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SKANDINAVIEN 2021

Du weißt doch, der jüngste Tag steht immer oben

 

27.09.2021

N 54°16'35“ E 10°11'58.4“

Gegen 16:30 sind wir wieder in Kiel gelandet bei 166200 Km-Stand. Unsere gesamte Rundreise von Deutschland über Schweden ans Eismeer und Touren in Norwegen und zurück betrug 9296 Km.

 

26.09.2021

N 55°41'3,5“ E 13°3'58“ Lomma

Alle Anstrengungen zum Wahltag noch in Kiel anzukommen und auch noch vor Schließung der Wahllokale, ist uns nicht gelungen. Wir hätten einen Tag eher den Endspurt beginnen müssen. So müssen die Kanzlerkandidaten der Parteien leider ohne unsere so wichtige Stimme auskommen müssen.

Malmö ist quasi in Reichweite, wir stehen an “den Toren“ der drittgrößten schwedischen Großstadt, in Lomma auf einem Segler Parkplatz, der nur auf wenige Parkplätze eingeschränkt ist. Gegenüber befindet sich ein riesiger Platz, den wir aber nur mit “Parkster“ einer schwedischen Park-App nutzen können, aber es doch nicht können, weil wir dazu eine schwedische Finanz ID benötigen und die haben wir nicht. So begnügen wir uns für diese Nacht mit ein wenig Einschränkung.

Unsere Rückreise ist eigentlich bis jetzt ziemlich glatt gelaufen, wir sind für schwedische Verhältnisse gut voran gekommen und werden morgen früh Brücke und Tunnel nach Kopenhagen benutzen. Im Laufe des Tages kann man dann hoffentlich mit uns in Kiel rechnen.

Bis dahin.

 

25.09.2021

N 63°58'36,3“ E 15°28'17,8“

Heute sind es gut 500 Km die wir geschafft haben, trotz Unterbrechung durch einen Unfall der einen Stau verursacht hat. Sonst sind wir super gut über Schwedens Straßen gekommen. Ein ganz anderes Fahrgefühl als in Norwegen. Die Straßen sind auch wesentlich besser, zumindest die Hauptstraßen. Ja, und da wir viel gefahren sind gibt es wenig zu fotografieren, besser gesagt rein gar nichts. Nur dort wo wir heute am See stehen können wir anbieten.

Uns bleiben nun noch rund 760 Km bis wir in Kiel sind.

24.09.2021

N 61°40'26,6“ E 15°3'18,5“ in Hamra, am Fluss Voxnan

Wenn wir länge Strecken an Kilometern angeben, kann es nur bedeuten, dass wir uns auf dem Rückweg befinden und Strecke machen wollen. Er beginnt der Rückweg zögerlich, weil man eigentlich noch nicht nach Hause will. Aber dann spielt das Wetter auch eine entscheidende Rolle dabei und die vergangenen Tage waren besonders motivierend. 

Den Vildmarksvegen haben wir in Strømsund verlassen und sind nun auf der E45 unterwegs nach Östersund.

Östersund ist ein großer Ort hier kaufen wir im Maxi ICA erst noch einmal ein. In diesem Supermarkt bekommt man so gut wie alles was der Mensch zum Leben braucht. Hier merken wir einmal wieder, dass die Preise gegenüber Norwegen um einiges günstiger sind. Statt 4 € für eine Bierdose, zahlt man hier gerade mal 1€. Das ist ja noch erschwinglich und so landen gleich ein Pack Bierdosen und ein paar Flaschen Porter im Warenkorb. Aber nach dem Einkauf freuen wir uns auf eine Thai Malzeit in Brunflo, ein Ort nach Östersund. So bleibt bei Helga heute die Küche kalt und das Geschirr sauber. 

Hinter Sveg benutzen wir wieder den Nachtplatz am Fluss Voxnan kurz vor Hamra, den wir schon auf der Hintour ausgewählt hatten. Diesmal stehen wir allein, dachten wir. Am Morgen sehen wir einen kleinen Van aus Deutschland der weit von uns entfernt wohl in der Nacht dort noch hin gefunden hat. 

Doppelt gemoppelt!

 

Eine nette Begebenheit erleben wir an der Brückenauffahrt in Strømsund über die wir schmunzeln mussten. Es gibt Bauarbeiten auf der Brücke, weithin sichtbar. Das Weiterfahren wird durch eine Ampel, die auf ROT steht verhindert. Es bildet sich zwangsläufig ein Stau. Dann kommt ein weisser Caddy als Lotse mit vielen warnenden gelben Lichtern rundherum über die Brücke gefahren und führt die Kolonne des Gegenverkehrs durch die Baustelle und über die Brücke. Wie man zu fahren hat, ist in der Baustelle penibel abgegrenzt, man kann gar nicht falsch fahren. Das Lotsen Mobil dreht um und stellt sich vor die wartende Schlage und wartet nun selbst bei ROT auf GRÜN, dass es zurück über die Brücke fahren kann. Erst bei GELB/ GRÜN beginnt die Führung über die Brücke unserer Warteschlange. Wir sind das erste Fahrzeug und bekommen deshalb alles genau mit.

 

23.09.2021

N 63°58'36,3“ E 15°28'17,8“ Allberget/ Strømsund Höhe 275 m

Heute legen wir nur rund 200 Km zurück und finden die Strecke von Bløsjøn bis Gäddede noch schön, aber was danach kommt ist langweilig. Eine Strasse auf der sogar 100 km/h gefahren werden darf und ohne jede Abwechslung. Da kommt uns, da auch der Regen wieder zunimmt, ein Platz kurz vor Strømsund gerade recht. Hier stehen wir wieder einmal am See bei Dauerregen und lassen den Tag schon früh für uns enden. Es gibt auch keine Bilder, denn bei dem Regen schickt man keinen Hund vor die Tür. Bis morgen.

 

22.09.2021

N 64°46'34,8“ E 14°2'33,6“ Höhe 518 m 

Der Sagavegen ist eine landschaftlich sehr reizvolle Strecke und jetzt im Herbst kaum befahren.  Die fantastischen Herbstfarben lassen die Landschaft in einem anderen “Licht“ erscheinen, so dass wir das Gefühl haben, noch nie hier gewesen zu sein. Wir erkennen die Strecke kaum wieder. Der Wetterbericht hat es angekündigt und wir sind vorbereitet auf die vor uns liegenden Regentage. Wir wollen uns dadurch die letzten Tage unserer Reise nicht vermiesen lassen und die wunderbare Herbststimmung mit dem leuchtenden gold-gelben Herbstlaub der Birken lässt keine miese Stimmung aufkommen. Ab und zu stielt sich doch noch der eine oder andere Lichtstrahl durch die Wolkendecke.

Hinter Dikanäs geht es rechts ab nach Stalon, wie oft in Skandinavien wird kurz vor Wintereinbruch die Straße erneuert. Nun haben wir  rund 25 Km gröbste Schotterstrecke zu bewältigen. Der Schotter ist noch nicht festgefahren und LEO eiert und schwimmt auf dem losen Zeug hin und her, was es nicht gerade vereinfacht, die Spur zu halten. Als das Baustellenende erreicht ist erleben wir “Achterbahn“ auf der Straße. Nur Fliegen ist schöner. Eine unglaublich beulige und kaputte Straße mit Eindellungen wie wir sie lange nicht mehr erlebt haben. Nur sachte Langsamfahrt sorgt dafür, dass wir auch morgen noch heiles Geschirr in den Schränken haben.

Hinter Stalon wird die Fahrerei erträglicher, nur leider hat es sich inzwischen  "eingeregnet".  LEO wird zum Wolkenkratzer, nicht weil er so hoch ist, sondern wir bewegen uns nun auf dem Stekenjokk-Fjell stellenweise auf einer Höhe von 700-850 m und  wir fahren in den Wolken. Das verhindert leider die wunderschöne Aussicht über das Fjell. Und anhalten und eine Weile spazieren gehen ist gar nicht drin. Nur gut, dass es noch 5° warm ist. Schnee und Eis auf der Fahrbahn hätten wir nun nicht so gerne. Am Store Bløsjøn, dem Großen Blauen See, finden wir einen Platz, den wir schon von früheren Fahrten her kennen. Es ist noch nicht so spät, aber die Strecke bis wir wieder auf der Hauptstraße sind, zieht sich bestimmt noch gut 100 km hin. Wir stehen hier nicht allein, ein Schwede hat sich diesen Platz auch gegönnt. Von den Farbeindrücken auf der Fahrt erzählen die wenigen Bilder unten.

21.09.2021

N 65°25'32“ E 14°39'8,4“ Höhe 518 m 

Der kleine Nachtplatz von dem unten die Rede war, befindet sich kurz vor Rognan. Beim letzten Mal hatten wir uns diesen Platz schon auserkoren, nur wegen der furchtbar vielen Mücken wieder verlassen. Jetzt wo es “kalt“ ist, hat man vor diesen Plagegeistern seine Ruhe und die haben wir ausgenutzt und herrlich geschlafen. Kein Wind hat an LEO gerüttelt, Kein Elch angeklopft nur Regen in der Nacht und der kann ja auch einschläfernd wirken, wenn er leicht und eintönig auf unser Schlafdach plätschert.

Der heutige Tag war mehr von Fahrerei geprägt. Wir nutzen dieses miese Wetter, um Strecke hinter uns zu bringen. Sehen kann man doch nicht viel und wie wir später merken, braucht man seine ganze Konzentration für die Straße. Unstimmigkeiten gibt es zwischen uns welche Straße wir nach Schweden nehmen wollen. Die E12 oder weiterhin die E6. Wir hatten nur Furcht vor den Höhen und der momentanen Wetterlage. Ein Kälteeinbruch in den  Bergen und wir haben Winter. Deshalb fiel die Entscheidung auf die E6 bis hinter Mo i Rana und von dort quer rüber nach Schweden. Wir hatten allerdings vergessen, dass die E6 auch über beträchtliche Höhenstrecken verfügt die wir über ein ca. 40 Kilometer langes Fjell bei einer Höhe von 570 m und einem sehr steifen Wind aus NordOst zu überwinden haben. Hinzu kommt noch , dass wir hinter einer Fahrzeugschlange im Konvoi mit einem Schwertransport fahren mussten. Aber auch das haben wir hinter uns gebracht und LEO hat die ewigen Steigungen in seiner eher gemächlichen Fahrweise erledigt. Auf der Strecke passieren wir auch den Polarzirkel und verlassen nun auch die offizielle Polar Region.

In Trofors nehmen wir die E6 und nun geht es ruhiger auf der 73 weiter in Richtung Schweden. Ab Hattfjelldal führt uns die 804 bis zur Abzweigung auf die 7346. Von hier haben wir eine fantastische Fahrt in der Herbstlandschaft mit all seinen Farben der Vegetation. Die Fahrt zieht sich wegen der Steigungen und Kurven zeitlich ein wenig hin. Aber durch den berauschenden Anblick der Natur macht es uns nichts aus. Die Grenze zu Schweden war glücklicherweise offen und kein Grenzpersonal zu sehen. Gegen 15:30 erreichen wir den ersten uns schon bekannten Rastplatz auf dem SAGAVEGEN. Wir sind in Schweden und werden hier übernachten.

20.09.2021

N 67°1'58“ E 15°4'3“ Misvaer/ Rognan Höhe 272m

Heute ist nun der Saltstraumen auf dem Programm. Die Fahrt dorthin führt über Fauske, wo wir noch vorsichtshalber tanken und entsorgen. Wir kommen gut voran, spüren aber immer wieder heftige Seitenhiebe. Der Wind ist ziemlich stark geworden und bedrängt uns auf der ganzen Strecke. Wir kennen den Saltstraumen von vorherigen Besuchen und wissen auch wo wir parken können. Warm verpackt erklimmen wir die steil ansteigende Brücke über den Straumen. Und oben auf der Mitte kann man keinen kontrollierten Schritt machen, so heftig drückt der Wind von der Seite. Ob das wohl brauchbare Aufnahmen geben wird ist sehr fraglich. Aber was soll's, einfach versuchen. Löschen kann man die Bilder immer noch. Der Wind treibt einem die Tränen in die Augen und aus Heikos Taschen bläst er ihm die letzten Tempotaschentücher und treibt diese in hohem Bogen auf die andere Seite der Brücke bis diese irgendwo verschwinden.

Helga macht schon kehrt, weil sie kaum noch aus den Tränen gucken kann und durch die Unkontrollierbarkeit der Schritte, sich unsicher auf der Brücke fühlt. 

Die Kamera ruhig halten ist kaum möglich. Man bildet es sich ein, dass man es kann. Heiko findet aber eine kleine Besserung der Windintensität, wenn er sich über das Geländer beugt, dann wird der Druck geringer und die Kamera kann tatsächlich ruhiger gehalten werden. Vielleicht hat das der Qualität der Bilder in punkto Schärfe geholfen. Auch er hält es nicht lange auf der Brücke auf und nach Rückkehr im Wagen, steht die Frage im Raum: fahren wir über die Brücke oder nicht. Als wir uns langsam vom Parkplatz wieder aufmachen, sehen wir auf der Anzeigetafel 19m/sec. Wind und wagen es LEO über die Brücke zu treiben. Und der fuhr ganz souverain und hat sich sicher gefragt warum wir ihm das nicht zutrauten.  

Nun sind wir auf dem Weg nach Schweden und machen für heute auf einem kleinen Platz, ab von der Strasse halt und übernachten hier. Ach ja, kurz bevor wir von der Hauptstrasse abbogen, treffen wir auf zwei halbstarke Elche. Heute Morgen schon einer der gemächlich über den Weg lief an dem wir frühstückten und nun zwei auf einmal. Wahnsinn, zwei Monate unterwegs und keinen Elch gesehen und nun an einem Tag gleich drei. So kann es weitergehen.

19.09.2021

N 67°40'54“ E 16°14'24“ Gjerdalsveien Höhe 539m

Wie schon öfter, halten wir uns auch diesmal nicht  an unsere Planung. Mit Blick auf Wetterlage und Nordlicht Möglichkeiten hat Helga einen ganz besonderen Platz ausfindig gemacht. Nämlich in den Bergen in gut 500 m Höhe. Nun werdet ihr denken, dass 500 m ja nun gar nichts ist. Hier im Norden in der Arktisregion sieht das aber anders aus. 500 m kann schon in nur wenig ungünstigen Situationen die Grenze zum Winter bedeuten. In einem Eintrag vom 13.9. d.J. in der StellplatzApp erzählt ein Nutzer, dass er hier den ersten Schneefall hatte. Vergleichbar dürfte diese Höhe in unseren Breiten vielleicht 2000 Meter bedeuten, genau wissen wir den Vergleich nicht, müsste man mal erurieren. Einige Berggipfel um die weite, baumlose Ebene herum tragen Schnee und einige kleinere Gletscher können wir in der Höhe ausmachen.

Die Schotterpiste, die zu der Höhe führt, ist gut zu befahren, wir hatten aufgrund der Beschreibung in der App schlimmeres erwartet. Die wenigen Schlaglöcher konnte LEO gut umfahren. Es ging bergauf und bergab, trotz des abgelegenen Ziels kommen uns bestimmt 3-4 Fahrzeuge entgegen. Na ja, es ist Sonntag und Norweger sind gern in der Natur. Die letzten 1-2 Kilometer waren z.T. recht steil, so schnaufte LEO im ersten Gang gemächlich den Berg an. Oben angekommen tat sich vor uns ein gewaltiges Panorama von Bergwelt auf. Menschen und Autos verschwanden quasi in den gewaltigen Dimensionen. Richtige Stellplätze gibt es hier natürlich nicht. Es sind natürliche Flächen, teilweise Schotter aber meistens felsiger Unterboden. LEO hier so auszurichten, dass er in der “Waage“ steht, ist nicht gut möglich. Und so wechseln wir von einem auf den anderen Platz, bis wir einen guten sicheren Stand fanden. Solange es noch hell ist, wollen wir noch eine klitzekleine Wanderung eine Anhöhe hinauf machen, um zu sehen, was sich auf der anderen Seite des Bergrückens befindet und wie die Aussicht von dort sein mag. Unsere Knie sind nunmal in die Jahre gekommen und jaulen rum, und so bleibt es dann bei klitzeklein. Aber die Aussicht von hier oben ist phänomenal.

Zum Abend hin hoffen wir wieder auf eine Nordlicht Gelegenheit, doch man sollte sich umfangreicher informieren. Heute ist Vollmond und dieser volle Mond steigt neben dem mächtigsten Berg langsam in die Höhe und macht alle Hoffnungen zunichte. Der Himmel strahlt ihn einem kalten, blauen Licht und da bleibt nicht viel Raum für ein gut sichtbares Polarlicht. Dafür ist es nahezu komplett wolkenfrei. Das nennt man Pech. Es ist schade, aber trotzdem ist die Szenerie mit den Bergsilhuetten wunderschön anzusehen. Heiko macht in Richtung Norden ein paar Fotos, weil er einen grünlichen Schimmer glaubt auszumachen. Die Vermutung ist richtig, aber die einzigen vorhandenen Wölkchen befinden sich ausgerechnet dort. Also kein Nordlicht, dafür macht es ein paar Nachtaufnahmen bei Mondlicht. 

So gegen 22:00 h wird der Wind in den Böen so stark, dass Heiko glaubt nachts kein Auge zu zubekommen. Mal kommt er aus Süd, dann wieder aus Nordost und mit einer Heftigkeit, dass wir lieber in die flachere Region abtauchen. Nach einigen Kilometern finden wir ein Plätzchen wie für uns geschaffen und ohne Wind. Es ist Zeit in die Koje zu verschwinden.

 

18.09.2021

N 67°59'18“ E 15°58'19“ Fjordbotn

Heute haben wir die Lofoten und Vesterålen mit der Fähre von Lødingen nach Bognes verlassen und haben uns als Nachtplatz einen unserer Lieblingsplätze auserwählt. Wir haben diesen Platz schon mehrere Male genutzt. Hier stehen wir in einem Seitenarm des Fjordbotn. Für Morgen haben wir uns vorgenommen früher als sonst aufzustehen, um den Saltstraumen (den stärksten Malstrom der Welt) noch einmal zu fotografieren. 

 

17.09.2021

N 68°24'10“ E 14°24'57“ Laukvik

Nach Verlassen unseres Platzes haben wir dem kleinen Ort Henningswaer noch einen Besuch abgestattet. Die Fahrt dort hin ist schon wegen der felsigen Landschaft ein kleines Erlebnis, wer es mag. 

Der Freitag sollte in Punkto Nordlicht nun alles rausreissen. Die Vorhersage prophezeite ein besonders starkes Nordlicht mit einer Stärke 5 von 9 Einteilungen. Also das Highlight. Doch es kam wie es kommen muss, auch heute dicht verhangener Himmel. Kein Stern zu sehen, nicht einmal ein Löchlein in den Wolken. Und doch war es vorhanden das Nordlicht. Es war sehr stark, dass das typische “Grün“ sogar durch die Wolkendecke zu erahnen war. Die Kamera hat es bewiesen, das bloße Auge hat dies nicht sehen können. Auch heute ist nichts mit neuen Nordlicht Fotos. Tut uns leid.

16.09.2021

N 68°16'1“ E 13°45'47“ Bøstad, Eggumsveien

Auch heute dreht sich wieder alles um das Nordlicht. Diesen Platz kannten wir ja nun schon von vor ein paar Tagen und deshalb waren die Voraussetzungen eigentlich gut. Nur hat der Himmel und seine Wolken nicht mitgespielt. Das Nordlicht war da, aber wegen dichter Wolkendecke für uns nicht wahrnehmbar. Also aller Aufwand umsonst. Heute keine Bilder.

 

15.09.2021

N 68°9'19“ E 13°24'49“ Myrland

In unseren Vorschau Apps für das Nordlicht haben gesehen, dass die Aussichten gut stehen noch einmal gezielt gutes Nordlicht zu beobachten. Aus diesem Grund haben wir uns diesen Platz zur Beobachtung ausgesucht. Tatsächlich hatten wir Glück und das Nordlicht setzte sogar recht früh ein. Es wurde fotografiert, was die Speicherkarte hergab. Und trotzdem wurde der Erfolg vom Tag zuvor nicht erreicht. Das Nordlicht war gut zu sehen, es war auch ausdrucksstark, aber die Variationen doch nicht so umfangreich wie gestern. Und es baute sich immer in einer Richtung auf. Allerdings war der Ring der sich um den Pol herum aufbaut diesmal sehr deutlich sichtbar und wäre nur mit einem Panorama Foto darzustellen gewesen. Aber darauf war Heiko nicht eingestellt und es fehlt ihm in diesem Fall sowieso an Übung. Es war aber nun der dritte Tag, dass wir Nordlicht erleben durften. 

14.09.2021

N 68°7'49“ E 13°17'50“ Vikten

Gestern sollte es doch noch einmal klappen, das Polarlicht zu sehen. Helga war vor mir ins Bett gegangen, ich hatte noch ein wenig am Tablet gespielt und machte mich, nachdem ich meine Müdigkeit verspürte, ebenfalls bettfein. Natürlich nicht ohne noch einmal einen Blick an den uns umgebenden Himmel zu werfen. Das Licht und die überwiegende Bewölkung sah komisch aus. So ein blaugrau mit hellem Mittelpunkt. Ich war mir nicht sicher und habe vorsichtshalber schnell die Kamera in Stellung gebracht. Und das war gut so. Nach der 2. Aufnahme war klar, es ist das Nordlicht. Es war wieder der Beginn einer immer stärker werdenden Lichterscheinung, die sogar unterschiedliche Formen annahm. Helga zu wecken war schon zu spät, denn der Spuk dauerte keine 10 Minuten.

Heute holt uns die Vergangenheit ein. Wir sind auf den Spuren von vor 17 Jahren. An der Stelle wo wir unsere ersten Lichtstimmungen bei gutem und schlechtem Wetter aufgenommen haben, in Vikten. Hier im Ort hat sich anscheinend nicht viel verändert, die Glasbläserei ist immer noch da und viel an neuen Behausungen konnten wir nicht feststellen. Wir vor einer Straßenkurve am Fjord. ImOrt trauten wir uns doch nicht, obwohl es eine Möglichkeit geben soll. Aber da muss man erst den Grundstückseigentümer fragen und dann stehen da eventuell noch andere WoMos. So sind wir allein und das ist O.K. so. 

Heute Morgen waren wir noch einmal in Nussfjord, in der Hoffnung dort wieder Adler beim Fischen zu beobachten. Aber das erwies sich als erfolglos, denn letztes Mal war ein Fischereiboot dabei sein Netz einzuholen und da fällt auch für Adler der eine oder andere Fang ab. Aber heute war das Fjordwasser spiegelglatt und kein Adler ließ sich sehen. Blieb uns nicht anderes übrig als beim Bäcker vorbei zu schauen und uns sein Gebäck einzuverleiben bei einer Tasse Kaffe aus dem Pappbecher. Und dann für 16 €.

13.09.2021

N 68°12'33“ E 13°30'25“ Uttakleiv

Standortwechsel nachdem wir gestern Nacht auf unserem Platz so mit Regen übergossen wurden, dass wir fast abgesoffen sind. Es waren schon Schlaglöcher wie Tische so groß vorhanden, aber der Regen hat den Boden so aufgeweicht, dass es uns heute Morgen nur ganz knapp gelang, den Platz zu verlassen. An der Einfahrt hat LEO sich nun mit zwei zusätzlichen tiefen Löchern verewigt. Aber auf ihn war wieder einmal Verlass, er hat uns sicher durch diese "Untiefen" gebracht.

Und heute Nacht ist endlich passiert, was wir uns erhofft hatten: Durch Zufall wird Heiko durch einen PKW wach, der zweimal an uns vorbei fuhr. Es war immerhin 1:20h da wird man schon aufmerksam wenn ein Fahrzeug an einem vorbei rauscht und das zweimal. Was sonst nur nervt, stellte sich diesmal letztlich als Grund zur Freude dar. Ein Blick aus dem Fenster zeigt am Himmel  ein grünes Lichtgebilde, zuerst nur schwach, die Wolkendecke war noch nicht aufgerissen. Es hatte schließlich ständig geregnet. Und siehe da, es war der Beginn des ersten Polarlichtes, das wir auf dieser Reise zu Gesicht bekommen. Helga geweckt und dann nichts wie raus auf die völlig durchnässte Grasnarbe auf der wir standen. Wir konnten nur Fotos mit dem Handy machen, eine andere Kamera fertig zu machen, hätte Zeit gekostet. Und man wußte nicht wie lange das Licht anhält. Seht die Fotos bitte nur als Beweis an, qualitativ sind sie nichts wert.

Aus dem etwas wagen Lichtschein über den Bergen entwickelte sich ein gut sichtbarer breiter Ring, der um die Polarzone zu liegen schien. Von dem Ring haben wir an unserem Standort den sichtbaren Teil direkt über uns gehabt, der sich immer weiter von West nach Ost fortsetzte. Nach etwas mehr als 20 Minuten war der Spuk dann vorbei.

Wir stehen nun an einsamer Stelle, geschützt auf der Wasserseite durch eine Art Deich, hinter uns durch einen Bergrücken, am offenen Atlantik auf der Nord-West-Seite der Lofoten am Uttakleiv-Strand. So sehen wir das Wasser zwar nicht, hören es aber und wir hoffen, dass wir durch den Schutz heute Nacht nicht durchgerüttelt werden. Vielleicht, vielleicht ... haben wir ja noch einmal Glück mit einem Polarlicht. Im Moment jedenfalls, es ist jetzt halb acht, haben wir eine aufgelockerte Bewölkung. Wenn der Himmel nicht wieder zuzieht könnte es ja sein. Wenn wir es nicht verschlafen. Ausserdem soll es richtig kalt werden. Die Vorhersage spricht von 3°. Wobei wir vergessen haben zu erwähnen, dass heute morgen die Berggipfel mit Puderzucker überstreut waren.

12.09.2021

N 68°0'11“ E 13°17'7“ Vestre Nesland

Wir lassen das Wochenende vorbei gehen, bevor wir uns neuen Dingen zuwenden. Vormittags tat eine kurze Wanderung über die nahe liegenden Berghügel ganz gut, die müden Knochen müssen doch bewegt werden. Da das Wetter sich heute ziemlich stark vom gestrigen unterscheidet, faulenzen wir nur und Heiko bearbeitet Bilder. Nachmittags beginnt es zu regnen, “hatten wir ja schon lange nicht mehr“.

Ansonsten haben wir nichts zu berichten.

11.09.2021

N 68°0'11“ E 13°17'7“ Vestre Nesland

Die Fischer am Hafen von Sund haben am Samstag ihre Arbeit auch später begonnen und so hatten wir ein sanftes, sonniges Erwachen. Ohne Lärm ohne Motorgeräusche, einfach herrlich und zu alledem scheint die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Die Berge spiegeln sich im spiegelglatten Wasser des Sundfjords, wenn das kein toller Tagesbeginn ist ... dann weiss ich auch nicht. Nach dem Frühstück fahren wir noch einmal ein paar fotogene Stellen an, um Bilder bei Sonne nachzuholen, was gestern nicht möglich war weil der Sonnenstand zum Motiv nicht passte. Z.B. eine riesige breite Felsenwand auf dem Weg zum Nussfjord. Oder der Strand von Ramberg, bei dem aber heute das Licht auch nicht passte.

Auf dem Weg schlug Helga noch eine neue Strecke vor, die wir offensichtlich bisher nie gefahren waren. Am Ende liegt ein kleiner Ort mit Namen Vestre Nesland und befindet sich auf dem gleichen Breitengrad wie Sund nur etwas östlicher. Der Weg dorthin ist ziemlich nüchtern, nichts Spektakuläres, einfach nur eine Strasse am Fjord entlang an dem auf nicht tiefen Grundstücken einfache Häuser stehen. Am Ende haben sich vermutlich besser “Betuchte“ ihr Häuschen gebaut. Auch die Grundstücke sind wohl größer. Doch vor dem eigentlichen Ort gibt es die eine oder andere befahrbare Fläche auf der kleine bis größere Fahrzeuge stehen können. Davon haben wir uns eine auserkoren, weil wir zum Wochenende mit überfüllten Plätzen rechnen, die bekannter und schneller angefahren sind. Hier wollen das Wochende verbringen und den ganzen Tag die Sonne genießen. Erfreulicherweise haben sich bis zum Abend 20:30 bisher keine weiteren Wohnmobile den Nachbarplatz ausgesucht, aber wer weiss schon ob nicht noch kurz vorm Dunkelwerden  einer auf die Idee kommt. Hier ist es ausgesprochen ruhig und geschützt.

Das Nordlicht soll am Freitag stattgefunden haben, wir haben es verpasst. Helga hatte sich nicht wohl gefühlt und war früher als sonst ins Bett gegangen und ich hatte am Blog gearbeitet. Pech gehabt, heute wollen wir wachsamer sein. Vielleicht haben wir Glück.

10.09.2021

N 68°0'19“ E 13°12'23“ Sund/ Lofoten

War wieder nichts mit dem Nordlicht. Das was unsere Region momentan erreicht ist zu schwach, um als beeindruckendes Ereignis wahrgenommen zu werden. Aber wir sind zuversichtlich, zum Wochenende kann sich vielleicht noch etwas tun.

Apropos Wochenende, dieses ist auf der Straße zu merken, nicht nur die Touristen Wohnmobile auch die Norweger sind zum Wochenende unterwegs und kommen uns einer nach dem anderen entgegen. Vorsorglich haben wir unseren hübschen Platz heute Morgen schon recht früh und ohne Frühstück verlassen. Wir wissen von anderen Events, die Norweger kennen keine Rücksicht. Wenn es erforderlich wäre, würden sie uns komplett einparken und um diesem Umstand zu entgehen, haben wir lieber das Weite gesucht.

Das Wetter zeigt sich heute von der guten Seite, prächtig lacht die Sonne uns ins Cockpit und wir wollen das ausnutzen um strahlende Bilder zu schießen.

Bald schon ist Leknes der nächst größere Ort erreicht. Wir sind erstaunt, wie enorm sich der Ort über die Jahre entwickelt hat. Früher eher ein bescheidener, nicht gerade aufregender Ort, sind bis heute viele Neubauten und sogar Siedlungen hinzu gekommen. Mit ca. 3500 Einwohnern (2018) ist es der zweitgrößte Ort nach Svolvaer auf den Lofoten.

In Leknes geht es ziemlich quirlig auf den Strassen zu. Als wir nach dem Ort auf der E10 nach Å abbiegen, wird es etwas ruhiger außer den ständig entgegenkommenden WoMos. Nach Leknes müssen wir durch einen Unterwassertunnel, der die Insel Vestvågøya mit der Nachbarinsel Flagstadøya verbindet. Auf dieser Strecke liegen die Orte Napp, Vikten, Flagstad, Ramberg und Sund wo wir heute Nacht stehen werden. Zuvor nutzen wir aber noch einen der gut ausgebauten Rastplätze vor dem Unterwassertunnel, um in aller Ruhe und Gelassenheit zu frühstücken.

Das Licht des heutigen Tages ist für unser Foto-Vorhaben ideal und so fahren wir über Hamnøy, Sakrisøy bis Reine, um unsere für euch schöne Bilder zu machen. Allesamt sind es besonders interessante und fotogene Orte und die Besonderheit an dieser Strecke sind einige Tunnel und Brücken die zu durchfahren sind bis man Reine erreicht. Noch haben wir Glück mit dem Licht, es kommt von der richtigen Seite und kann die Orte Hamnøy, Sakrisøy mit seinen gelben Holzhäusern und Reine gut in Szene setzen. Sakrisøy hat nach Heikos Meinung an Aussehen verloren. Schuld sind wohl die vielen Dorsch Trockengestelle die überall, wo sich ein Platz anbietet, aufgestellt wurden und damit den eigentlich hübschen Anblick des Ortes mächtig verschandeln. Am Ende unser heutigen Fahrt liegt Reine mit seiner beindruckenden Berg- und Wasserwelt in die der Ort wie eingebettet liegt. Da es hier einen Stellplatz mit allem Zubehör gibt, ist eine gute Gelegenheit für ausreichend Frischwasser für die nächsten Tage zu sorgen. Der Platz selbst ist anscheinend momentan geschlossen, jedenfalls ist nicht eindeutig zu ersehen, dass man auf den angrenzenden Parkplätzen übernachten darf. Besser wir suchen uns einen adäquaten Platz und setzen uns nicht dem Risiko einer Strafgebühr aus. Deshalb fahren wir die Strecke ein paar Kilometer zurück und übernachten in Sund einem winzigen Fischerort. Hier ist es hoffentlich in der Nacht ruhig, auch wenn die Fischer sicher morgens sehr früh ihre Arbeiten beginnen.

Die Fotos habe ich mit den Ortsnamen benannt.

09.09.2021

N 68°16'1“ E 13°45'47“ Bøstad, Eggumsveien

Wie wechselhaft das Wetter ist, kann man nur hier oben wirklich feststellen. Es ändert sich von Minute zu Minute. Nachdem wir gestern Abend glaubten, dass unsere Hoffnung, eine Aurora zu sehen, begraben sei, wurden wir eines Besseren belehrt. Gegen 1:00 h wacht Heiko auf, geht auf die Toilette und schaut nur so aus Routine noch einmal nach draußen. Der Himmel war teilweise völlig frei und ein ganz breiter langer Bogen in zartem Grün zeigte sich am Himmel. Ist das nun das Nordlicht oder nicht. Laut Internetseite waren ca. 15% Sicherheit gegeben. Helga wurde geweckt und sie schaute sich das mit an, meinte allerdings, es sähe nicht aus wie ein Nordlicht. In der Zeit, in der sie sich für die kalte Nacht draußen anzog, war die Intensität allerdings auch langsam verblasst. Ehrlich gesagt, haben wir es anders und intensiver in Erinnerung. Aber lassen wir das einfach mal so stehen.

Am späten Vormittag verlassen wir unseren Platz, zu dem sich abends noch zwei Fahrzeuge hinzu gestellt hatten, und setzen unsere Erkundungsfahrt um die Fjorde und Berge fort. Am Torvdalshalsen existiert ein Rastplatz mit einem Panorama Ausblick, dem sich kein Tourist entziehen kann. Auch wir bogen hier von der E 10 auf ab und machten einige Aufnahmen. 

 

Heute stehen wir einen Fjord weiter, wieder direkt am Wasser und erleben dieses Wechselspiel zwischen Regen, bewölkt und stellenweisem Sonnenlicht. Und während ich hier schreibe, können wir zwei Robben im Wasser ausmachen die immer mal wieder ihre Köpfe aus dem Wasser halten, einer kommt uns sogar bis auf geschätzte 60-70 m heran.

Hat es eben noch geregnet, bekommen die Wolken nun eine fantastische Färbung. Seht selbst.

 

Wir glaubten mit unserem heutigen Platz einen besonders ruhigen Platz eingenommen zu haben. Doch weit gefehlt. Gegenüber rottet sich eine Menge an Fahrzeugen, Wohnmobilen und Wohnwagen zusammen. Menschen hört man reden, telefonieren und helle Kinderstimmen. Nach genauem Betrachten durch das Fernglas entpuppt sich die Angelegenheit als eine Art Event des Motorsports. Das heißt für uns, morgen können wir unseren Platz verlassen, sollten wir vorhaben hier länger zu stehen, denn zum Wochenende wird hier die Luft von Motorenlärm angereichert sein und das ist nichts für unsere Ohren. 

Auch heute Nacht hoffen wir auf freie Himmelssicht und das Nordlicht. Ob wir das fotografisch ablichten, können ist noch fraglich.

08.09.2021

N 68°18'14“ E 13°52'29“ Haverringen/ 7728

Kilometer Zwischenstand 162749

Die Rationierung des Weins wurde konsequent eingehalten und morgen erst das nächste Glas verteilt. Unser Wunsch nach einem farbigen Sonnenuntergang wurde leider nicht erfüllt, aber der Abend zeigte sich von einer guten Seite und brachte noch ein wenig Licht gegen 19:00 in die abendliche Szenerie. Die Luft war ungewöhnlich klar nach dem vielen Regen. Die Sicht nach Nord war dadurch auch weit. Und um 20:45 lohnte das letzte Bild auch noch, danach ging alles schnell. Die Wolken kassierten das Licht der Abendsonne und es wurde wieder alles grau.

Morgens gegen 6:00 h wurden wir sehr ruppig geweckt, als LEO sich gegen die Sturmböen zur Wehr setzen schien. Er rüttelte und schüttelte sich, dass es uns sehr mulmig wurde und wir blitzschnell aufstanden und das Weite suchten, also eine Stelle die geschützter war. Des ganzen Fjord entlang war jedoch nichts schützendes zu finden und so stellten wir uns einfach ganz knapp an den Rand eines Buswendeplatz mit Haltestelle und frühstückten erst einmal.

Es regnete die ganze Zeit Bindfäden und wir stellten uns die Frage, was tun? In der Annahme, dass durch die unterschiedlichen klimatischen Verhältnisse sich um den nächsten Berg herum die Situation ändern könnte, fuhren wir einfach mit Gottvertrauen los. Ziel ist die Insel Gymsøya. Sie ist auf der Ostseite stark bewohnt und auf den Seiten Nord fast gar nicht und West zu einem kleinen Teil. Zwischendurch begleiteten uns ein paar Adler, die wir wegen der schlechten Lichtverhältnisse leider nicht fotografieren konnten, obwohl diese so nah über und vor uns flogen. Anschließend erkunden wir noch die Nachbarhalbinsel, ein Teil von Vestvågøya der Hauptinsel. Hier stoßen wir dann auch auf unseren heuten Stellplatz, ein nicht zu großer Rastplatz an dem Binnengewässer Urvatnet, vermutlich ein Brackwasser See mit Zulauf vom Nordmeer. Helga widmet sich dem Essen und Heiko repariert die Toilettentür, deren Klinke abgefallen ist. Und letztendlich kommt die Sonne hervor und Wolken verziehen sich allmählich, mal sehen ob der Abend wolkenlos wird. Wir drücken die Daumen, denn es besteht die berechtigte Möglichkeit Nordlicht zu erleben.

Es ist 21:12 Uhr und es beginnt wieder zu regnen. Gegen 19: 20 riss noch einmal die Wolkendecke viel versprechend auf und hüllte die umliegenden Berge in warmes Licht. Ein Grund die Kameras in Gang zu setzen. Dann schob sich langsam aber sicher die graue Wolkendecke wieder zusammen und begrub damit alle Hoffnung auf ein Nordlicht. Schade.

07.09.2021

N 68°18'19“ E 14°18'33“ Brenna

Die Nacht war regenfrei und sehr ruhig an dieser kaum befahrenen Strasse, ein Glück für uns. Kaum war der Tag angebrochen ging die Regenarie erneut los. Wegen der unzureichenden Sichtverhältnisse lohnt es nicht LEO zu bewegen. Man kann nichts sehen, die Berge sind verschwunden und Sicht vielleicht 1Km. Unsere Hoffnung liegt auf dem Nachmittag. Die Vorhersage prophezeit uns eine aufgelockerte  Bewölkung mit ein wenig Sonne. Dann ist immer noch Zeit LEO zu bemühen. Während ich hier Schreibe, bereitet Helga das Essen zu und hinter mir wird es spürbar heller. Schwache Konturen der umliegenden Berge werden tatsächlich sichtbar und lassen Einzelheiten klarer erscheinen.

Wir hatten so große Hoffnung, dass die Sonne uns aus der depressiven Phase heraus holt. Nach einigen zarten Versuchen die Wolken auseinander zu treiben behielten diese die Oberhand , aber ließen zumindest den horizontalen Blick klarer werden. Jetzt um 18:20 h haben sich ganz wenige Durchblicke auf blauen Himmel ergeben, aber jetzt bringt es nichts mehr, da die Sonne um 20:08 schon verschwindet. Vielleicht bildet sich nach Sonnenuntergang noch ein wenig Farbe am Himmel.

Es gibt zwar keinen Anlass, aber heute gönnen wir uns nach langer Abstinenz mal wieder ein Gläschen Wein von den 3 Flaschen die uns noch geblieben sind. Alle zwei Tage ein Gläschen, dann kommen wir noch ca. drei Wochen mit den 3 Flasche aus. Wein oder Bier hier in Norwegen kaufen, ist verrückt teuer. Eine Dose Bier 3-4€ je Marke (aber niederprozentiges Bier). Neulich hatten wir uns den Spaß erlaubt einmal in ins “Vinmonopolet“ in Svolvær zu gehen und nach Rum (Rumgrog für die kalten Tage) zu schauen. Da kostet ein Flasche 0,7 Ltr. einfacher Rum 34 €. Da hatten wir dann auf Grog keinen Appetit mehr.

 

Um 20:45 Uhr aufgenommen

Um 19:17 Uhr aufgenommen

Um 18:25 Uhr aufgenommen

Um 13:45 Uhr aufgenommen

06.09.2021

N 68°18'19“ E 14°18'33“ Brenna

Bis auf dass es heute fast den ganzen Tag nur regnet und “windet“, wir eingekauft haben, getankt haben, Gas aufgefüllt haben und Heiko die Hacken an seinen Wander-und Bergstiefeln verloren hat, gibt es nichts zu berichten.

Die Schuhe hatte er nun schon lange Zeit nicht mehr getragen, diese aber zu unserer ersten Reise nach Norwegen vor 17 Jahren gekauft. Mit einem Mal hat er sie wieder vorgekramt und festgestellt, dass sie sich ja noch gut tragen lassen. Sie saßen bequem und hatten guten Grip auf Steinen, von denen es in Norwegen ja nur so wimmelt. Für diese Region gerade das Richtige. Heute beim Tanken merkt er, dass es beim Gehen hinter ihm immer klappt, erst hat er sich nur gewundert, bis er auf der Tankstelle an einer Türschwelle hängen blieb. So ein Pech auch, so gute Schuhe und nun schon die Hacken ab.

Das zweite Paar halbhohe Wanderschuhe waren an der Seite aufgeplatzt. Das hatte er Zuhause noch mit Klebstoff gerichtet ... für eine Weile. Hier in Norwegen hat er sich nun bei dem nassen Wetter immer nasse Füsse geholt.

Es blieb ihm nichts anderes übrig als ein paar neue Schuhe zu kaufen. Wie sieht das denn aus, wenn er wie ein Clochards herum läuft. Nun hat er ganz tolle Timberland Wander -und Bergschuhe “waterproof“. 

Die Schnürsenkel waren nun wirklich noch gut und das momentan Wertvollste am Schuh ... also abnehmen und aufbewahren.

 

05.09.2021

N 68°18'58“ E 14°42'59“ Sildpollneset

Tja, wir haben diesmal auf den Lofoten eine lange Regenperiode erwischt. Anders, als wir es von früheren Reisen her kennen, und wie es auch am ersten Tag am Raftsund war, reißt die tief hängende Wolkendecke nicht auf und löst die Konturen der Berge förmlich ins Nichts auf. Es sind praktisch keine vorhanden. So macht es keinen Sinn, Bilder zu schießen. Die Luft besteht nur aus Feuchtigkeit, da können keine scharfen Bilder zustande kommen. Trotzdem haben wir das eine oder andere Foto für den Blog gemacht.

Am späten Vormittag verlassen wir den ruhigen Ort Laukvik und treffen nach rund 20 Km wieder auf die E10 in Richtung Svolvaer. Der uns entgegenkommende Verkehr bestätigt unsere Vermutung, dass auch die Lofoten inzwischen förmlich überlaufen sind. Ein Wohnmobil und Wohnwagenanhänger nach dem anderen kommt uns entgegen. Was gut ist, diese fahren ja weg. Aber genauso viele fahren auch in unsere Richtung. Und wirklich viele Stellplätze können die Lofoten - auch aus Platzmangel -  nicht bieten. Stellt sich die Frage, wo wollen wir heute Nacht stehen. Wir entscheiden uns für einen Rastplatz, der eigentlich nicht zum Übernachten gedacht ist, aber wir versuchen es trotzdem. Zwei andere Wagen gesellen sich noch zu uns. 

Der Platz liegt ein ganzes Stück über Meereshöhe, sodass wir von einer angelegten Treppenanlage, hinab auf den Austnesfjord und die Halbinsel Sildpollneset sehen können, wenn der Regen es zulässt. Die Bilder zeigen die Witterungslage.

Die Strasse ist leider doch zu hören schon deshalb, weil stark befahren. Wir werden sehen wie es in der Nacht ist.

 

04.09.2021

N 68°24'10“ E 14°24'57“ Laukvik

Wir sind heute Morgen gegen 6:00 Uhr aufgestanden, weil wir die in der Vorhersage erwartete Morgensonne erleben und die Lichtstimmungen fotografieren wollten. Um 4:00 Uhr früh war noch alles grau und es tröpfelte mal wieder, also noch einmal in die Kissen vergraben und die Augen zu gemacht. Gegen 6:00 Uhr wurde es dann auch Zeit, die Sonne hatte die Spitzen der Berge am Raftsund voll zum Strahlen gebracht. Die Spitzen waren wie mit Puderzucker bestäubt. Der  Regen hat dort oben dies vollbracht. Obwohl die Bergspitzen nur so um 1000 m hoch sind, glaubt man nicht an Schnee und doch sind die Verhältnisse hier in der Arktikregion anders und für uns ungewohnt. 

Momentan stehen wir in Laukvik, einem kleinen Fischerdorf am Midnattsolveien (Mitternachts-Sonnenweg) auf der Westseite der Lofoten. Die Westseite ist ansonsten landwirtschaftlich geprägt und bietet viel Grün und damit einen völlig anderen Eindruck und Anblick als das typische Lofotenbild der Ostseite mit ihren direkt steil aus dem Meer aufragenden, spitzen und  schroffen Bergen. Wie der Straßenname schon verrät: hier kann im Sommer die Mitternachtssonne, die nie unter geht, bestaunt werden. Wenn man sich auf der Ostseite befindet bleibt es zwar auch 24 Stunden lang hell, aber die Sonne verschwindet am Abend hinter den Bergen. 

03.09.2021

N 68°20'11“ E 15°1'56“ Am Raftsund

Na, weit sind wir von unserem Rastplatz an der E10 heute nicht gekommen. Zu interessant waren die sich ständig verändernden, durch Wolken hervorgerufene Lichtstimmung die wir auf den Lofoten so lieben. Unseren ersten Bilder machen wir entlang des Raftsunds. Gerade die wechselnden Momente von bedecktem Himmel und dann wieder durchbrechende Sonnenstrahlen die den Weg durch die Wolken finden, sind das Interessante an solchen Tagen und besonders fotogen.

 

 

Digermulen haben wir erreicht und die uns bekannte Strecke abgefahren. Ja, die Erinnerung war ein wenig nebulös, Erkennungsmerkmale gibt es wenig, hat sich doch vieles geändert. Es sind nach unserem Gefühl etliche Neubauten hinzugekommen. Den Ort Digermulen hatten wir nicht so ausgedehnt in Erinnerung, durch die neuen Häuser sind wir auch ein wenig irritiert. Es ist ein paar Jahre her, das wir hier waren. Da verliert sich so manches im Gedächtnis. Unseren ehemaligen Nachtplatz unmittelbar an der Strasse und am Fjord weiter draußen, den haben wir gefunden. Die Straße ist heute asphaltiert und unserer Standplatz ist nun eine Straßen Ausweichbucht. Nicht so gut für Übernachtungen geeignet, weil es nun nachts schon dunkler ist. Es fahren zwar nicht viel Fahrzeuge vorbei, trotzdem wenn wir übersehen werden und jemand zu Schaden kommt, haben wir den Ärger. Außerdem ist der Platz windanfällig und man kann sich dann nicht nach dem Wind drehen wenn nötig. Also gehts zurück an den Raftsund, nachdem wir uns an den herrlichen Farben des Wassers, das an die Karibik erinnert, den Adlern und überhaupt satt gesehen haben. 

Aber unsere Begrüßung an dem Platz war toll, alle Adler - so schien es - kamen gleich einmal vorbei geflogen, um “hallo“ zu winken. Wir waren angetan von der Menge Adler die dort herum fliegen. Heiko musste natürlich versuchen einige von denen in seine Kamera zu zwängen. Ist ihm anscheinend auch gelungen. Klar, wir haben schon bessere Bilder vorliegen, aber der Eifer packt einen dann doch. Schon auf dem Weg dahin scheuchten wir mit LEO Adler von ihrem Ansitz direkt an der Strasse auf. Eine vierköpfige Adlerfamilie über dem Wasser kreisend - das ist schon eher ein seltener Anblick und wir sind hellauf begeistert.

 

Durch unsere fehlende Erinnerung, haben wir heute noch eine andere Route genommen und wunderschöne kleine Buchten mit noch schöneren Grundstücken und Behausungen entdeckt. Sicher ein Geheimtip für Reiche die nicht wissen wohin mit dem Geld. Dort können sie es anlegen und in einer einsamen Ecke, wo kaum ein Tourist hinkommt, es sei denn er verfährt sich, kuschelige Wochenendhäuser oder Wohnsitze bauen.

Unser heutige Nachtplatz ist direkt am Raftsund und zwar auf der Höhe vom kleinsten Fjord, dem Trollfjord.

 

02.09.2021

N 68°27'48“ E 15°19'56“ Rastplatz Fløvassveien

Nach dem Besuch der Orte Myre und Nyksund haben wir die Insel Langøya/ Vesterålen verlassen. Auf dem Rückweg regnete es natürlich in Strömen und die Strasse war mit tausend Schlaglöchern übersät. Auf dem Hinweg sind wir schon so gut es ging Slamom gefahren. Der Rückweg kam uns nun schlimmer vor, weil vom Vortag und den morgendlichen Fahrzeugen und zusätzlichem Regen die Löcher größer geworden schienen. War es nur Einbildung? Egal es waren Schlaglöcher, da mussten wir nun durch.

Um die Lofoten zu erreichen, müssen wir den Weg auf der 85 zurück über die Sortland Brücke nehmen um dann auf der E10 in Richtung Svolvaer. Es ist die einzige Strasse und führt durch etliche Tunnel bis nach Å dem letzten Ort auf den Lofoten. Unser Ziel für heute halten wir nicht ein und nehmen einen kuscheligen Rastplatz direkt an der E10 ein. Trotz einiger Entfernung zur Strasse, ist diese in der Nacht doch ziemlich deutlich zu hören. Besonders bei Regen sind Fahrgeräusche der Fahrzeuge schon von Weitem wahr zu nehmen. 

 

01.09.2021

Heute Morgen waren wir doch sehr überrascht und hatten “Bammel“ von unserem gewählten Nachtplatz heil weg zu kommen. Es hatte die ganze Nacht durchweg geregnet. Kein Starkregen, aber doch dauerhaft, und das hat in bergigem Gelände ähnliche Folgen wie Starkregen. Von den steilen Berghängen stürzt das angesammelte Wasser über zig Wasserfälle nach unten. Wir standen ja am Ende eines Fjords auf einer Landzunge. Von den hoch aufragenden Hängen der Berge waren wir weit genug entfernt und noch durch eine Straße quasi geschützt. Nur zwischen unserer Landzunge und der Strasse war eine bewachsene riesige Fläche, die wohl als Auffangbecken diente. Und diese Fläche war nun durch ein Rohr unterhalb der Strasse allmählich vollgelaufen. Die Zuwegung zur Landzunge war schon erreicht. Mit anderen Worten, man musste befürchten, dass durch das hinzulaufende Wasser eine Durchnässung der Zuwegung (Strandsand) erreicht wird. Wie sich Seesand bei Durchnässung verhält, kennt man ja. Dort wo wir standen, war natürlich auch alles pitschenass, aber der Boden war fest und LEO stand auf seinen zusätzlichen “Beinen“. Helga wollte gleich nach dem Aufstehen und noch vorm Frühstück aufbrechen, Heiko wollte erst einmal Nervennahrung zu sich nehmen und dann ins “Verderben“.

Dann sind wir ganz langsam und vorsichtig von unserer etwas erhöhten Stellfläche in einer scharfen Kurve herunter auf die Zuwegung gefahren. LEO hat Hinterradantrieb und hinten Zwillingsbereifung, sicher war das eine große Hilfe beim Befahren des puddingartigen Seesandwegs. Aber es ging alles gut und LEO ist nicht einen Moment im nassen Sand weggesackt. Ein paar tiefere Schlaglöcher noch durchfahren, die steile Auffahrt auf die Strasse noch bewältigt und frei waren wir. Es klappte also alles viel besser als wir befürchtet hatten.

31.08.2021

N 68°41'1“ E 17°26'41“

Wie an den Koordinaten schon zu erkennen ist, sind wir nicht mehr bei Rolf im Camp. Seit Heikos Laptop Ladegerät endlich eingetroffen ist, haben wir uns von Rolf verabschiedet. Zugegeben es fiel schwer, aber wir haben ja noch etwas vor und müssen die Zeit nutzen, bevor uns der hier sehr früh einsetzende kalte Jahreszeit überholt.

Wie stehen am Flachwasser am Ende eines Fjords auf einem Rastplatz und es Regnet was das Zeug hält. Alles ringsherum ist grau in grau. Von Bergen kaum eine Spur. Da ist wohl frühes Schlafen gehen angesagt.

Den Blog wird Heiko nach und nach aktualisieren und mit versprochenen Fotos versehen. Also in den nächsten Tagen mal zurück blättern und die Aktualisierung ansehen. Bei dem Regen kann man keine Fotos machen ohne die Kamera Gefahren auszusetzen.

 

N 68°59'6“ E 15°1'44“ Nyksundveien

Nun sind wir auf den Vesteralen (Nachbar Inselgruppe der Lofoten) und haben unser Ziel Nyksund erreicht. Nyksund war eine alte verlassene Walfang Station im Norden. Deutsche Studenten haben diesen Ort neu entdeckt und eine Renovierung der teilweise sehr verfallenen Holzbauten in Gang gesetzt. Mehr hierzu per Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Nyksund

Unweit vom Ort ist nun unser Nachtplatz direkt am Europäischen Nordmeer noch innerhalb des Polarkreises. Morgen wollen wir die Lofoten erreichen.

30.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Heute ist ein miesepetriger Tag, es regnet im Intervall und ist kalt. Wir haben zwar morgens noch draussen gefrühstückt, doch im Laufe des Tages hat sich das Blatt gewendet.

Aber das Ladegerät für den Laptop in gelandet. Stellt euch vor, die Post hier hat allein für Zollabwicklungs-Dienstleistung 240 NKr./ 24 € verlangt. Wenn man alles zusammen addiert, hätten wir uns hier in Norwegen ein “vergoldetes“ zulegen können. Rolf hat es mit einem Pickup Code/ heltekode im Supermarkt (das ist die Poststelle) abgeholt. Die Sorge sind wir los und sind um eine besondere Erfahrung reicher.

Abschied vom Camp Solbergfjord

Als sozusagen Abschluss unseres Aufenthaltes ergab sich noch ein seltener Glücksfall. Wir wussten, dass in den Steinen am Strand Fischotter leben und sich nur hin und wieder zeigen. Wenn man darauf achtet, entdeckt man sie eventuell. Helga hatte das unsagbare Glück vom Küchenfenster aus zum richtigen Zeitpunkt auf das abfließende Wasser am Strand zu blicken. Und sie traute ihren Augen nicht, da saß einer der Fischotter keine 15 m von uns entfernt und frass genüßlich einen Butt. Das weitere Glück war, dass wir es fotografisch festhalten konnten und der Otter durch die aufgemachte Tür vom LEO sich nicht gestört fühlte. Seht unsere Bilder.

 

29.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Es gibt nicht jeden Tag Nennenswertes zu berichten. Aber eines doch, der „Platz“ ist leer. Unsere Nachbarn sind heute, Sonntag allesamt wieder abgereist. Gegen 15:00 Uhr machte sich der letzte Wagen vom Acker. Wir atmen auf. Die Ruhe kehrt wieder ein.

Und zur Feier des Tages machte Helga die Fischsuppe heiß, die sie durch Rolf erhalten hatte. Alles was Recht ist, sie war geschmacklich einwandfrei. Heikos Lob „konnte man essen“.

Für uns ist dieser Sonntag wieder ein Gammeltag. Wir sind die Nachbarn los, ein kleiner Kastenwagen aus Tecklenburg steht weit von uns entfernt, aber auf dem gleichen Abschnitt des Platzes und wir genießen die Ruhe. Wer weiß schon wie lange das so anhalten mag.

28.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Der Morgen ist grau aber milde. Wir frühstücken sogar draußen. Die Nachbarn, es sind mittlerweile 10 Mobile, die uns in die „Zange genommen haben, verhalten sich ruhig und kommen allmählich teils sicherlich verkatert aus ihren Behausungen. Hier und da entstehen kleine Grüppchen in denen geplaudert wird. Man merkt, sie wissen momentan nicht viel mit sich und dem Morgen anzufangen. Im Hintergrund zupft der Musiker ganz zart an den Saiten seiner Gitarre, aber kein Einziger summt nur dazu und so verstummen auch die Gitarren Klänge wieder.

Heiko macht seine morgendliche Arbeit, Wassertank auffüllen und Grau/Schwarzwasser entsorgen. Danach eine kurze Bauinspektion bei Rolf, der heute wohl verschlafen hat, oder neue Gäste abholt. Jedenfalls ist er nicht an Ort und Stelle. Der Hallenbau nimmt Gestalt an und für Heiko ist es interessant dies mit zu verfolgen. Vielleicht braucht er dieses Wissen ja eines Tages, wenn es einen neuen Geräteschuppen im Garten im Rohsängerweg benötigt.

27.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Die Zeit schleppt sich so dahin. Wir sind ja gerne hier, aber nun entwickelt sich, durch das Warten auf das Postpaket, das Gefühl und der Wunsch weiter fahren zu wollen. Nun gehen uns auch die Norweger, die nicht genug vom Feiern und Trinken bekommen, auf die Nerven. Besonders dann, wenn sie spät abends laut redend am LEO hin und her laufen und nicht verstehen, dass andere sich gestört fühlen. Für uns nicht nachvollziehbar, einerseits halten sie von Wohnmobil zu Wohnmobil einen spürbar großen Abstand ein, andererseits laufen sie einem durch das nach draußen erweiterte „Wohnzimmer“ und steigen noch über unsere Beine hinweg. Wie schon früher einmal angedeutet, liegt es wohl an unserer Empfindlichkeit. Oder andere Länder andere Sitten. 

 

 

 

 

 

 

Fischsuppe

 

 

 

Helga hat heute Abend von Rolf Fischsuppe erhalten. Einer seiner Gäste hat wohl zu viel Fisch gefangen und davon nun Fischsuppe gemacht. Sie ist sich noch nicht schlüssig was sie machen soll. Zubereitetes Essen von Menschen die sie nicht kennt, ist ihr suspekt. Erst einmal in den Kühlschrank damit.

Der Abend ist witterungsmäßig kalt und windig, sodass man draußen sitzen nicht lange aushält und wenn doch, ist es zumindest ungemütlich. Selbst unseren „Nachbarn“ ist das Singen ausgegangen, die Bierlaune jedoch ist geblieben.

Das Postpaket ist immer noch nicht da, man kann’s jedoch bei der norwegischen Post verfolgen. Es sieht momentan für uns so aus, dass Deutschland allein 7 Tage benötigt hat, das Päckchen nach Oslo zu transportieren. Es ist in Oslo am 26.08. zollmäßig behandelt worden und seit heute von dort zu uns unterwegs. Rolf rechnet am Mo - Di mit der Zustellung. 

26.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Ein Bilderbuch Tag heute, Sonne den ganzen Tag, ganz wenig Wind und wärmer als die letzten Tage. Ein bisschen Wäsche wird gewaschen und zwischen LEO und einer nahe stehenden Holzhütte aufgehängt. Die Nachbarn sind noch nicht ganz nüchtern und werden es wohl auch bis zum Abend nicht sein, weil sie schon am Vormittag mit der Bierdose in der Hand herum laufen. Der Sänger trällert hin und wieder was von Harry Belafonte, den „Bana Boat Song“. Er scheint diesen „Ohrwurm“ nicht los zu werden. Immer wieder ruft er Heyja heyjajaja. Wir nehmen es gelassen. Es ist ja alles friedlich und keiner wird ausfallend. Wir sind gespannt wie der Abend werden wird.

Helga macht zum Abend hin Fischfrikadellen. Sie hat tiefgefrorenen Fisch von Rolf erhalten, der von angereisten Gästen zwar gefangen, aber nach Abreise nicht mitgenommen worden ist. So haben wir für ein paar Tage zu essen. Auch Heilbutt ist dabei, der wird aber wieder gebraten zu gegebener Zeit.

Der Abend endet grandios mit fast wolkenlosem Himmel und entsprechendem Sonnenuntergang. Und die Stimmung neben an nimmt zu. Natürlich haben sich noch weitere Gäste hinzu gesellt. Wieder wird gelacht, gesungen und bekannte Musik gespielt. Wenn es den zu kalt wird, wird es auch bald ein Ende haben.

Und das Ladegerät ist wieder nicht gekommen. Heiko wird nun allmählich ungeduldig und kann nur auf morgen hoffen.

25.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Nach den letzten Tagen juckt uns abermals die Lust auf Abwechslung. Da wir die Insel Senja täglich buchstäblich vor Augen haben, wollen wir diesmal die nördliche Route abfahren. Und obwohl man Erinnerungen von unseren letzten Reisen hat, fällt auf, wie viel man vergessen hat oder anders erinnert. Hinzu kommt, dass Norwegen schlecht passierbare Straßen nun großzügig ausbaut, so dass man die Streckenabschnitte kaum wieder erkennt. Auf dieser Route zum Gryllefjord wollen wir auch eine Fährfahrt nach Andenes auf den Vesteralen erfragen. Wann, wie und welche Zeit z.B. - Auch auf dieser Route ereilt uns das gleiche Schicksal wie vor Tagen bei unserer Inselfahrt. Straßen- und Felsenbohrarbeiten die den Verkehr mehr als eine Stunde am Durchfahren hindern. So ist also der Ort Hamn erreicht, aber von hier geht es wieder zurück zum Solbergfjord, unserem Platz. Trotzdem war es schön, das Wetter hat richtig gut mitgemacht und die Erinnerungen konnten auf den aktuellen Stand upgedated werden.

 

Der Tag wird mit einem Feuer im Topf, Wein im Glas und Blick auf Sonnenuntergag beendet. Unsere Nachbarn, die tagsüber in unmittelbarer Nähe Platz gefunden haben, sind lustig, ausgelassen und ein wenig „schicker“. Es wird gesungen und mit Gitarre begleitet. Gesungen und gespielt werden uns nicht unbekannte Klänge. Gott sei gedankt keine moderne Musik mit viel Bässen und ohne Sinn und Zusammenhang.

Und der Ladeadapter ist immer nicht eingetroffen. Rolf sagt scherzhaft „jaaa die Deutsche Post und die Norwegische“, da müsst ihr noch ein paar Wochen bleiben.

Heute hat Helga übrigens den Heilbutt zubereitet und was sollen wir sagen, er hat hervorragend geschmeckt. Ist jedem mal zu empfehlen.

 

24.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Der Ladeadapter ist bis heute Morgen noch nicht eingetroffen. Eine so lange Lieferzeit hat Heiko nicht erwartet. Glücklicherweise ist heute wieder einer von den Tagen, an den man zu nichts Lust hat.. Wir wollten eigentlich heute abreisen und uns anderen Inselbereichen widmen. Was soll‘s.

User Nachbar, ein Leipziger junger Außendienstler vom Kfz-Vertrieb, hat geangelt un einen 80 cm langen  Heilbutt erwischt. Da er allein reist und so viel Fisch nicht allein essen kann, haben wir uns erbarmt und ihm ein Filet des Fisches abgenommen. Noch nie haben wir weißen Heilbutt gegessen. Geräucherten schwarzen Heilbutt schon und von dem waren wir nicht so angetan. Wir sind gespannt wie der gebraten schmecken wird.

23.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Heiko ist voller Erwartung. Ob sein Ladeadapter heute eintreffen wird? Mal sehen ob es klappt. In Norwegen wird ja viel per Lufttransport erledigt, anders als in Deutschland wo LKWs den Transport vornehmen. Dafür sind in Norwegen die Entfernungen einfach zu weit.

Im Übrigen hat die Wettervorhersage heute krass daneben gelegen. Die Absprache zwischen Wetter und Vorhersage hat nicht funktioniert. Statt versprochener Trockenheit heute, regnet es und die Kälte (9,5°) hat zugenommen. Regen war für morgen vorgesehen. Es ist auf nix mehr Verlass.

 

22.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Nachdem wir gestern so gegen 19:00 Uhr wieder unseren Platz bei Rolf eingenommen haben, hatten sich etwa 9-10 „Eintagsfliegen“ eingefunden. Eintagsfliegen deshalb, weil die am Tage kommen, über Nacht bleiben und nächsten Morgen wieder verschwinden. Heute sind wir am Abend auf dem gesamten Platz nur 3 WoMo‘s. So haben wir es am liebsten. 
Täglich kommen in die sechs Appartements neue deutsche Grüppchen, um nur im Fjord fischen zu können. Eine 4-köpfige Männergruppe hat gestern 35-40 kapitale Dorsche und zwei Heilbutts von1,30 m Länge gefangen. Von diesen nehmen sie nur die Filets mit nach Deutschland. Achtzehn Kilo Fischfilet darf jede Person ausführen. Alles was beim Filetieren über bleibt, wird dem Meer zurück gegeben. Und von den Gruppen gibt es viele die deshalb nach Norwegen kommen. Natürlich auch deshalb, weil der Angel Tourismus von den Norwegern stark beworben wird. Etliche Touristen, überwiegend Männer, kommen nur des Angelns wegen hier her. Sind den ganzen Tag auf dem Wasser, angeln, werfen die Fische wieder zurück und nehmen nur mit, was sie abends zubereiten können. 
Wir glauben, dass das nicht mehr lange gut gehen kann. Norwegen wird das wohl bald erneut mengenmäßig  reglementieren.

Wir hatten Glück und bekamen von der 4-köpfige Männergruppe die Filets von einem Fisch mit der Bezeichnung LUMB. Kannten wir vorher nur vom Hörensagen. Schmeckte aber sehr gut, ähnlich wie das Fleisch vom Steinbeißer. Man fängt ihn nur in Wassertiefen so bei 180 m. Er hat eine lederartige Haut und relativ festes Fleisch. Durchschnittliche Länge von 80-90 cm und wird bis zu 20 Jahre alt.

Und so haben wir heute mal wieder Fischtag gehabt.

Ansonsten war das Wetter wieder erträglich mild, stellenweise schielte die Sonne zur Erde herab und es war den ganzen Tag trocken, bis auf 4-5 verirrte Tropfen.

 

21.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Heute scheint das Wetter günstige Voraussetzungen zu schaffen, um unsere Tour zur Insel Senja vorzunehmen. Es ist aufgelockerte Bewölkung angesagt, zum Fotografieren ideal. Also beginnen wir unseren Trip von rund 90-100 Km zur Insel. Uns liegt da ein ganz bestimmter Weg am Herzen, den liebt Helga vor allem so. Es ist eine weite, rauhe, bergige und doch liebliche Landschaft. Auf dieser Tour kann man reichlich Interessantes erleben. Schäumende Wasserfälle, wenn viel Wasser vorhanden ist. Weite und hohe Berge mit Tälern in denen Flüsse meandern und Moore liegen. Eine Strasse die zum Silfjord hin viele Serpentienen hat. Einfach wahnsinnig interessant, wenn man ein Faible dafür hat. Zu dem Zeitpunkt, als wir ein weites Tal durchfahren, war wieder Nebel um die Berge herum aufgezogen und die Landschaft erhielt einen mystischen Eindruck. Kurz vor dem Silfjord wurde unsere Weiterfahrt leider um fast eine Stunde auf der Hinfahrt unterbrochen. Ein Bautrupp von Spezialkräften bohrten mit einem Kran, der die ganze Straße einnahm, die Felsen an, um dort spezielle Auffangnetze anzubringen. Dies war wohl erforderlich geworden, als einige Felsen sich selbsständig gemacht haben und Felsbrocken in Richtung Strasse gefallen waren. Das gleiche Spiel auch wieder auf der Rücktour. 

Auf der ganzen Strecke hat sich einiges seit unserem letzten Besuch getan. So ist eine völlig neue, sehr großzügig angelegte Strasse mit Brücke zur ersten Siedlung am Silfjord entstanden. Aber die schmale Strasse um den Fjord bis hin zum letzen Ort Flagstad ist noch im Urzustand geblieben. Hoffentlich wird die nicht auch noch irgendwann ausgebaut, dann ade Senja. Dann werden die Wohnmobile in Scharen kommen, in der Hoffnung genügend Stellplätze vorzufinden. Im Moment kann man diese noch an einer Hand abzählen.

Alles in allem war es richtig und an der Zeit sich mal wieder aufzuraffen, um was zu unternehmen. Und Senja war für die Tour passend.

 

 

20.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen heute ein kleine Tour auf die Insel Senja zu machen. Aber es kommt wie es kommen muss, das Wetter spielt nicht recht mit. Ganz tief hängende Wolken und regional ist auch mal Regen sichtbar. Nicht der richtige Moment die Insel zu besuchen. Da sieht man von der Schönheit nicht viel und rund 200 Km sind umsonst gefahren. So bleibt es bei einer Einkaufstour nach Sørreisa und zurück. Den Rest des Tages müssen wir die dicke Bewölkung und die Feuchtigkeit halt aushalten. Zum Glüc k weht nur ein ganz moderater Wind. Aber zum Abend kommt zwischen den Wolken über den Bergen von Insel Senja, suf die wir den ganzen Tag schauen, ein bisschen Färbung in die Wolken. Leider bleibt es nur bei diesem Hauch von Farbe.

 

19.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Keine nennenswerten Vorkommnisse. Am Abend steht Heikos Baukontrolle noch aus. Die Ständer für die Wände stehen. Nun wird darauf gewartet, dass die Eisen H-Träger eingesetzt werden können. Sie sind zu lang geliefert und müssen nun erst ausgetauscht werden. Das kostet Rolf Zeit in seinem Zeitplan.

 

18.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Keine nennenswerten Vorkommnisse.


17.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Keine nennenswerten Vorkommnisse. Außer, Heiko hat sich heute als Zimmerman betätigt. Rolf baut einen 190 m2 großen Geräte - u. Bootsschuppen und war ein wenig in Zeitdruck. Das Fundament war gegossen, die umlaufende Begrenzung von einem Mörtelstein Höhe war gelegt und mit Beton vergossen. Nun sollten darauf die untere Holzlage für das Wandskelett aufgelegt und im Betonverschraubt werden. Dabei hat Heiko und Rolf ein Team gebildet. Rolf hat gebohrt und Heiko hat die HILTI Spezialanker mit dem Schlagschrauber verschraubt. Das hat gut Zeit eingespart und er liegt wieder in seinem Zeitplan. Und uns bedienten die Handgelenke weh. Aber sonst alles gut.


16.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Keine nennenswerten Vorkommnisse.


15.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Keine nennenswerten Vorkommnisse. Hier ein paar abendliche Impressionen vom Camp Solbergfjord.

14.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Auch heute gibt es nichts Neues zu berichten, als dass das Ladegerät von Heikos Laptop sich verabschiedet hat und in der Fahrzeug Stromversorgung einen Kurzschluss verursacht hat. Glücklicherweise ist nichts weiter passiert, als das die Hauptsicherung alles abgeschaltet hat. Nun st es schwierig den Blog in den nächsten Tagen zu führen, weil mit dem iPad ist es nicht so flüssig zu bearbeiten ist. Ein neues Ladegerät ist bestellt, aber das wird dauern. Da werden wir Hilfe von Zuhause benötigen.

13.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Jo, wat mutt dat mutt. Richtiges Angler Besteck bekommt man im Cafe “Fox-tail“ in Brøstadbotn. Was, wieso Angelausrüstung im Cafe? Tatsächlich, vorn ist das Cafe und weiter durch das Cafe ist ein outdoor Laden mit allem erdenklichen für Angler und Outdoor Enthusiasten. Unser Messer Duo haben wir nun zusammen, wenn es vielleicht noch einmal zum Angeln per Boot geht. Und wenn nicht, man kann ja auch von Land oder Mole angeln. Eines ist sicher, der nächste Fisch ist schon einmal fischgerecht zerlegt.

Unser tägliches kohlensäurehaltiges Trinkwasser ist zu Ende gegangen und so einige frische Gemüse und andere Lebensmittel. LEO wird frei gemacht von Kabeln, Markise eingeholt und ab geht es nach Sørreisa, dem nächsten größeren Ort. Die Strasse dort hin ist immer noch miserabel. Mit 50 Km geht es in Slalom-Fahrt nach Sørreisa einkaufen und zurück.

Nach Rückkehr bereitet Helga die Beilage zum Mittagessen und Heiko hat die outdoor Küche. Was gibt es heute wohl? Na klar Fisch.

Der heutige Tag ist wohl damit gelaufen, denn es beginnt zu regnen. Bedeutet ein ruhiger Abend im LEO und warten, ob die Sonne wieder beeindruckendes Schauspiel zaubert. Auch wenn es nicht danach aussieht, man weiß ja nicht wie es sich letztendlich entwickelt.

12.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Ja der Tag begann mit der Aussicht trocken zu bleiben, aber der Himmel war vollständig bedeckt und Berge soll es um uns herum geben? Davon ist nichts zu sehen. Zum Angeln ist das völlig egal wie das Wetter ist, die Fische sollen nur beißen und das richtet sich mehr nach Ebbe uns Flut bzw. ablaufendes oder auflaufendes Wasser. Mit dem auflaufenden Wasser kommen auch die großen Fische und diese Zeit muss man nutzen.

Heute hat Rolf uns wieder ein Boot offeriert, zwar ein kleineres ohne Regendach, aber da es trocken bleiben soll war uns das egal. Alle Utensilien zusammen gerafft, aufs Boot verfrachtet, Schwimmweste angelegt und ab mit Speed. 

An den ersten Stellen wo wir unser Angelglück versuchten, war “tote Hose“ also nichts. Aber dann jenseits der Dyrøybrua (Dyrøy Brücke) gab es Erfolge. Erst eine Makrele mit ansehnlicher Größe, dann einen Seelachs von beachtlicher Größe, dann einen Dorsch bzw. Kabeljau von noch größerem Format und zu guter letzt noch eine etwas kleinere Makrele. Ein paar Mahlzeiten waren gerettet.

Zum Dorsch muss ich nicht viel erläutern, seht nur das Foto “Helga mit Fisch“.

Leider haben wir versäumt zu wiegen und zu messen. Wir sind halt keine Sportangler.

Unter den verrückten Anglern die aus Deutschland hier täglich eingeflogen kommen, heißt es “unter dieser Größe geht alles wieder zurück in den Bach“. Und in der Tat was da an Fischen aus dem Wasser geholt wird ist sagenhaft. Seelachse 80-100 cm lang und rund 16-18 cm Durchmesser. Oder Heilbutt ab 100 cm aufwärts. Der längste Heilbutt von dem man gehört hat, soll 3,00 m und 450 Kg gehabt haben.

Wir angeln ja nur, um die nächsten Tage etwas zu essen zu haben. Mehr brauchen wir nicht.

Bei der Verarbeitung der Fische wurde zum zweiten Mal ein gewaltiges Manko sichtbar, wir haben nicht das richtige Handwerkzeug zum Fische zerteilen und filetieren dabei. Helga hat sich sichtlich abgemüht mit dem stumpfen Kram den wir so mitführen. Das muss für die Zukunft geändert werden.

Abends hatten wir noch Rolf zu Gast und haben eine Weile mit ihm bei einem Gläschen Roten geplaudert.

11.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Über trübe und regnerische Tage zu berichten, macht nur trübsinnig. Deshalb weiter hierzu keinen Kommentar.

Heiko hat die Zeit genutzt einige Dinge an LEO zu reparieren und zu verändern. So hat sich mit der Zeit die Verschraubung des wirklich super starken Magnets, der unsere Eingangstür festhält wenn sie offen steht, gelöst. Dies galt zu beheben, bevor ein größerer Schaden an der Aluminium Aussenhaut von LEO entsteht. Also musste eine Verschraubung mittels Durchgangsschrauben bis auf die Innenseite der Kabine erfolgen. Heiko hat ja immer ein Sortiment von Gewindeschrauben und anderen mit, aber die erforderlichen 60 mm Länge war leider nicht dabei. Rolf hat im aus der Bedrouille geholfen und so können die Schrauben nicht mehr ausreißen.

Schon seit langem hat Heiko neue LED Leuchten für die Innenbeleuchtung bei bimobil beschafft. Zwei davon waren schon montiert und angeschlossen worden, zwei weitere noch nicht. Dies wurden nun auch montiert und nun sind die Leuchten überall gleich und sparsamer im Verbrauch der Energie.

Trotz miesen Wetters haben wir uns am Abend aufgerafft und haben bei einem Feuer in der Feuertonne, versucht die uns gegenüber liegende Küste und die Berge zu finden. Vergebens, gestern waren sie noch da. Heute nur eine gerade Wasserlinie. Wüssten wir es nicht besser, könnte man glauben wir haben das weite Meer vor uns. Ist aber nicht. Eu jeu, jeu, alles riecht nach Holzfeuer und Qualm. Da werden wir wohl noch duschen müssen.

Gute Nacht.

 

10.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Ausser Spesen nichts gewesen. Vom Wetter her, ein durchwachsener Tag, aber kein Regen und nur seichter Wind aus wechselnden Richtungen. Es gibt sicher bald wieder neuen Stoff zu berichten.

Ach so, die Feuertonne hier leistet gute Dienste. Schnell entfacht, gibt gute Wärme und man kann auch mit Einschränkungen auf der Pfanne grillen oder besser braten.

 

09.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Unveränderter Standort aber Abwechslung im Tagesgeschehen. Wir sind mit zwei anderen Deutschen momentan die einzigen Wohnmobile auf dem Platz. Wir genießen die Ruhe. 

Rolf hatte uns ein Boot zugesagt, aber noch nicht wann er eines für uns bereit hätte. Am späten Vormittag kam er und eröffnete uns, dass er heute ein Boot für uns hat. Die Vorbereitungen laufen nun an. Helga macht noch Mittagessen, denn mit leerem Magen ist nicht gut angeln.

Heiko bestückt die Angel, packt alle Utensilien die man so bei sich haben muss zusammen. Wir haben ja nicht viel, gemessen an den Ausrüstungen die andere so mit sich führen. Unser Geschirr beschränkt sich nur auf Angel, Kasten mit Angelhaken, Blinker in verschiedenen Größen, Wirbel und Ösen um die Blinker zu befestigen, Fischmesser, Totschläger und Eimer. Ferner Fernglas, Telefon, Gummistiefel, Regenzeug, Mütze und Gummihandschuhe. Und dann Petri Heil. Ihr fragt euch warum einen Totschläger, ganz einfach, der Fisch darf nicht leiden und so muss er nach dem Fang gekeult, betäubt werden. Erst dann kann man den Haken entfernen. Und wenn es erforderlich ist, wie beim Dorsch, bekommt der Fisch noch den Kehlschnitt damit er ausbluten kann. Dann erhält man reines weisses Fischfleisch.

Eine Abendmalzeit haben wir zusammen bekommen, diesmal nicht besonders ergiebig. Aber auf der Pfanne gebraten schmeckte der frische Seelachs einfach herrlich.

Nachdem wir dann wieder alles gereinigt und verstaut hatten, gab es den Rest Wein von gestern und eine Erholphase vor unserem LEO mit Blick auf den Fjord.

Und zum fortgeschrittenen Abend wieder wie gestern ein spektakulärer Sonnenuntergang.

08.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Unser Standort ist unverändert. Gestern war der Platz noch ziemlich voll. In der Nacht feierten die Norweger wohl den Abschied vom Mittsommer. Entsprechend fröhlich verlief die Nacht, aber uns hat es komischerweise nicht gestört. Heute im Laufe des Vormittags ist der Platz nur noch von 4 Mobilen und zwei Caravans belegt. Es war die große Abreisewelle. Sicher werden wieder andere Fahrzeuge kommen, aber es wird ruhiger bleiben in den nächsten Tagen.

 

Wir genießen noch die Sonne an diesem Tag, morgen soll es sich verändern und wolkig sein mit ein bisschen Regen. Die ganzen nächsten Tage sehen nicht so rosig aus. Im Moment hat es zu regnen begonnen. Aber es tröpfelt nur und über dem Fjord liegt eine ganz eigenartige Stimmung.

Unser Feuertopf den wir uns gleich an unserem Platz gekrallt haben, heizt so richtig ein und der gefürchtete Funkenflug ist damit auch gebannt. Es ist eine Waschmaschinen Trommel Marke Eigenbau. Rolf hat mehrere auf dem Platz verteilt und so kann man am Abend, wenn es kühl wird trotzdem noch draußen sitzen, natürlich entsprechend warm angezogen. Und die mückigen Quälgeister werden auch noch fern gehalten. Eine praktische Sache, schade zu groß für unser Bordgepäck. Vielleicht finden wir ja mal eine schlankere Trommel.

Und nun, es ist 22:01h beginnt ein abendliches Schauspiel wie wir es schon öfter hier oben im Norden erleben konnten. Obwohl es so vor sich hin regnet, setzt nun eine Himmelsverfärbung ein die mit Bildern zwar dokumentiert werden aber in Wirklichkeit noch viel schöner sind, die Sonnenuntergänge. 

Dies um 22:02h

Das war um 21:05h

07.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Bis jetzt war unsere Entscheidung zum Camp Solbergfjord zu fahren als gut einzuschätzen. Schöner Tag bei Ankunft, ein ebenso schöner Tag heute. Mal sehen was die nächsten Tage für uns auf Lager haben. Außer, dass wir heute den Sonnentag auf unseren Liegen verbracht haben, ist heute nichts zu berichten. 

06.08.2021

N 69°5'41“ E 17°37'28“

Eine der unruhigsten Nächte auf dieser Reise haben wir hinter uns. Auf dem Parkplatz kurz vor der Grenze standen wir allein, bis um 3:00 Uhr morgens ein LKW dort aufkreuzte und seinen Wagen unmittelbar in unser Nähe parkte. Es war ein Kühllastkraftwagen, dessen Aggregat dauerhaft eigenständig angetrieben wird. Und diese Maschinen machen einen nachts kirre. Also haben wir unseren Platz geräumt und sind einen anderen Parkplatz angefahren, auf dem wir dann ruhiger standen. Aber dem üblichen Straßenlärm der LKWs konnte man nicht entrinnen. Aber die Nacht ist überstanden und wir wollen heute nach Brøstadbotn/Tromsø. Wir wundern uns schon warum überall die Seitenwege abgesperrt sind und Militär eingesetzt ist Absperrungen und Straßentore aufzubauen. An der norwegischen Grenze erfahren wir von der Einreisepolizei den Grund dafür. Man rät uns unsere Fahrt ohne jeglichen Aufenthalt fortzusetzen, da die Straße bald für eine Großveranstaltung im Radrennsport gesperrt wird. Gut, dass wir den Rat befolgten, denn überall finden sich Ansammlungen von Fahrzeugen und vor allem Wohnmobilen. Jede Parkmöglichkeit wird ausgenutzt und in Sørbotn erleben wir den Wahnsinn von Menschen- und Fahrzeugmassen auf und um dem Supermarktparkplatz. Helga musste noch ein wenig einkaufen, aber dann nichts wie weg.

Unsere eigentliche Route können wir aber schon nicht mehr fahren, weil gesperrt. Deshalb müssen wir wegen ca. 15 Km rund 150 Km Umweg fahren und laufen zunächst Tromsø Stadt an. Von dort mussten wir dann auf der anderen Seite des Fjords wieder zurück über die 858, dann die E6 nach Bardufoss, um dann über die 85 nach Sørreisa und 84 Brøstadbotn unser Ziel zu erreichen. Nun hatten wir kaum Verkehr auf den Straßen, sodass das Fahren uns keine Umstände gemacht hat. Der Tag war sonnig, verkehrsmäßig nix los und deshalb war die Fahrt sehr entspannt. Zwischendurch machten wir noch einen Stopp auf einem Platz der genau gegenüber Tromsø Stadt liegt und von uns schon 2x benutzt wurde, um Mittag zu essen.

Unser Ziel ist erreicht, in Espenes gab es Gas Nachschub und LEO bekam zu saufen, dann ab zu Rolf, Besitzer des Platzes “Camp Solbergfjord“. Wir hatten uns schon per SMS angemeldet und gefragt, ob er überhaupt Platz für uns hat. Hatte er und die Freude war groß sich wieder zu sehen.

 

05.08.2021

N 69°4'42“ E 20°45'38“ Siilasjärvi/ Finnland

Wir sind ja auf dem Rückzug und haben uns Brøstadbotn in der Kommune Tromsø als neues Ziel vorgenommen. Der TANA begleitet uns auf dem Weg zum Grenz Check Point Karigasniemi auf der finnischen Seite. Dort nehmen wir die 92 und wechseln wieder über nach Norwegen und fahren bis Karasjok. von jetzt an sind wir wieder auf der Strasse die wir nach Varangerbotn genommen hatten, nur dass wir die entgegengesetzte Richtung benutzen. In Karasjok noch die letzte Entsorgung vorgenommen und folgen der 92 über die E45 nach Kautokeino und weiter bis zum finnischen Grenzübergang Kivilompolo. Hier in Finnland führt uns die Strasse nach Hetta, Palojoensuu bis Karesuando. Dies ist der Grenzübergang nach Schweden. Wir bleiben aber in Finnland und verfolgen die Route nach Kortijärvi dem Übergang nach Norwegen.

Warum nutzen wir diese nun beschriebene Route, sie scheint die schnellste nach Tromsø und Umgebung zu sein und erspart uns das langwierige Fahren um die Fjorde und Maut/ Fähr Kosten. Außerdem haben wir von einer ca. 50 Km langen Strassenbaustelle erfahren, die nur aus sehr groben Schotter bestehen soll. Wir konnten das zwar nicht überprüfen, wollten das Risiko jedoch nicht eingehen. Meist kommt man von solchen Baustellen nicht ohne Schäden am Fahrzeug davon und die LKW Fahrer sind abgebrüht, die halten ihre Geschwindigkeit und brettern gnadenlos durch die Baustellen.

In Kilpisjärvi (Link zu dem Ort) konnten wir uns noch zur Sicherheit mit trocknen Holzscheiten eindecken, ja das ist nicht zünftig, aber brennt wenigstens besser als Holz, dass zuvor im Regen gelegen hat und mühsam gesammelt werden muss.

Norwegen sollte eigentlich noch heute erreicht werden, aber ein Parkplatz kurz vor der Grenze hält uns heute von der Überquerung ab. Hier verbleiben wir zur Nacht.

 

04.08.2021

N 70°12'33“ E 30°26'49“ Laivanmukka

Unser Platz war bis zum frühen Morgen goldrichtig, ab dann begann es aber ein wenig ruppiger in den Böen zu werden. Heiko war zu faul oder noch zu müde, dies durch Umstellen von LEO abzuändern. Erst kurz vorm Frühstück raffte er sich dazu auf. Es schien, als habe sich alles ein wenig früher und abgeschwächter abgespielt als vorher gesagt. Uns war es nur recht. Momentan haben auf dem Wasser die Wellen alle weisse Schaumkämme, das bedeutet Windstärke 5 mit Böen. Bis 16 m/s soll es sich trotzdem noch steigern und das wären etwa Windstärke 7. Müssen wir aber auch nicht haben und bleiben wohl erst einmal an der Felswand stehen.

 

“Was sagte Adenauer einmal? Was schert mich mein Geschwätz von gestern.“ Das könnte ich auf mich für heute beziehen. Is nix mit stehen bleiben an der Felswand! Es war nur am Regnen und Wehen, dass wir uns umentschieden haben und die regnerischen Stunden zur Weiterfahrt oder besser Rückfahrt nutzen wollten. Die Fahrerei war ziemlich eckig, bockig und ruckelig. Heiko kam sich vor als würde er LEO erst einreiten müssen. Varangerbotn ist praktisch ein Scheidepunkt, in welcher Richtung man seine Fahrt fortsetzen will. Wir haben erst einmal einen Stopp eingelegt und bei einem, unter Norwegern bekannten, Italiener halt gemacht und uns jeder eine Pizza gegönnt. Die Betonung liegt in der Tat auf “jeder“, für den Preis einer Pizza bekämen wir in Deutschland zwei Pizzen. Aber wat mutt dat mutt. Geschmeckt hat sie jedenfalls allemal. Allerdings ohne das Glas Wein ... na mal geht das. Darf nicht zur Gewohnheit werden.

 

Nach Varangerbotn kommt die Überquerung des Lachsflusses TANA, vorsichthalber noch tanken und was ganz wichtig war, in den SportShop und stöbern. Hier findet man viele Outdoor Artikel die man brauchen kann aber wir meist nicht benötigen. Aber superleichte gesteppte Windjacken hatten wir uns vorgestellt und tatsächlich auch bekommen, sogar zum halben Normalpreis. Das hat unser Budget dann nicht so arg belastet.

Weiterfahrt bei Regen bis Utsjoki und hier wechselten wir die Seiten. Gemeint sind die Länderseiten. Aus Norwegen raus, in Finnland rein. Der Wechsel ging unkompliziert, es regnete ja, also kein Grenzer auf beiden Seiten zu sehen. Hier in Utsjoki haben wir uns für einige zukünftige Tage Leckerlies gegönnt, die wir sehr wohl einzuteilen wissen. Glauben wir zumindest. In Norwegen bekommt man ähnliches auch, aber viel zu teuer und dann nicht unbedingt unser Geschmack. Die Finnen haben, was das angeht, ein gutes Händchen für gute Süssigkeiten.

N 69° 39'38“ E 25°54'44“ Stuorrasuolu Finnland

Und nun stehen wir am Tana auf einem stink normalen Parkplatz, neben uns die Strasse die wohl nicht doll befahren ist. Genießen den Blick auf den gemächlich dahin fließenden TANA, nein nicht bei einem Glas Wein, sonder einem Glas Tee.

 

03.08.2021

N 70°12'34“ E 30°26'48“ Laivanmukka

Heute morgen verlassen wir die Felsenküste und sind nun doch nach Vardø abgefahren, die Wettervorhersage ließ nichts Gutes erwarten und so kauften wir vorher noch ein und tankten.

 

 

Heute Abend ist steifer Wind aus Nord vorher gesagt und Regen in der ganzen Nacht. So haben wir uns einen Platz dicht an einem Schiefer Bergstreifen ausgesucht der uns hoffentlich vor dem Nordwind schützen soll. Quasi als Generalprobe, denn Morgen soll es Windstärke 8 mit noch stärkeren Böen geben. Bei LEO's Höhe ist da ein sicherer Nachtplatz unumgänglich. Mal sehen was der morgige Tag wirklich bringt, vielleicht nimmt das Wetter die Vorhersage ja nicht so genau.

 

Hexenmahnmal in Vardø

Auf einer der früheren Reisen hat Helga einmal aus Vardø über die Hexenverbrennungen geschrieben. Und es wurde Zeit sich diesmal die Gedenkstätte dazu anzusehen, welche sehr am Rand der ersten Hälfte der Insel Vardø liegt, die ja nur über einen Tunnel zu erreichen ist. Die Stätte ist sehr interessant gestaltet, schlicht und mit Blick auf das Wesentliche. Das Memorial steht direkt am Wasser und sieht aus wie ein riesiges Langboot welches hochkant aus Segeltuch in einer Holzkontruktion eingespannt ist. Links davor ein Gebäude aus 5 frei stehenden schwarzen Glasflächen in deren Innenraum ein Stuhl mit einer Feuerstelle steht aus dessen Sitzfläche Feuer entspringt. Mehrere Spiegel mit ca. 2,00 m Durchmesser spiegeln den makabren Mittelpunkt von vielen Betrachtungspunkten wider. Das Konstrukt, dass wie ein Boot aussieht, ist begehbar und birgt 91 Tafeln mit Namen derer, die damals, der Hexerei angeklagt und hingerichtet wurden. Alle Daten sollen aus den Gerichtsunterlagen stammen. Aber seht selbst. Link hierzu: https://de.wikipedia.org/wiki/Hexenmahnmal_(Vardø)

 

 

02.08.2021

N 70°28'29“ E 30°41'27“

Obwohl wir uns eigentlich die Abreise von unserem Platz vorgenommen haben, kam alles anders. Heiko hatte schon alles am Wagen verrichtet und Frischwasser aus dem Bergbach in den Tank gefüllt. Den letzten Ort am Kontinent auf dieser Halbinsel wollten wir doch noch besuchen. Auf dem Weg dorthin und auch während unseres Spaziergangs begann die Sonne sich zaghaft zu zeigen. Ein Kaffee lockte uns noch mit Kaffee und Waffeln. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen. In dieser Zeit brach die Sonne endgültig durch die Wolken und es wurde angenehm warm mit nur wenig Wind. So entschieden wir heute noch nicht abzufahren und in den Felsen zu fotografieren. Also zurück auf unseren Platz und Heiko verschwand mit der Kamera im Felsen Labyrinth. Nach seiner Rückkehr konnten wir noch eine Zeitlang im Freien die Sonne bei einem Glas Rosé genießen.

Die Sonne soll 22:20 untergehen, mal sehen ob sie jetzt schon in den Horizont eintaucht oder nicht. Denn momentan sind die Nächte immer noch taghell.

 

01.08.2021

N 70°28'29“ E 30°41'27“

Heute ist der Tag auch wieder grau und es sind nur wenig Tropfen Regel gefallen. Zum Fotografieren ist das Licht nicht sonderlich gut und deshalb wird heute nur gefaulenzt.

Es ist alles wie es war, nur dass wir hier an dieser Stelle am Eismeer ungewöhnlich oft Adler, auf relativ kurzer Entfernung erleben. Das ist neu für uns und begeistert zumindest Heiko. Er krabbelt dann schon einmal in den Felsen herum, um die großen Vögel zu beobachten, wenn sie sich das gefallen lassen.

 

August 2021

 

31.07.2021

N 70°28'29“ E 30°41'27“

Eine himmlische Ruhe hat uns gesunden Schlaf gebracht, nur der Morgen ist Sche... Grauer Himmel, Horizont durch Nebel kaum sichtbar  und es beginnt auch noch zu regnen. Glücklicherweise hält sich der Regen nicht lange, nur bleibt es bei herrlich frischer Luft aber kalt und feucht. Wir vergammeln den Tag heute, mal ein bisschen Laufen und interessante Steine mit z.T. 200 Jahre alten Flechten batrachten, von denen es hier Millionen gibt. Aber auch einmal Dinge im Wagen verrichten die sonst zu kurz kommen. Den Tag bekommen wir schon herum, Gott sei Dank, es gibt auch hier Internet.

 

30.07.2021

N 70°15'35“ E 30°44'1“

Die Sonne lacht wieder vom Himmel. Entsprechend wärmer ist die Luft, der Wind weht sehr seicht. Die Nachbarn sind alle abgefahren und wir sind wieder allein. Zeit einmal kleine Wäsche zu waschen. Wir haben zwar Wäscheleine zur Hand, aber nichts woran man diese befestigen kann. Heiko muss improvisieren. Wie, seht ihr auf dem Foto.

N 70°28'29“ E 30°41'27“

Nachmittags verlassen auch wir die Adler und ihre Bucht mit Fahrtrichtung Hamningberg, die grandiose rund 40 Km lange Felsenküste an der wir uns nicht satt sehen können. Sie ist schroff und schön zugleich und vor allem sehr abwechslungsreich. Wir hoffen den, uns aus der Vergangenheit bekannten Platz aus grauen Schottersteinen, frei vorzufinden und sind wieder fasziniert von den Felsen Panoramen. Schon von weitem ist klar, der Platz ist frei. Diesmal wählen wir unseren Standort etwas überlegter aus, damit sich keiner davor oder zu dicht an uns stellen kann. Und dann Verandafenster auf, ein Gläschen Rosé eingeschenkt und genießen. Gerade kommt am Horizont die Vesterålen von den Hurtigruten ins Blickfeld. Und nach geraumer Zeit kommt ein bimobil Pickup mit schweizer Kennzeichen auf den Platz eingeschwenkt und sucht sich weit von uns entfernt sein Plätzchen. Auch zwei so “alte Säcke“ wie wir.

 

29.07.2021

N 70°15'34“ E 30°44'3“

Wir stehen noch auf dem Platz an der Adlerbucht. Völlig allein bisher. Ein Wohnmobil nach dem anderen passieren diesen Buchtplatz, der nicht gerade besonders aussieht, aber für uns eine besondere Anziehung hat. Das Wetter hat sich bisher ganz gut gehalten. Es geht eine schwache  Brise, die Kälte mitbringt, ansonsten ist der Tag durchwachsen. Die Sonne konnte man stellenweise nur erahnen.

Zum frühen Abend kommt das erste Wohnmobil und hält auf der Straße. Die Insassen überlegen wohl ob sie sollen oder nicht. Dann ist es klar, die Entscheidung war wohl gefallen, es wird auf den Platz gefahren. Es sind Norweger und stellen sich weit weg von uns mit Blick auf das Wasser auf den Platz. Keine zwanzig Minuten kommt der Nächste, stellt sich ebenfalls weit von uns und dem Anderen auf den Platz. Wenige Minuten später ein drittes Fahrzeug, ebenfalls Norweger. Doch dieser kommt schnurstracks auf uns zu, fährt an uns vorbei und stellt sich direkt quer vor unseren Wagen, mit Blick aufs Wasser. Wir sind ob der Dreistigkeit sprachlos. Der Platz ist so groß, hier hätten mindestens 20 Fahrzeuge Platz, aber nein direkt vor uns muss es sein. Unser Blick in die Adlerbucht ist nun verwehrt. Helga geht entschlossen zum Wagen rüber und deutet den Norwegern an, dass es nicht gerade die feine Art ist, sich dem Anderen vor die Nase zu stellen und das wir in der Bucht Adler beobachten und fotografieren möchten. Die Frau des Fahrers hat das eingesehen und in Aussicht gestellt den Platz zu wechseln, nur sie hat die Aussage ohne ihren Mann gemacht. Der wendet sich ab und gibt zu verstehen, dass ihn das nicht interessiert und er dort stehen bleibt.

Wir haben das Nachsehen und müssen, wenn wir weiter den Blick auf die Bucht haben wollen, unseren Standort ändern. Ist so etwas nicht dreist? Wir fragen uns, ob es an uns liegt, oder die Menschen keinen Anstand mehr haben. So etwas ist uns in 20 Jahren noch nicht passiert. Zumindest hat man sich immer einigen können.

Unser Bild zeigt den Wagen, nachdem wir uns auf einen exponierten hohen Punkt umgestellt haben. So ist der Abstand ungefähr 15-20 Meter und wir schauen auf den Wagen herab.

 

28.07.2021

N 70°15'34“ E 30°44'3“

Der Himmel heute Morgen ist grau und bewölkt. So fällt uns der Abschied von der Halbinsel auch nicht schwer. Auf dem Rückweg halten wir immer mal wieder nach geeigneten Nachtplätzen Ausschau. Man weiss ja nie, vielleicht braucht man ein nächstes Mal dieses Wissen.

Wir entscheiden uns doch nicht nach Jacobselv an die russische Grenze zu fahren. Das Wetter ist für die kommenden Tage nicht gerade viel versprechend. Und so nehmen wir Kurs auf Vadsø, wo wir unsere erforderlichen Einkäufe und Tanken erledigen. Dann geht es in Richtung Adlerbucht einige Km vor Vardø. Wie schon beim letzten Mal fahren wir an der Stelle vorbei. Das lag sicher auch am Wetter, denn es nieselte die ganze Zeit und wenn alles grau in grau liegt, ist eine Erkennung eines Punktes nicht ganz einfach. War der Platz früher schon durch seine braune Erd-und Steinschicht auffällig, so ist er heute stark mit flachem Bewuchs versehen und fällt gar nicht mehr auf. Aber wir sind ja hartnäckig, gefunden haben wir ihn dennoch. Ja und die Adler saßen faul in der Bucht und hielten nach Fressbarem Ausschau.

Hier stehen wir nun, n o c h allein und lauern auf bessere Witterungsbedingungen. Im Moment hat seichter Regen eingesetzt und unsere Kabine ist kurzzeitig auf akzeptable Temperatur erwärmt worden. So harren wir nun aus und warten auf bessere Zeiten.

 

Kennt ihr das, dass man sich von einer Sache oder Situation nicht trennen kann? Uns geht es heute so, bleiben wir oder fahren wir. Wir bleiben, der Tag beginnt so vielversprechend. Zunächst “dicke Suppe“ sprich Seenebel, aber die Sonne löst den Nebel in kurzer Zeit auf und der Tag wird wieder schön. Wir erkunden nach dem Frühstück die felsige Landzunge die sich weit in den Fjord hinein zieht. Es ist anstrengend und man muss auf gut gesetzten Schritt achten. 

Am frühen Nachmittag kommt ein PKW vorbei gefahren und wird von den Norwegern herzlich begrüßt. Was nun kommt kann man sich fast schon denken. Ein Palaver beginnt, man nimmt unmittelbar neben uns Platz und nimmt keine Rücksicht auf uns Nachbarn. Die Holländer waren inzwischen abgefahren, leise und ohne viel Aufsehen. Aber hier nimmt nun ein Gespräch in großer Runde seinen Lauf. Wir sind gepestet und sauer über die Rücksichtslosigkeit. Kurz entschlossen packen wir unsere 7 Sachen und verlassen, von Norwegern enttäuscht,  unseren sooo geliebten Platz. Schade. 

Da tagsüber so viele Wohnmobile vorüber gefahren waren, waren wir nun neugierig wo die denn alle bleiben und fahren bis ans Ende der Strasse. Wir finden aber keinen Platz der uns gefällt und im Ort am Strassenende ist es zu gedrängt. Auf dem Rückweg finden wir einen Platz hoch oberhalb des Fjords zwar an der Strasse, aber in einer großen Haltebucht. Von hier haben wir einen sagenhaften Überblick über fast den gesamten Fjord. Hier bleiben wir, schon aus dem Grund das wir wissen nachts befahren kaum Autos die Strecke.

 

26.07.2021

Heute wird es ein super schöner Tag, blauer Himmel ist ganztags angesagt. Wir waren entschlossen hier noch einen Tag und eine Nacht zu bleiben. Viele Wohnmobile fahren an unserem schönen Platz vorbei und man bildete sich ein, sie seien neidisch auf uns bei so einem Traumplatz.

Aber dann passierte es, ein norwegisches Wohnmobil biegt auf den Strandzugang ab und kommt auf uns zu. Bisher waren wir gewohnt, dass Norweger lieber großen Abstand halten, als einem zu nahe zu kommen. Diese norwegische Familie leider nicht. Sie mussten sich partout neben uns, also zwischen den Holländern und uns, stellen und dann Türen auf, mit viel Tamtam Stühle und Tisch heraus, Feuer mit viel Qualm gemacht und riefen uns herüber “dies ist aber ein ruhiges Plätzchen“. Na, da war es aus mit der Ruhe und wir mussten uns mit der Situation arrangieren. Gut, es gibt schlimmeres. Aber wir wollen doch die Ruhe genießen. Ein wenig verstimmt betrachten wir bis fast Mitternacht die zauberhafte Lichtstimmung des Mitternacht Sonnenuntergangs. Sie geht ja noch nicht unter, nur die flache Bergkette verdeckt sie, aber sie bringt ein fantastisches Licht auf das Wasser.

 

25.07.2021

Heute Morgen haben uns die Mücken am Wickel, es ist nämlich wärmer als gestern Abend und schon liegen die Biester auf der Lauer. Um zur Abfahrt alle Dinge zu erledigen, bleibt es nicht aus die Kabinentür zu öffnen. Und jedes Mal gelingt es ein oder zwei Mücken sich einzuschleichen. Haben wir sie erst einmal im Wagen, verkriechen sie sich und schlagen am Abend oder der Nacht zu. Wir beeilen uns mit den üblichen Arbeiten und ab auf die Piste in Richtung Tana Bru. (“Tana“ der Fluss “Bru“ die Brücke). Es sind nur ca. 80 Km bis wir dort ankommen. Aber unser Vorhaben einzukaufen ist nicht möglich, die Geschäfte haben zu, es ist heute S o n n t a g.

O.K. Tanken, Entsorgen und Trinkwasser auffüllen ist möglich. War die alte Entsorgungsstation immer eine hygienische Herausforderung, ist die neue Anlage vorzüglich. Es ist ein Automat. Die beschriebene Reihenfolge der Handhabung erst ein bis drei Mal studiert, dann den Knopf drücken, Klappe geht auf, Kassette hinein, Klappe zu, wisch wasch wisch wasch wisch wasch, Klappe auf Kassette leer und gereinigt. Und das kostenlos in Norwegen, wo eigentlich alles teuer ist und Dienstleistung erst recht. Da hat die Kommune wirklich für die WoMos richtig investiert. Ob die Nutzer das honorieren und mit der Anlage pfleglich umgehen, das bezweifle ich. Und am Ende wird es wieder etwas kosten.

N 70°0'19“ E 29°22'46“

Weiter geht es auf der E6 norwegens nordöstlicher Gemeinde Kirkenes entgegen. Aber Helga hat noch eine Überraschung, weil sie einen kleinen Platz weit ab vom Verkehr der E6 ausfindig gemacht hat und vorschlägt den Platz anzuschauen und spontan zu entscheiden, ob es lohnt dort die Nacht zu verbringen. Ja, das war eine gute Wahl, ein Platz mit Strand und nur von einer schmalen Nebenstrasse tangiert. Das ist für heute unser Nachtplatz. Wir nutzen die Wärme der Sonne noch aus solange dies möglich ist, sitzen vorm Wagen, schauen auf Strand und Varanger Fjord und nippen an einem kleinen Gläschen exquisitem Rum. Eben Outdoor Feeling.

Unsere Freude an diesem schönen Platz wollten anscheinend 2 Niederländer mit einem 4x4 Sprinter, mit uns teilen. Jedenfalls kamen sie erst einmal begutachtend, dann gezielt einen passenden Platz einehmend, mit gebührendem Abstand ebenfalls auf diesen Platz. Aber komisch, kein Gruß, kein Zunicken oder ein Zeichen, dass man die Anderen auch wahrnimmt. Ähnliches war uns schon einmal mit “Holländern“ widerfahren. O.K. sie verhielten sich sehr zurückhaltend und wirklich ruhig. Sie wollten wohl wie wir ihre Ruhe haben. Die wir dann zur Nacht auch wirklich hatten.

 

24.07.21

Wir sind wohl tatsächlich jetzt angekommen, den zweiten Tag verbringen wir am Tana Fluss. Dieser Fluss ist der König der Lachsflüsse und Norwegens Wildlachs Lieferant. Nur in diesem Jahr haben die Behörden von Finnland und Norwegen gemeinsam ein Fangverbot für Lachse erlassen. Der Lachsbestand ist in den letzten Jahren dramatisch zurück gegangen. Man forscht woran dies liegen mag. Übrigens ist der Tana auf der Westseite norwegisch und auf der Ostseite finnisch. Schon komisch, man sieht drüben Finnland, ist etwa 500 m vom finnischen Ufer entfernt und dort ist es eine Stunde später als in Norwegen. 

Heute haben wir unser Outdoor Feeling lange genossen. Morgens hieß es Holz sammeln, was am Fluss dessen Ufer nur mit großen Steinen übersät ist, gar nicht so leicht war. Jeder Schritt musste sitzen und immer einen nicht wackelnden Stein treffen. Sonst... na wir wollen nicht den Teufel an die Wand malen. Es ist schon anstrengend so über die Steine zu “hüpfen“. Die Mühe hat sich gelohnt, es fand sich eine ganze Menge Holz, welches wir gleich unter LEO vor eventuellem Regen sicher gelagert haben. Dann hat Heiko die Feuerstelle eingerichtet und schon einmal besondere Stücke auf handliches Maß zersägt. Am späten Nachmittag wurde das Feuer entfacht und bei ausreichend Hitze unter der Eisenpfanne, “Secreto con Papas del pobre“ spanisches Fleisch vom Eichelschwein (Patta negra) gegrillt. Papas del pobre heißt “arme Leute Kartoffeln“ aus Kartoffelachtel mit Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten, junger Spinat, Paprika und Chili. Lecker... Danach saßen wir ca. drei Stunden am Lagerfeuer bei einer Flasche italenischen Primitivo. Das Feuer der Qualm und der Wind hat alle Mücken vertrieben. So war es gut auszuhalten bei ca. 10° Außentemperatur. Eben Outdoor Feeling.

 

23.07.2021

Wir haben die Nacht wie erwartet gut und allein verbracht. Morgens begann es leicht zu regnen und das war für die Mücken das Angriffssignal. Vorher kaum mal eine Mücke gesehen, wurde Heiko bei seinen Vorbereitungen zur Abfahrt draußen gleich attackiert. Zum Glück hatte er seine Körperteile bis auf Gesicht und Unterarme durch Kleidung abgedeckt. Man kennt die Vorlieben der Mücken ja.

Wir fahren eine Stunde früher los als sonst, hier in Finnland um 10:00 Uhr. In Norwegen ist es dagegen erst 9:00 Uhr. Die Fahrt war fast langweilig, ganz selten mal ein Fahrzeug, auf der E45 biegen wir in Enontekio nach links in Richtung Kautokeino in Norwegen ab. Valtakunnanraja ist der Grenzübergang nach Norwegen. Der Zoll zeigt sich nicht einmal, wo wir doch genau die Menge an Wein mit haben, die zulässig ist. Und nun wollen die das nicht mal sehen, hätten wir doch bloß mehr eingepackt. Die Polizei hingegen lässt sich unsere Ausweise und die QR-Codes der Impfungen zeigen und schon geht es weiter.

Wir befinden uns nun im norwegischen Lappland, entsprechend ist die Landschaft. Wie in Schweden und Finnland unendlich weite Moorflächen, Seen, Moortümpel und Krüppelbirken. Die E45 ist die einzige Strasse in diesem Abschnitt der samischen Landschaft. Bald passieren wir Kautokeino und biegen nach ca. 30 Kilimetern rechts ab auf die 92. 110 Km weiter liegt unser nächstes Ziel Karasjok, das Zentrum der Samen in Norwegen. Was Jokkmokk in Schweden, ist  Karasjok in Norwegen. Hier wird getankt und nach Trinkwasser in 5Ltr. Flaschen im REMA 1000 Supermarkt nachgefragt. Leider ohne Erfolg.

Auf der E6 geht es nun weiter nach Utsjoki, immer parallel zum Lachsfluss TANA. 10 Km vor Utsjoki findet Helga ein einsames Plätzchen am TANA wo wir uns zur Nacht einrichten.

N 69°57'42“ E 26°50'23“ Tana Fuss Utsjoki

 

22.07.2021 N 68°20'18“ E 22°54'48 Enontekiö 1108

Eine schöne ruhige Nacht haben wir verbracht. Gestern Abend sind wir noch kurz in den See gegangen und haben uns ganzkörperlich frisch gemacht und gewaschen. Herrlich frisch, nicht zu kalt, einfach angenehm. Das ist Schweden Feeling. Abends haben wir uns noch einen Film angesehen und dann in die Koje.

Heute früh soll es aber nun wirklich weitergehen, den Müll noch auf dem Rastplatz entsorgt und ab geht die Fahrt nach Finnland. Ein Blick auf den Gasverbrauch in den letzten Tagen lässt erahnen, dass es damit eng werden könnte. Man weiss ja nicht wie die Witterung mitspielt, wird es kalt und es muss geheizt werden, kommen wir nicht über die Runden. Im Norden von Norwegen gibt es weit und breit keine Möglichkeit LPG (Butan Gas) zu beziehen. Kiruna in Schweden ist die einzige Chance auf unserem Weg. Wir fahren also 38 Km hin und 38 Km wieder zurück, um dann unsere Fahrt fortzusetzen. 60 Km vor der Grenze ereilt uns noch eine widrige Schotter Baustelle der E45. 10 Km schlechtester Strassenzustand mit Löchern und vielen Unebenheiten und grober Schotter. Unser Geschirr und andere Sachen in den Schränken fallen durcheinander bei dieser scheußlichen Kurverei. Die Strecke wurde immer einsamer und nur wenige Fahrzeuge aus Finnland kamen uns entgegen. Aber dann ist die Grenze endlich in Sicht. Wir überqueren einen Fluss über eine Brücke und stehen an der Grenze nach Finnland. Die Ampel steht auf ROT und ein Strassenhütchen versperrt uns den Weg. Eine Grenzhüterin und ein Grenzer kommen uns entgegen, sie spricht deutsch. Wir zeigen unsere Ausweise und QR-Codes von unseren Impfungen vor und die Grenze öffnet sich. Alles ganz entspannt und easy. Hinter der nächsten Linkskurve ist eine Tankstelle und hier wird erst einmal billigerer Sprit als in Schweden getankt. Aber es sind nur 6-7 Cent/ Ltr. Unterschied und man fühlt sich heimisch, weil man mit Euro zahlt. 

N 68°20'18“ E 22°54'48 Enontekiö 1108

Helga hat uns einen nahen Nachtplatz (ja wieder am See) ausgesucht, an dem wir bis jetzt allein stehen. Mal sehen was der Abend bringt.

 

 

21.07.2021

Wie wir uns vorgenommen haben fahren wir heute Morgen in den Ort, hier soll es eine alte und eine neue Kirche geben. Der Tag ist gries, grau, grimelig und wir machen zunächst unsere Einkäufe im Supermarkt ICA. Übrigens sind wir immer die einzigen die im Markt mit Maske herum laufen. Schnell noch getankt und dann die Kirchen gesucht. Obwohl der Ort von seiner Größe überschaubar ist, war es anfangs nicht einfach die Kirchen zu finden. Die alte Kirche, komplett aus Holz, war dann doch ganz in der Nähe (siehe Bild); die neue dagegen suchten wir zunächst auf der falschen Ortsseite, aber schließlich wurden wir hier auch fündig. Wir finden die neue Kirche (ebenfalls aus Holz) sieht sehr schön aus. Sie steht auf einem granitenen umlaufenden Sockel, alles andere ist aus Holz gefertigt. Eine schöne architektonische Arbeit. Na ja, auf dem Rückweg wollten wir noch kurz einen von Heiko entdeckten Platz am anderen Seeufer des Platzes, an dem wir letze Nacht standen, in Augenschein nehmen und dann sollte es weiter gen Norden gehen. Es kommt alles anders als man denkt.

Der Platz war super schön, wir waren ganz allein und fast von Wasser umgeben. Die E45 war weit weg und es war sehr ruhig. Also kurz entschlossen blieben wir hier für die kommende Nacht und die Weiterfahrt wurde auf morgen verschoben. Übrigens hatten wir ganz vergessen zu erwähnen, dass wir seit geraumer Zeit uns nun innerhalb des nördlichen Polarkreises befinden. Entsprechend hell sind auch noch die Nächte.

 

Panorama vom Stellplatz
Panorama vom Stellplatz

20.07.2021

Wir hatten am Fluss eine ruhige Nacht, nur ein paar Tropfen Regen, nicht der Rede wert. Wind war kaum zu spüren, schon weil wir kuschelig zwischen Bäumchen und Gebüsch versteckt standen. Nur das laute Rauschen des breiten, aber flachen Flusses war zu hören, nicht einmal der Lärm der ca. 100m entfernt verlaufenden Strasse. Auf dem Flussufer gegenüber lugten stellenweise andere Reisemobile hervor, die sich ebenso wie wir in die Vegetationslücken verkrochen haben.

 

 

 

N 66°38'31“ E 19°49'28“ Rastplatz Laponia, Jokkmokk

Wir wollen heute weiter in Richtung finnische Grenze, ca. 390 km trennen uns noch. Ob wir das heute schaffen? Nein, wir schaffen es nicht, weil wir in Jokkmokk einen netten Platz gefunden haben. Jokkmokk ist das schwedische Samen-Zentrum in Lappland mit langer Tradition. Unser Platz heisst denn auch LAPONIA.

Das schwedische UNESCO-Welterbe Laponia liegt im schwedischen Teil Lapplands und ist Teil von Europas größter, weitgehend unbeeinflusster Wildnis. Es ist sowohl Weltnatur- wie Weltkulturerbe und wurde 1996 eingerichtet. Laponia ist darüber hinaus eines von vier Welterbegebieten, in dem indigene Völker leben.“ Wikipedia

Hier bleiben wir, auch wenn es noch früh am Tag ist. Wir beginnen allmählich zu genießen.

Morgen wollen wir uns den Ort Jokkmokk eine wenig genauer ansehen.

Am Fluss bei Moskosel
Am Fluss bei Moskosel

19.07.2021

Der Wind bläst noch kräftig aus Westen und treibt dicke Wolken vor sich her. Die Sonne hat heute keine Chance. Auch die Außentemperatur ist immer noch “im Keller“.

Mit Pausen, Tanken und Einkaufen sind wir heute etwas mehr als 300 Km gefahren. Die Entfernungen kommen einem immer immens lange vor. Das liegt daran, Wohnmobile dürfen in Schweden max. 90 Km/Std. fahren, sonst können Geldbußen in ungewohnter Höhe die Folge sein. Damit nichts schief gehen kann habe ich mich an eine Geschwindigkeit von 80 Km gewöhnt. Das ist ruhiges Fahren und spart auch noch Sprit. Die Schweden sind das langsam Fahren ebenso gewöhnt und halten sich auch daran. So vergeht halt auch die Zeit.

Heute Abend stehen wir zwischen Moskosel und Kåbdalis an einem Fluss an der E45. Wir haben absichtlich nicht den Rastplatz gewählt, sondern eine kuschelige Stelle weiter im Wald, direkt am Fluss gefunden und stehen hier ganz allein. Wir hören nur das Rauschen des recht breiten Flusses. Obwohl die Strasse nicht hörbar ist, befindet sie sich doch nur höchstens 100m von unserem Platz, der Fluss übertönt die Strassengeräusche.

N 65°58'9“ E 19°31'2“ Moskosel 

Der Wind hat nun allmählich nachgelassen, die Sonne senkt sich über dem Fluss und kräftige, tiefgraue Wolken verhindern die volle Entfaltung der Abendsonne. Bald haben die Wolken die Sonne gänzlich verdeckt und wir machen die Weinflasche auf.

 

18.07.2021

Seit wir aus Krokom losgefahren sind, hat uns Wind und Regen begleitet. Die Route, die Helga gewählt hat war gut zu fahren, weil kein Verkehr. Die Landschaft ist fast immer die gleiche, bis auf die Möglichkeit einmal das ganze Panorama um uns herum zu bewundern. Aber das kommt selten vor, meist fahren wir durch Wald, Wald, Wald. Mittlerweile haben wir auch wieder einen Blick für die kleinen geschotterten Querstrassen, die hin und wieder zu kuscheligen Seeplätzen führen, wo man dann sehr ruhig ohne Fahrzeuglärm zur Nacht stehen kann.

Heute haben wir wieder so einen Platz gefunden, der schon im schwedischen Lappland liegt und von einer Missionskirche betrieben wird und kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Fünf bis sechs Fahrzeuge aus unterschiedlichen Nationalitäten haben diesen Platz auch ausgewählt. Man steht sehr aufgelockert wie jeder es für sich richtig hält. Wir stehen etwas abseits mit der “Schnauze“ im Wind und wollen so dem heftig blasenden in der Nacht die Stirn bieten. 

N 64°33'52“ E 16°42'52“ Vilhelmina

Unsere weitere Route soll also doch von Schweden über die E45 nach Finnland gehen und dann durch den schmalsten Finnlands Teil am 3-Länder Eck über Karesuando bis nach Norwegen herein. Diese Grenze soll laut Internet Angaben offen sein. Mal sehen wie sich der Grenzübertritt gestaltet. Wir sind auf alles gefasst. Heiko ist am 21. Juli voll wirksam geimpft, was eine der Grundvoraussetzungen dafür ist nicht in Quarantäne zu müssen. Mal schauen ob alles klappt. Wir berichten wieder.

 

17.07.2021

N 63°11'42“ E 14°38'7“ Östersund am See

Dadurch, dass wir einen großen Teil der Strecke nach Östersund über eine Nebenstrecke genommen haben, war das Fahren ausgesprochen entspannt. Kaum Verkehr dafür sehr bergig und mal eine andere Landschaft mit teilweisem Weitblick über Seen, Inseln, Berge und Wälder.

Der große bisher genutzte Platz am See war zwar zugänglich, aber wir hatten gehört, dass man dort nachts nicht mehr stehen darf. Es standen auf dem riesigen Areal auch nur 3-4 Mobile und möglicherweise auch nur tagsüber. So erinnerten wir uns an einen einzelnen Platz ein paar KM weiter in einem schmalen Waldstück am gleichen See und versuchten dort unser Glück. Tatsächlich das Plätzchen war frei und wir stellten uns ziemlich dicht ans Wasser, weil dort fester Boden war. Somit vermieden wir die Rasenfläche auf der anderen Seite die uns sehr weich im Untergrund vorkam. Entsprechend tiefe Reifenspuren bestätigten unsere Annahme. Wagen aufgebockt, die Coob Grill Utensilien hervor geholt und unser zuvor gekauftes Fleisch gegrillt.

Die Wettervorhersage versprach für den Nachmittag und die Nacht nichts Gutes. Gewitter, Regen und stärkeren Wind sollte es geben. Wind ist für uns immer ein Reizthema, bei dem wir besonders besorgt sind. LEO ist hoch, hat viel Windangriffsfläche und wenn man den Wagen nicht dem Wind ausrichten kann, wird es kritisch. Unser gewählte Platz hatte eben keinen Platz, um sich nach dem Wind entsprechend zu drehen und so sind wir zum Abend nach Krokom auf einen Rastplatz zur Nacht gefahren. Hier können wir alles entsorgen und Frischwasser auftanken für die nächste Woche.

N 63°19'9“ E 14°26'36“ Krokom Rastplatz

Fazit gegen 22:00 Uhr: Regen hat es ein wenig gegeben, Gewitter gar nicht und der Wind wird wohl erst gegen Sonntag Morgen richtig spürbar werden.  

 

16.07.2021 

Wir sind am späten Vormittag von Nusnäs abgefahren, nachdem wir noch einmal die Einreisebestimmungen gegoogled haben. Waren tanken und sind im Ka MAXI einkaufen gegangen. Ein Supermarkt, der nichts vermissen lässt. Beim Bezahlen eine Überraschung, die EC-Karte wird nicht akzeptiert, was sonst immer der Fall ist. Ein Mitarbeiter mit anscheinend höherer Entscheidungskompetenz wurde heran gerufen und der erklärte, dass das Kassensystem momentan offline ist, also keine Internet Verbindung hat. Also bar zahlen, nur wie, wir haben nur Euros. In Schweden kein Problem, wir zahlen in Euro und erhalten Wechselgeld in Schwedischen Kronen. Alles ging ohne große Erklärungen ab, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. 

Dann machen wir uns in Richtung Östersund auf den Weg. Im Moment favorisieren wir die finnische Route zu fahren. Wie genau, hängt von den offenen Grenzübergängen ab. Das werden wir in den nächsten Tagen beobachten und kommen in den Kurzberichten darauf zurück.

 

N 61°40'27“ E 15°3'19“ Ein Zwischenstopp in Hamra, am Fluss Voxnan.

Ein schöner ruhiger Platz mittlerer Größe mit Bänken und Tischen. Es steht noch ein schwedisches Wohnmobil auf dem Platz, aber wir werden zum Abend nicht allein bleiben. Schon bald kommt ein dritter Übernachter und reiht sich ein. Aber was total unangenehm war, gegen 3:00 Uhr morgens kommt ein junger Schwede mit einem Uralt Gefährt und entsprechend rötert der Motor, fast wie ein Traktor. Der besaß die Frechheit sich unmittelbar bei uns hinzu zu gesellen und rangierte mit lautem Getöse um uns herum bis er endlich stand und den Motor ausmachte. Heiko war natürlich dadurch hellwach, aber glücklicherweise konnte er wieder einschlafen.

 

15.07.2021

N 60°57'26“ E 14°37'59“ Stellplatz Nusnäs am Siljan See nahe Mora im Darlana. Diesen Platz haben wir schon einige Mal angelaufen. Hier ist es ruhig während der Nacht, etwas quirlig am Tag, zumindest in der Hauptsaison. Der Platz ist kostenlos und bietet außer einer guten Lage am Wasser, nichts weiter. Kein Trinkwasser, kein Abwasser und keine Toi.. Entsorgung. Eben kostenlos.

Von hier hat Heiko heute ein online Meeting mit der Hausverwaltung für unsere E-Wohnung abgehalten. Da das Internet Signal ausreichend stark war, klappte es ganz gut. Es war für Ihn das erste Mal, dass er einem solchen Meeting beiwohnen konnte. Wir entscheiden morgen wie lange wir hier verweilen wollen. Norwegen hat anscheinend seine Grenzen nun doch geöffnet und wir müssen uns noch schlau machen in wie weit wir davon profitieren können.

 

14.07.2021  

N 59°52'49“ E 13°42'37“ wieder ein netter Platz an einem See, allerdings mit einer Strassenbrücke im Rücken. Na ja man kann nicht alles haben. Abends zog ein mittleres Gewitter mit starkem Regen auf, welches sich nicht entscheiden konnte weiter zu ziehen. Wir mussten unseren Platz auf Rasen aufgeben, weil die Gefahr bestand im weichen Boden stecken zu bleiben. Aber es ging alles gut. Morgens wurden dafür vom städtischen Rasenmäher geweckt, der natürlich zuerst um uns herum den angrenzenden Rasen mähen musste. 

 

13.07.2021

N 57°4'8.5“ E 14°43'54.8“ Zwar nicht ganz ausgeschlafen aber trotzdem fahrtauglich geht s nach einem Tankstop weiter in Richtung Norden. Ziel ist unser Lieblingsplatz am Bergsjön See in der Nähe von Växjö. Diesen Platz haben wir nun schon einige Mal erfolgreich völlig allein nutzen können. Auch heute sind wir wieder allein und genießen den Abend beim Gin Tonic. In Växjö kauften wir noch eine SIM Karte für Prepaid Internet bei Telenor.

 

 

12.07.2021

Kilometerstand bei Fahrtbeginn 156904 Km.

Der Wagen ist beladen, ein Schnelltest absolviert und nun gehts ab nach Flensburg. Dort muss noch eine Brücke im Zahngefüge bei Heiko wieder eingebaut werden. Auch das klappt reibungslos und liegt im Zeitplan. Schnell noch bei Famila Flensburg eingekauft und dann sind wir auch bald über die Grenze in Krusa, nach Dänemark eingereist. Den Test hätten wir uns sparen können, denn es gab keine Kontrolle.

 

N 55° 41' 3“ E 13° 4' 1“

Weil wir gegen 21:00 Uhr durch Dänemark fahren, ist die Fahrt sehr entspannt und geruhsam. Die Storebaeltbrücke passieren wir mit unserem Zahlgerät an der Windschutzscheibe ohne Probleme, desgleichen an der Mautstation der Öresundbrücke nach Schweden. Nur hier war just in dem Moment wo wir in die Maut-Zahl-Spur fahren der Strom für die gesamte Brücke ausgefallen. Wir hatten noch bezahlen können, aber saßen nun wie die Maus in der Falle. 20 Minuten lang, aber dann ging die Schranke plötzlich auf und die Fahrt ging weiter nach Malmö. Unseren ersten Nachtplatz erreichen wir um 2:00h morgens in Lomma, etwas nördlich von Malmö.