Fjordwasser spiegelglatt und kein Adler ließ sich sehen. Blieb uns nicht anderes übrig als beim Bäcker vorbei zu schauen und uns sein Gebäck einzuverleiben bei einer Tasse Kaffe aus dem Pappbecher. Und dann für 16 €.
13.09.2021 - N 68°12'33“ E 13°30'25“ Uttakleiv
Standortwechsel nachdem wir gestern Nacht auf unserem Platz so mit Regen übergossen wurden, dass wir fast abgesoffen sind. Es waren schon Schlaglöcher wie Tische so groß vorhanden, aber der Regen hat den Boden so aufgeweicht, dass es uns heute Morgen nur ganz knapp gelang, den Platz zu verlassen. An der Einfahrt hat LEO sich nun mit zwei zusätzlichen tiefen Löchern verewigt. Aber auf ihn war wieder einmal Verlass, er hat uns sicher durch diese "Untiefen" gebracht.
Und heute Nacht ist endlich passiert, was wir uns erhofft hatten: Durch Zufall wird Heiko durch einen PKW wach, der zweimal an uns vorbei fuhr. Es war immerhin 1:20h da wird man schon aufmerksam wenn ein Fahrzeug an einem vorbei rauscht und das zweimal. Was sonst nur nervt, stellte sich diesmal letztlich als Grund zur Freude dar. Ein Blick aus dem Fenster zeigt am Himmel ein grünes Lichtgebilde, zuerst nur schwach, die Wolkendecke war noch nicht aufgerissen. Es hatte schließlich ständig geregnet. Und siehe da, es war der Beginn des ersten Polarlichtes, das wir auf dieser Reise zu Gesicht bekommen. Helga geweckt und dann nichts wie raus auf die völlig durchnässte Grasnarbe auf der wir standen. Wir konnten nur Fotos mit dem Handy machen, eine andere Kamera fertig zu machen, hätte Zeit gekostet. Und man wußte nicht wie lange das Licht anhält. Seht die Fotos bitte nur als Beweis an, qualitativ sind sie nichts wert.
Aus dem etwas wagen Lichtschein über den Bergen entwickelte sich ein gut sichtbarer breiter Ring, der um die Polarzone zu liegen schien. Von dem Ring haben wir an unserem Standort den sichtbaren Teil direkt über uns gehabt, der sich immer weiter von West nach Ost fortsetzte. Nach etwas mehr als 20 Minuten war der Spuk dann vorbei.
Wir stehen nun an einsamer Stelle, geschützt auf der Wasserseite durch eine Art Deich, hinter uns durch einen Bergrücken, am offenen Atlantik auf der Nord-West-Seite der Lofoten am Uttakleiv-Strand. So sehen wir das Wasser zwar nicht, hören es aber und wir hoffen, dass wir durch den Schutz heute Nacht nicht durchgerüttelt werden. Vielleicht, vielleicht ... haben wir ja noch einmal Glück mit einem Polarlicht. Im Moment jedenfalls, es ist jetzt halb acht, haben wir eine aufgelockerte Bewölkung. Wenn der Himmel nicht wieder zuzieht könnte es ja sein. Wenn wir es nicht verschlafen. Ausserdem soll es richtig kalt werden. Die Vorhersage spricht von 3°. Wobei wir vergessen haben zu erwähnen, dass heute morgen die Berggipfel mit Puderzucker überstreut waren.
12.09.2021 - N 68°0'11“ E 13°17'7“ Vestre Nesland
Wir lassen das Wochenende vorbei gehen, bevor wir uns neuen Dingen zuwenden. Vormittags tat eine kurze Wanderung über die nahe liegenden Berghügel ganz gut, die müden Knochen müssen doch bewegt werden. Da das Wetter sich heute ziemlich stark vom gestrigen unterscheidet, faulenzen wir nur und Heiko bearbeitet Bilder. Nachmittags beginnt es zu regnen, “hatten wir ja schon lange nicht mehr“.
Ansonsten haben wir nichts zu berichten.
11.09.2021 - N 68°0'11“ E 13°17'7“ Vestre Nesland
Die Fischer am Hafen von Sund haben am Samstag ihre Arbeit auch später begonnen und so hatten wir ein sanftes, sonniges Erwachen. Ohne Lärm ohne Motorgeräusche, einfach herrlich und zu alledem scheint die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Die Berge spiegeln sich im spiegelglatten Wasser des Sundfjords, wenn das kein toller Tagesbeginn ist ... dann weiss ich auch nicht. Nach dem Frühstück fahren wir noch einmal ein paar fotogene Stellen an, um Bilder bei Sonne nachzuholen, was gestern nicht möglich war weil der Sonnenstand zum Motiv nicht passte. Z.B. eine riesige breite Felsenwand auf dem Weg zum Nussfjord. Oder der Strand von Ramberg, bei dem aber heute das Licht auch nicht passte.
Auf dem Weg schlug Helga noch eine neue Strecke vor, die wir offensichtlich bisher nie gefahren waren. Am Ende liegt ein kleiner Ort mit Namen Vestre Nesland und befindet sich auf dem gleichen Breitengrad wie Sund nur etwas östlicher. Der Weg dorthin ist ziemlich nüchtern, nichts Spektakuläres, einfach nur eine Strasse am Fjord entlang an dem auf nicht tiefen Grundstücken einfache Häuser stehen. Am Ende haben sich vermutlich besser “Betuchte“ ihr Häuschen gebaut. Auch die Grundstücke sind wohl größer. Doch vor dem eigentlichen Ort gibt es die eine oder andere befahrbare Fläche auf der kleine bis größere Fahrzeuge stehen können. Davon haben wir uns eine auserkoren, weil wir zum Wochenende mit überfüllten Plätzen rechnen, die bekannter und schneller angefahren sind. Hier wollen das Wochende verbringen und den ganzen Tag die Sonne genießen. Erfreulicherweise haben sich bis zum Abend 20:30 bisher keine weiteren Wohnmobile den Nachbarplatz ausgesucht, aber wer weiss schon ob nicht noch kurz vorm Dunkelwerden einer auf die Idee kommt. Hier ist es ausgesprochen ruhig und geschützt.
Das Nordlicht soll am Freitag stattgefunden haben, wir haben es verpasst. Helga hatte sich nicht wohl gefühlt und war früher als sonst ins Bett gegangen und ich hatte am Blog gearbeitet. Pech gehabt, heute wollen wir wachsamer sein. Vielleicht haben wir Glück.
10.09.2021 - N 68°0'19“ E 13°12'23“ Sund/ Lofoten
War wieder nichts mit dem Nordlicht. Das was unsere Region momentan erreicht ist zu schwach, um als beeindruckendes Ereignis wahrgenommen zu werden. Aber wir sind zuversichtlich, zum Wochenende kann sich vielleicht noch etwas tun.
Apropos Wochenende, dieses ist auf der Straße zu merken, nicht nur die Touristen Wohnmobile auch die Norweger sind zum Wochenende unterwegs und kommen uns einer nach dem anderen entgegen. Vorsorglich haben wir unseren hübschen Platz heute Morgen schon recht früh und ohne Frühstück verlassen. Wir wissen von anderen Events, die Norweger kennen keine Rücksicht. Wenn es erforderlich wäre, würden sie uns komplett einparken und um diesem Umstand zu entgehen, haben wir lieber das Weite gesucht.
Das Wetter zeigt sich heute von der guten Seite, prächtig lacht die Sonne uns ins Cockpit und wir wollen das ausnutzen um strahlende Bilder zu schießen.
Bald schon ist Leknes der nächst größere Ort erreicht. Wir sind erstaunt, wie enorm sich der Ort über die Jahre entwickelt hat. Früher eher ein bescheidener, nicht gerade aufregender Ort, sind bis heute viele Neubauten und sogar Siedlungen hinzu gekommen. Mit ca. 3500 Einwohnern (2018) ist es der zweitgrößte Ort nach Svolvaer auf den Lofoten.
In Leknes geht es ziemlich quirlig auf den Strassen zu. Als wir nach dem Ort auf der E10 nach Å abbiegen, wird es etwas ruhiger außer den ständig entgegenkommenden WoMos. Nach Leknes müssen wir durch einen Unterwassertunnel, der die Insel Vestvågøya mit der Nachbarinsel Flagstadøya verbindet. Auf dieser Strecke liegen die Orte Napp, Vikten, Flagstad, Ramberg und Sund wo wir heute Nacht stehen werden. Zuvor nutzen wir aber noch einen der gut ausgebauten Rastplätze vor dem Unterwassertunnel, um in aller Ruhe und Gelassenheit zu frühstücken.
Das Licht des heutigen Tages ist für unser Foto-Vorhaben ideal und so fahren wir über Hamnøy, Sakrisøy bis Reine, um unsere für euch schöne Bilder zu machen. Allesamt sind es besonders interessante und fotogene Orte und die Besonderheit an dieser Strecke sind einige Tunnel und Brücken die zu durchfahren sind bis man Reine erreicht. Noch haben wir Glück mit dem Licht, es kommt von der richtigen Seite und kann die Orte Hamnøy, Sakrisøy mit seinen gelben Holzhäusern und Reine gut in Szene setzen. Sakrisøy hat nach Heikos Meinung an Aussehen verloren. Schuld sind wohl die vielen Dorsch Trockengestelle die überall, wo sich ein Platz anbietet, aufgestellt wurden und damit den eigentlich hübschen Anblick des Ortes mächtig verschandeln. Am Ende unser heutigen Fahrt liegt Reine mit seiner beindruckenden Berg- und Wasserwelt in die der Ort wie eingebettet liegt. Da es hier einen Stellplatz mit allem Zubehör gibt, ist eine gute Gelegenheit für ausreichend Frischwasser für die nächsten Tage zu sorgen. Der Platz selbst ist anscheinend momentan geschlossen, jedenfalls ist nicht eindeutig zu ersehen, dass man auf den angrenzenden Parkplätzen übernachten darf. Besser wir suchen uns einen adäquaten Platz und setzen uns nicht dem Risiko einer Strafgebühr aus. Deshalb fahren wir die Strecke ein paar Kilometer zurück und übernachten in Sund einem winzigen Fischerort. Hier ist es hoffentlich in der Nacht ruhig, auch wenn die Fischer sicher morgens sehr früh ihre Arbeiten beginnen.
Die Fotos habe ich mit den Ortsnamen benannt.
09.09.2021 - N 68°16'1“ E 13°45'47“ Bøstad, Eggumsveien
Wie wechselhaft das Wetter ist, kann man nur hier oben wirklich feststellen. Es ändert sich von Minute zu Minute. Nachdem wir gestern Abend glaubten, dass unsere Hoffnung, eine Aurora zu sehen, begraben sei, wurden wir eines Besseren belehrt. Gegen 1:00 h wacht Heiko auf, geht auf die Toilette und schaut nur so aus Routine noch einmal nach draußen. Der Himmel war teilweise völlig frei und ein ganz breiter langer Bogen in zartem Grün zeigte sich am Himmel. Ist das nun das Nordlicht oder nicht. Laut Internetseite waren ca. 15% Sicherheit gegeben. Helga wurde geweckt und sie schaute sich das mit an, meinte allerdings, es sähe nicht aus wie ein Nordlicht. In der Zeit, in der sie sich für die kalte Nacht draußen anzog, war die Intensität allerdings auch langsam verblasst. Ehrlich gesagt, haben wir es anders und intensiver in Erinnerung. Aber lassen wir das einfach mal so stehen.
Am späten Vormittag verlassen wir unseren Platz, zu dem sich abends noch zwei Fahrzeuge hinzu gestellt hatten, und setzen unsere Erkundungsfahrt um die Fjorde und Berge fort. Am Torvdalshalsen existiert ein Rastplatz mit einem Panorama Ausblick, dem sich kein Tourist entziehen kann. Auch wir bogen hier von der E 10 auf ab und machten einige Aufnahmen.
Heute stehen wir einen Fjord weiter, wieder direkt am Wasser und erleben dieses Wechselspiel zwischen Regen, bewölkt und stellenweisem Sonnenlicht. Und während ich hier schreibe, können wir zwei Robben im Wasser ausmachen die immer mal wieder ihre Köpfe aus dem Wasser halten, einer kommt uns sogar bis auf geschätzte 60-70 m heran.
Hat es eben noch geregnet, bekommen die Wolken nun eine fantastische Färbung. Seht selbst.
Wir glaubten mit unserem heutigen Platz einen besonders ruhigen Platz eingenommen zu haben. Doch weit gefehlt. Gegenüber rottet sich eine Menge an Fahrzeugen, Wohnmobilen und Wohnwagen zusammen. Menschen hört man reden, telefonieren und helle Kinderstimmen. Nach genauem Betrachten durch das Fernglas entpuppt sich die Angelegenheit als eine Art Event des Motorsports. Das heißt für uns, morgen können wir unseren Platz verlassen, sollten wir vorhaben hier länger zu stehen, denn zum Wochenende wird hier die Luft von Motorenlärm angereichert sein und das ist nichts für unsere Ohren.
Auch heute Nacht hoffen wir auf freie Himmelssicht und das Nordlicht. Ob wir das fotografisch ablichten, können ist noch fraglich.
08.09.2021 - N 68°18'14“ E 13°52'29“ Haverringen/ 7728
Kilometer Zwischenstand 162749
Die Rationierung des Weins wurde konsequent eingehalten und morgen erst das nächste Glas verteilt. Unser Wunsch nach einem farbigen Sonnenuntergang wurde leider nicht erfüllt, aber der Abend zeigte sich von einer guten Seite und brachte noch ein wenig Licht gegen 19:00 in die abendliche Szenerie. Die Luft war ungewöhnlich klar nach dem vielen Regen. Die Sicht nach Nord war dadurch auch weit. Und um 20:45 lohnte das letzte Bild auch noch, danach ging alles schnell. Die Wolken kassierten das Licht der Abendsonne und es wurde wieder alles grau.
Morgens gegen 6:00 h wurden wir sehr ruppig geweckt, als LEO sich gegen die Sturmböen zur Wehr setzen schien. Er rüttelte und schüttelte sich, dass es uns sehr mulmig wurde und wir blitzschnell aufstanden und das Weite suchten, also eine Stelle die geschützter war. Des ganzen Fjord entlang war jedoch nichts schützendes zu finden und so stellten wir uns einfach ganz knapp an den Rand eines Buswendeplatz mit Haltestelle und frühstückten erst einmal.
Es regnete die ganze Zeit Bindfäden und wir stellten uns die Frage, was tun? In der Annahme, dass durch die unterschiedlichen klimatischen Verhältnisse sich um den nächsten Berg herum die Situation ändern könnte, fuhren wir einfach mit Gottvertrauen los. Ziel ist die Insel Gymsøya. Sie ist auf der Ostseite stark bewohnt und auf den Seiten Nord fast gar nicht und West zu einem kleinen Teil. Zwischendurch begleiteten uns ein paar Adler, die wir wegen der schlechten Lichtverhältnisse leider nicht fotografieren konnten, obwohl diese so nah über und vor uns flogen. Anschließend erkunden wir noch die Nachbarhalbinsel, ein Teil von Vestvågøya der Hauptinsel. Hier stoßen wir dann auch auf unseren heuten Stellplatz, ein nicht zu großer Rastplatz an dem Binnengewässer Urvatnet, vermutlich ein Brackwasser See mit Zulauf vom Nordmeer. Helga widmet sich dem Essen und Heiko repariert die Toilettentür, deren Klinke abgefallen ist. Und letztendlich kommt die Sonne hervor und Wolken verziehen sich allmählich, mal sehen ob der Abend wolkenlos wird. Wir drücken die Daumen, denn es besteht die berechtigte Möglichkeit Nordlicht zu erleben.
Es ist 21:12 Uhr und es beginnt wieder zu regnen. Gegen 19: 20 riss noch einmal die Wolkendecke viel versprechend auf und hüllte die umliegenden Berge in warmes Licht. Ein Grund die Kameras in Gang zu setzen. Dann schob sich langsam aber sicher die graue Wolkendecke wieder zusammen und begrub damit alle Hoffnung auf ein Nordlicht. Schade.
07.09.2021 - N 68°18'19“ E 14°18'33“ Brenna
Die Nacht war regenfrei und sehr ruhig an dieser kaum befahrenen Strasse, ein Glück für uns. Kaum war der Tag angebrochen ging die Regenarie erneut los. Wegen der unzureichenden Sichtverhältnisse lohnt es nicht LEO zu bewegen. Man kann nichts sehen, die Berge sind verschwunden und Sicht vielleicht 1Km. Unsere Hoffnung liegt auf dem Nachmittag. Die Vorhersage prophezeit uns eine aufgelockerte Bewölkung mit ein wenig Sonne. Dann ist immer noch Zeit LEO zu bemühen. Während ich hier Schreibe, bereitet Helga das Essen zu und hinter mir wird es spürbar heller. Schwache Konturen der umliegenden Berge werden tatsächlich sichtbar und lassen Einzelheiten klarer erscheinen.
Wir hatten so große Hoffnung, dass die Sonne uns aus der depressiven Phase heraus holt. Nach einigen zarten Versuchen die Wolken auseinander zu treiben behielten diese die Oberhand , aber ließen zumindest den horizontalen Blick klarer werden. Jetzt um 18:20 h haben sich ganz wenige Durchblicke auf blauen Himmel ergeben, aber jetzt bringt es nichts mehr, da die Sonne um 20:08 schon verschwindet. Vielleicht bildet sich nach Sonnenuntergang noch ein wenig Farbe am Himmel.
Es gibt zwar keinen Anlass, aber heute gönnen wir uns nach langer Abstinenz mal wieder ein Gläschen Wein von den 3 Flaschen die uns noch geblieben sind. Alle zwei Tage ein Gläschen, dann kommen wir noch ca. drei Wochen mit den 3 Flasche aus. Wein oder Bier hier in Norwegen kaufen, ist verrückt teuer. Eine Dose Bier 3-4€ je Marke (aber niederprozentiges Bier). Neulich hatten wir uns den Spaß erlaubt einmal in ins “Vinmonopolet“ in Svolvær zu gehen und nach Rum (Rumgrog für die kalten Tage) zu schauen. Da kostet ein Flasche 0,7 Ltr. einfacher Rum 34 €. Da hatten wir dann auf Grog keinen Appetit mehr.
Um 20:45 Uhr aufgenommen
Um 19:17 Uhr aufgenommen
Um 18:25 Uhr aufgenommen
Um 13:45 Uhr aufgenommen
06.09.2021- N 68°18'19“ E 14°18'33“ Brenna
Bis auf dass es heute fast den ganzen Tag nur regnet und “windet“, wir eingekauft haben, getankt haben, Gas aufgefüllt haben und Heiko die Hacken an seinen Wander-und Bergstiefeln verloren hat, gibt es nichts zu berichten.
Die Schuhe hatte er nun schon lange Zeit nicht mehr getragen, diese aber zu unserer ersten Reise nach Norwegen vor 17 Jahren gekauft. Mit einem Mal hat er sie wieder vorgekramt und festgestellt, dass sie sich ja noch gut tragen lassen. Sie saßen bequem und hatten guten Grip auf Steinen, von denen es in Norwegen ja nur so wimmelt. Für diese Region gerade das Richtige. Heute beim Tanken merkt er, dass es beim Gehen hinter ihm immer klappt, erst hat er sich nur gewundert, bis er auf der Tankstelle an einer Türschwelle hängen blieb. So ein Pech auch, so gute Schuhe und nun schon die Hacken ab.
Das zweite Paar halbhohe Wanderschuhe waren an der Seite aufgeplatzt. Das hatte er Zuhause noch mit Klebstoff gerichtet ... für eine Weile. Hier in Norwegen hat er sich nun bei dem nassen Wetter immer nasse Füsse geholt.
Es blieb ihm nichts anderes übrig als ein paar neue Schuhe zu kaufen. Wie sieht das denn aus, wenn er wie ein Clochards herum läuft. Nun hat er ganz tolle Timberland Wander -und Bergschuhe “waterproof“.
Die Schnürsenkel waren nun wirklich noch gut und das momentan Wertvollste am Schuh ... also abnehmen und aufbewahren.
05.09.2021 - N 68°18'58“ E 14°42'59“ Sildpollneset
Tja, wir haben diesmal auf den Lofoten eine lange Regenperiode erwischt. Anders, als wir es von früheren Reisen her kennen, und wie es auch am ersten Tag am Raftsund war, reißt die tief hängende Wolkendecke nicht auf und löst die Konturen der Berge förmlich ins Nichts auf. Es sind praktisch keine vorhanden. So macht es keinen Sinn, Bilder zu schießen. Die Luft besteht nur aus Feuchtigkeit, da können keine scharfen Bilder zustande kommen. Trotzdem haben wir das eine oder andere Foto für den Blog gemacht.
Am späten Vormittag verlassen wir den ruhigen Ort Laukvik und treffen nach rund 20 Km wieder auf die E10 in Richtung Svolvaer. Der uns entgegenkommende Verkehr bestätigt unsere Vermutung, dass auch die Lofoten inzwischen förmlich überlaufen sind. Ein Wohnmobil und Wohnwagenanhänger nach dem anderen kommt uns entgegen. Was gut ist, diese fahren ja weg. Aber genauso viele fahren auch in unsere Richtung. Und wirklich viele Stellplätze können die Lofoten - auch aus Platzmangel - nicht bieten. Stellt sich die Frage, wo wollen wir heute Nacht stehen. Wir entscheiden uns für einen Rastplatz, der eigentlich nicht zum Übernachten gedacht ist, aber wir versuchen es trotzdem. Zwei andere Wagen gesellen sich noch zu uns.
Der Platz liegt ein ganzes Stück über Meereshöhe, sodass wir von einer angelegten Treppenanlage, hinab auf den Austnesfjord und die Halbinsel Sildpollneset sehen können, wenn der Regen es zulässt. Die Bilder zeigen die Witterungslage.
Die Strasse ist leider doch zu hören schon deshalb, weil stark befahren. Wir werden sehen wie es in der Nacht ist.
04.09.2021 - N 68°24'10“ E 14°24'57“ Laukvik
Wir sind heute Morgen gegen 6:00 Uhr aufgestanden, weil wir die in der Vorhersage erwartete Morgensonne erleben und die Lichtstimmungen fotografieren wollten. Um 4:00 Uhr früh war noch alles grau und es tröpfelte mal wieder, also noch einmal in die Kissen vergraben und die Augen zu gemacht. Gegen 6:00 Uhr wurde es dann auch Zeit, die Sonne hatte die Spitzen der Berge am Raftsund voll zum Strahlen gebracht. Die Spitzen waren wie mit Puderzucker bestäubt. Der Regen hat dort oben dies vollbracht. Obwohl die Bergspitzen nur so um 1000 m hoch sind, glaubt man nicht an Schnee und doch sind die Verhältnisse hier in der Arktikregion anders und für uns ungewohnt.
Momentan stehen wir in Laukvik, einem kleinen Fischerdorf am Midnattsolveien (Mitternachts-Sonnenweg) auf der Westseite der Lofoten. Die Westseite ist ansonsten landwirtschaftlich geprägt und bietet viel Grün und damit einen völlig anderen Eindruck und Anblick als das typische Lofotenbild der Ostseite mit ihren direkt steil aus dem Meer aufragenden, spitzen und schroffen Bergen. Wie der Straßenname schon verrät: hier kann im Sommer die Mitternachtssonne, die nie unter geht, bestaunt werden. Wenn man sich auf der Ostseite befindet bleibt es zwar auch 24 Stunden lang hell, aber die Sonne verschwindet am Abend hinter den Bergen.
03.09.2021 - N 68°20'11“ E 15°1'56“ Am Raftsund
Na, weit sind wir von unserem Rastplatz an der E10 heute nicht gekommen. Zu interessant waren die sich ständig verändernden, durch Wolken hervorgerufene Lichtstimmung die wir auf den Lofoten so lieben. Unseren ersten Bilder machen wir entlang des Raftsunds. Gerade die wechselnden Momente von bedecktem Himmel und dann wieder durchbrechende Sonnenstrahlen die den Weg durch die Wolken finden, sind das Interessante an solchen Tagen und besonders fotogen.
Digermulen haben wir erreicht und die uns bekannte Strecke abgefahren. Ja, die Erinnerung war ein wenig nebulös, Erkennungsmerkmale gibt es wenig, hat sich doch vieles geändert. Es sind nach unserem Gefühl etliche Neubauten hinzugekommen. Den Ort Digermulen hatten wir nicht so ausgedehnt in Erinnerung, durch die neuen Häuser sind wir auch ein wenig irritiert. Es ist ein paar Jahre her, das wir hier waren. Da verliert sich so manches im Gedächtnis. Unseren ehemaligen Nachtplatz unmittelbar an der Strasse und am Fjord weiter draußen, den haben wir gefunden. Die Straße ist heute asphaltiert und unserer Standplatz ist nun eine Straßen Ausweichbucht. Nicht so gut für Übernachtungen geeignet, weil es nun nachts schon dunkler ist. Es fahren zwar nicht viel Fahrzeuge vorbei, trotzdem wenn wir übersehen werden und jemand zu Schaden kommt, haben wir den Ärger. Außerdem ist der Platz windanfällig und man kann sich dann nicht nach dem Wind drehen wenn nötig. Also gehts zurück an den Raftsund, nachdem wir uns an den herrlichen Farben des Wassers, das an die Karibik erinnert, den Adlern und überhaupt satt gesehen haben.
Aber unsere Begrüßung an dem Platz war toll, alle Adler - so schien es - kamen gleich einmal vorbei geflogen, um “hallo“ zu winken. Wir waren angetan von der Menge Adler die dort herum fliegen. Heiko musste natürlich versuchen einige von denen in seine Kamera zu zwängen. Ist ihm anscheinend auch gelungen. Klar, wir haben schon bessere Bilder vorliegen, aber der Eifer packt einen dann doch. Schon auf dem Weg dahin scheuchten wir mit LEO Adler von ihrem Ansitz direkt an der Strasse auf. Eine vierköpfige Adlerfamilie über dem Wasser kreisend - das ist schon eher ein seltener Anblick und wir sind hellauf begeistert.
Durch unsere fehlende Erinnerung, haben wir heute noch eine andere Route genommen und wunderschöne kleine Buchten mit noch schöneren Grundstücken und Behausungen entdeckt. Sicher ein Geheimtip für Reiche die nicht wissen wohin mit dem Geld. Dort können sie es anlegen und in einer einsamen Ecke, wo kaum ein Tourist hinkommt, es sei denn er verfährt sich, kuschelige Wochenendhäuser oder Wohnsitze bauen.
Unser heutige Nachtplatz ist direkt am Raftsund und zwar auf der Höhe vom kleinsten Fjord, dem Trollfjord.
02.09.2021 - N 68°27'48“ E 15°19'56“ Rastplatz Fløvassveien
Nach dem Besuch der Orte Myre und Nyksund haben wir die Insel Langøya/ Vesterålen verlassen. Auf dem Rückweg regnete es natürlich in Strömen und die Strasse war mit tausend Schlaglöchern übersät. Auf dem Hinweg sind wir schon so gut es ging Slamom gefahren. Der Rückweg kam uns nun schlimmer vor, weil vom Vortag und den morgendlichen Fahrzeugen und zusätzlichem Regen die Löcher größer geworden schienen. War es nur Einbildung? Egal es waren Schlaglöcher, da mussten wir nun durch.
Um die Lofoten zu erreichen, müssen wir den Weg auf der 85 zurück über die Sortland Brücke nehmen um dann auf der E10 in Richtung Svolvaer. Es ist die einzige Strasse und führt durch etliche Tunnel bis nach Å dem letzten Ort auf den Lofoten. Unser Ziel für heute halten wir nicht ein und nehmen einen kuscheligen Rastplatz direkt an der E10 ein. Trotz einiger Entfernung zur Strasse, ist diese in der Nacht doch ziemlich deutlich zu hören. Besonders bei Regen sind Fahrgeräusche der Fahrzeuge schon von Weitem wahr zu nehmen.
01.09.2021
Heute Morgen waren wir doch sehr überrascht und hatten “Bammel“ von unserem gewählten Nachtplatz heil weg zu kommen. Es hatte die ganze Nacht durchweg geregnet. Kein Starkregen, aber doch dauerhaft, und das hat in bergigem Gelände ähnliche Folgen wie Starkregen. Von den steilen Berghängen stürzt das angesammelte Wasser über zig Wasserfälle nach unten. Wir standen ja am Ende eines Fjords auf einer Landzunge. Von den hoch aufragenden Hängen der Berge waren wir weit genug entfernt und noch durch eine Straße quasi geschützt. Nur zwischen unserer Landzunge und der Strasse war eine bewachsene riesige Fläche, die wohl als Auffangbecken diente. Und diese Fläche war nun durch ein Rohr unterhalb der Strasse allmählich vollgelaufen. Die Zuwegung zur Landzunge war schon erreicht. Mit anderen Worten, man musste befürchten, dass durch das hinzulaufende Wasser eine Durchnässung der Zuwegung (Strandsand) erreicht wird. Wie sich Seesand bei Durchnässung verhält, kennt man ja. Dort wo wir standen, war natürlich auch alles pitschenass, aber der Boden war fest und LEO stand auf seinen zusätzlichen “Beinen“. Helga wollte gleich nach dem Aufstehen und noch vorm Frühstück aufbrechen, Heiko wollte erst einmal Nervennahrung zu sich nehmen und dann ins “Verderben“.
Dann sind wir ganz langsam und vorsichtig von unserer etwas erhöhten Stellfläche in einer scharfen Kurve herunter auf die Zuwegung gefahren. LEO hat Hinterradantrieb und hinten Zwillingsbereifung, sicher war das eine große Hilfe beim Befahren des puddingartigen Seesandwegs. Aber es ging alles gut und LEO ist nicht einen Moment im nassen Sand weggesackt. Ein paar tiefere Schlaglöcher noch durchfahren, die steile Auffahrt auf die Strasse noch bewältigt und frei waren wir. Es klappte also alles viel besser als wir befürchtet hatten.
Abschied vom Camp Solbergfjord
Als sozusagen Abschluss unseres Aufenthaltes ergab sich noch ein seltener Glücksfall. Wir wussten, dass in den Steinen am Strand Fischotter leben und sich nur hin und wieder zeigen. Wenn man darauf achtet, entdeckt man sie eventuell. Helga hatte das unsagbare Glück vom Küchenfenster aus zum richtigen Zeitpunkt auf das abfließende Wasser am Strand zu blicken. Und sie traute ihren Augen nicht, da saß einer der Fischotter keine 15 m von uns entfernt und frass genüßlich einen Butt. Das weitere Glück war, dass wir es fotografisch festhalten konnten und der Otter durch die aufgemachte Tür vom LEO sich nicht gestört fühlte. Seht unsere Bilder.















































































































































































































































