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Spanien 2023 April - ab 26. April Frankreich

30.04.2023  N 49°17'10“  E 7°7'53.8“ St. Ingbert/ Saarland - 230 m

 

Wir sind nun in DEUTSCHLAND

 

29.04.2023  N 47°33'35.7“  E 2°50'19“ Bonny-sur-Loire

 

"Ganztägig Sonne und Wolken bei 11 bis 17 Grad und schwachem Wind aus Nord bis Nordost. Tagsüber wird durchschnittlich eine Temperatur von 15 °C erreicht, nachts kühlen die Temperaturen auf bis zu 6 °C ab." 

 

So sieht der Wetterbericht für heute aus. Morgen ganz ähnlich. Anhand des großen Temperaturunterschiedes von gestern auf heute, kann man ersehen, dass wir uns inzwischen eine ganze Ecke weiter im Norden befinden, in Bonny-sur-Loire,  80 Kilometer süd-östlich von Orléans entfernt.

Die Frische empfinden wir als sehr angenehm nach dem gestrigen Tag mit Saunagefühl. Erst spät in der Nacht kam eine leichte frische Brise auf und Regen brachte ebenfalls endlich ein wenig Kühle. Auch der Morgen war noch sehr angenehm, aber schon bald nach dem Frühstück war zu spüren, dass auch dies in St-Jean-de-Côle wieder ein sehr heißer Tag werden wird. Die Wärme allein wäre ja prima, die tropische Feuchtigkeit und Schwüle am Abend aber war nicht mehr angenehm. 

 

Von St-Jean-de-Côle sind wir über Thiviers auf die N21 gefahren, haben Limoges umrundet um auf die kostenlose A20 Richtung Orleans zu wechseln, die wir in Vierzon verlassen. Von hier ging es auf der D926 in Richtung Auxerre. Nun müssen wir uns langsam überlegen, wo wir in den nächsten Tagen bleiben wollen. Wir denken, dass es nicht sinnvoll wäre, ausgerechnet um den 1. Mai herum irgendwo in der Nähe einer größeren Stadt zu sein: "Der 1. Mai wird ein noch nie dagewesener und außergewöhnlicher Tag der Mobilisierung sein", kündigte Sophie Binet, Gewerkschaftsführerin der CGT an. "Beispiellos, weil es das erste Mal ist, dass alle Gewerkschaftsorganisationen zu einer Demonstration am 1. Mai aufgerufen haben. Es wird also ein Tag der vereinten und populären Mobilisierung sein." Wie seit langem geht es hauptsächlich um die Rentenreform in Frankreich, bei der das Renteneintrittsalter schrittweise von 62 auf 64 Jahre angehoben werden soll.

 

In Bonny-sur-Loire stehen wir nun für heute Abend abseits des Orts im Grünen und schauen, ob wir eventuell über den 1. Mai hier bleiben wollen/können. Leider hat Heikos Fahrrad einen Platten, so ist es ungewiss, ob wir die Gelegenheit nutzen können zu einer kleinen Fahrradtour entlang der Loire. Nachher will Heiko ein Dichtungsmittel in den Reifen sprühen ... vielleicht hilft's ja. 

 

28.04.2023 N 45°25'12“  E 0°50'25.80“ Saint-Jean-de Côle/ Périgord/ Frankreich

 

Ein nettes, mittelalterliches Dorf ist Saint-Jean-de-Côle durch das der Côle fließt, über den eine gewölbte gotische, Kopfstein gepflasterte Brücke führt. Auf der rechten Seite des Dorfplatzes steht das Schloss von La Marthonie, dahinter die große Kirche mit einem überdachten Marktplatz davor. Linker Hand stoßen wir auf das einzige Restaurant, das zur Zeit geöffnet hat ... und wir haben Hunger. Heiko kann sich eine spitze Bemerkung nicht verkneifen, als wir unsere Bestellung aufgeben: "Wir sind in Frankreich, und was bestellt Helga? ... Einen Burger!" Ja nun ... immerhin handelt es sich um einen Perigord-Burger - das Brötchen ist gefüllt mit Entenfleisch, roten Zwiebeln und Cassis-Soße und damit doch ziemlich typisch. 

 

Nach dem Essen durchstreifen wir den Ort, überqueren die Brücke, machen einige Fotos zur Erinnerung. Im nu hat man alles gesehen und wir wollen auch eigentlich nur noch nach "Hause" zu Leo, die Beine hochlegen. Es ist feucht-heiß. Schnell sind wir schweißnass. In Leo empfängt uns eine Bruthitze von 32°. Die Luft steht und die rundum geöffneten Fenster bringen wenig Erfrischung. Hoffentlich kühlt es in der Nacht etwas ab. 

 

 

Mehr als diese Zeilen sind nicht drin ... kostet zu viel Energie bei der Wärme. Und es ist schon 18:00 Uhr. 

 

27.04.2023 N 44°26'31“  E 0°10'37.80“ Caumont-sur-Garonne/ Frankreich

 

Caumont-sur-Garonne südwestlich von Bordeaux - südlich Marmande am Canal latéral à la Garonne

 

Der Ibañeta-Pass, oder Col de Roncevaux in frz., ist mit 1057 Metern nicht besonders hoch und relativ gut zu befahren - trotz seiner vielen Serpentinen bei der Abfahrt. Bei dem guten, trockenen Wetter sind wir schon am frühen Nachmittag auf dem Stellplatz in Saint-Jean-Pied-de-Port eingetroffen. Nur relativ wenige Pkw, außer uns so gut wie keine Camper sind unterwegs. Dafür begegnen uns etliche Pilger, die den anstrengenden Aufstieg auf sich nehmen, um irgendwann an ihrem Ziel in Santiago de Compostela anzukommen. Auch mit dem Fahrrad sind viele unterwegs. Uns hängt die Zunge schon beim Zusehen heraus. 

 

Die Eingangsschranke beim Stellplatz ist kaputt, irgendwas mit der Elektrizität. Wir können also keine Gebühr entrichten, dürfen heute umsonst einen Platz einnehmen. Auch gut. Aber später sehen wir, dass einige WoMo's nicht rausfahren können, die Schranke bei der Ausfahrt ist mittlerweile geschlossen. Es gibt viel hin und her und Telefoniererei, bis endlich die Ausfahrt geöffnet wird. Hm ... irgendwie nicht so toll, wenn morgen früh das gleiche Theater losgehen sollte. Wir haben ja nun kein Ticket. Und wir wollen uns nicht darauf verlassen, das jemand da sein wird, der uns raus lässt, damit wir bei der erneuten Einfahrt ein Ticket am Automaten bezahlen können, um mit diesem dann selbst erneut die Schranke zur Weiterfahrt zu öffnen ... kompliziert. Dann fahren wir lieber jetzt noch weiter, so lange die Schranke oben ist. 

 

Etwa 40 Kilometer entfernt in Saint-Palais übernachten wir dann auf einem großen Parkplatz mit einigen anderen WoMo's, die bereits dort stehen. Es ist relativ ruhig, bis auf, dass in der Früh um 05.30 Uhr ein Container-Lkw seinen Hänger mitsamt  leeren Container nur einige Meter neben uns abstellt und vom Hänger nimmt. Ob Heiko wohl senkrecht im Bett saß?

 

Heute morgen will das Navi nicht so wie wir wollen. In 246 Kilometern Entfernung hat Helga einen Stellplatz für heute Abend eingegeben. Das Navi soll uns die schnellste Route führen. Na, wenn das die schnellste Route sein soll, sind wir morgen noch nicht angekommen. Wir fahren ja gerne die kleineren Departement Straßen, aber nun haben wir das Gefühl wir werden durch Feld, Wald und Wiesen geschickt. Die Wege werden immer schmaler. Jetzt hat das Navi Pause. Wir fahren wieder, wie früher auch, nach Karte. Geht doch! 

 

Am Nachmittag landen wir auf einem schönen, unter Platanen gelegenen WoMo-Stellplatz kurz vor Marmande direkt am “Canal latéral à la Garonne“. 

 

"Der Canal latéral à la Garonne (deutsch: Garonne-Seitenkanal) wird heute meist nur kurz als Canal de Garonne  bezeichnet. Gemeinsam mit dem Canal du Midi bildet er einen Wasserweg, für den auch manchmal der Oberbegriff Canal des Deux Mers verwendet wird. Es handelt sich um einen schiffbaren Kanal in Frankreich, der 1856 als Umgehung für die schwierig zu befahrende Garonne in Betrieb genommen wurde."

 

26.04.2023 N 43°19'46.5“ W 1°1'49.30“  Saint Palais

 

Wir sind nun in FRANKREICH

 

 

25.04.2023 N 42°46'36.7“ W 1°23'8.80“  Ekai - Höhe 502 m

 

Von "Sos del Rey Católico" in Aragón nach "Ekai de Longuida" in Navarra

(Der Name wird sowohl im Spanischen als auch im Baskischen als Ekai geschrieben, obwohl die Bezeichnung "de Lónguida" unterschiedlich ist, da sie im Baskischen einfach "Longida" lautet)

 

Wir sind uns uneins, haben unterschiedliche Erinnerungen:  Klar ist uns beiden, dass wir vor 10 Jahren schon einmal auf dem hiesigen Stellplatz in Sos del Rey Católico, der etwas oberhalb des Städtchens liegt, gestanden haben. Das steht auch im Blog-Eintrag aus dem Jahr 2013. Nur, ob wir damals durch den Ort spaziert sind ... darüber gehen die Meinungen auseinander, und darüber gibt es auch keine Information. So ist es manchmal nach so einer langen Zeit und so vielen Besichtigungen mittelalterlicher Bergstädte, die sich von ihrer Bauart her letztlich oftmals sehr ähneln. Helga meint, wir wären im Ort gewesen, damals seien einige Restaurierungsarbeiten an manchen der baufälligen Häusern durchgeführt worden und wir hätten auch in einem Restaurant gegessen. Heiko hat daran keine Erinnerungen. 

 

Na, mal schauen, ob wir unsere Erinnerungen bei einem Spaziergang durch die mittelalterlichen Gassen etwas auffrischen können. Wie fast immer in diesen Bergstädten liegt auf der höchsten Stelle die Burg, die wegen der nahen Grenze zum Königreich Navarra als Schutz erbaut wurde. Wir wandern durch das Stadttor die Hauptgasse, die "Calle de Fernando El Católico",  hinauf bis zur Burg, vorbei an trutzigen Steinhäusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert, deren Portale oft mit Wappen geschmückt sind. Im Zentrum liegt an der Plaza das Renaissance-Rathaus "Casa de la Villa". Die Gassen sind steil ... es ist noch früh und nicht viel los ... aber wir sehen einige alte Leute (hahaha viel älter als wir werden sie auch nicht sein) mit Stock oder gar mit Gehwagen sich mühsam aufwärts bewegen, sie haben sich wohl ihr Baguette für's Frühstück besorgt. Für's Alter und schmerzende Knie sind diese Städte nicht so recht gedacht. 

 

Und nun, wo wir hier am Abend auf unserem heutigen Übernachtungsplatz auf dem Parkplatz hinter dem "Restaurant Ekai" stehen, hat Heiko seine Bilder von 2013 durchforstet und - TRARAAA - der Beweis ist erbracht: Wir waren auch damals im Ort spazieren. 

 

Inzwischen sind wir also etwas über 100 Kilometer weiter nördlich von Sos in Ekai gelandet. Hier hatten wir auch bei der Herreise unsere erste Nacht in Spanien verbracht. Das Restaurant bietet ganz gute preiswerte Küche und in der Nacht wird es hier hinten auf dem Parkplatz ruhig. Morgen soll es ein trockener, warmer Tag werden. Gute Voraussetzungen für die Überquerung der Pyrenäen über den Ibañeta Pass bis "Saint-Jean-Pied-de-Port" auf der französischen Seite. 

 

24.04.2023 N 42°29'29.3“ W 1°12'50“  Sos del Rey Católico - Höhe 634 m

 

Von Labastida nach Sos del Rey Católico

 

Mitte November vorigen Jahres, auf unserem Weg Richtung Süden, hatten wir zwei Nächte auf dem Stellplatz in Labastida in der Rioja Alavesa verbracht. Letzten Freitag sind wir nun auf dem Rückweg nach Norden wieder hier gelandet. Im November hatte es zwar viel Regen gegeben und es war kühl, aber dafür hatten wir noch die letzten Tage der schönen Herbstfärbung der Weinberge erlebt. Nun im Frühjahr ist die Gegend in sanftes Grün getaucht, die Reben treiben ihre Blätter aus, Kastanienbäume stehen bereits in Blüte. Auch zu dieser Jahreszeit ist es hier wirklich schön. Aber Regen hatten wir auch gestern Abend und in der Nacht - und zwar nicht zu knapp. Der Ebro ist randvoll Wasser, es scheint, diese Gegend ist von der Wasserknappheit, die in Teilen Spaniens herrscht (noch) verschont. Und am Samstag gab es ein heftiges Gewitter. Aber das hat uns nicht weiter tangiert. Uns war sowieso nach Ausruhen ... nach einem leckeren traditionellen Essen. Wir wollten in das Restaurant, in dem wir im November gut gegessen hatten. Aber wie das so ist ab einem bestimmten Alter - die Erinnerungen scheinen nicht mehr so scharf zu sein. Jedenfalls sind wir im "falschen" gelandet. Wie sich später zeigte, war es aber genau das "Richtige". In einem gemütlichen, kleinen Gastraum wurden wir von dem super netten Geschwisterpaar begrüßt, die den Betrieb schon von ihren Eltern übernommen hatten, wie sie uns erzählten. Wir hatten nicht reserviert, aber da wir früh ankamen bekamen wir einen Tisch, mussten aber um 15 Uhr Platz für die nächsten machen. Gekocht werden wie eh und je die traditionellen Gerichte, nach unveränderten Rezepten. Besonders gut geschmeckt haben uns die kleinen, gefüllten Pakrikaschoten als Vorspeise. Auch der "Rabo de Buey", Ochsenschwanz in einer delikaten Soße, war sehr lecker. Wir reservieren gleich für den nächsten Tag einen Tisch. Nur diesmal waren wir von der Hauptspeise nicht so begeistert. Dafür kann die Köchin nichts. Wir haben uns wider besseren Wissens für ein Chuletón entschieden. Das ist ein riesiges, dickes Stück Rinderkotelett für zwei Personen auf dem Grill zubereitet. Wir wissen ja, dass vor allem Heiko sehr heikel ist, was Rindfleisch betrifft, wenn es sich nicht gerade um Filet handelt. Und diese Chuletóns haben doch recht viel Fett und hier und da Sehnen. Der Geschmack aber war hervorragend. 

 

Heute sind wir nun wieder auf Achse und nähern uns langsam aber sicher den Pyrenäen, d.h. in den südlichen Ausläufern derselben befinden wir uns seit heute Nachmittag bereits. Auf den Spuren unserer Spanienreise von 2013 hat es uns nach langer Zeit mal wieder ins mittelalterliche Städtchen Sos del Rey Católico verschlagen. Hier wurde 1452 Fernando II. von Aragón geboren. Ferdinand und seine Frau, Isabella von Kastilien, wurden als Herrscher Spaniens die "katholischen Könige" genannt, daher der Beiname "del Rey Católico". Die Fahrt auf den kleinen Nebenstraßen war zeitlich doch länger, als gedacht, obwohl wir nur etwa 190 Kilometer zurückgelegt haben. So sparen wir uns den Besuch des Ortes für morgen auf. Heute wird mal wieder selbst gekocht. Aus Montánchez haben wir noch eine "Morchilla de Sangre", eine pikante Blutwurst im Gefrierfach mitgebracht, die inzwischen aufgetaut ist. Die hatten wir in einem dortigen Restaurant als Appetithäppchen serviert bekommen und schmeckten uns so gut, dass wir sie gleich in dem kleinen Dorfladen an der Plaza gekauft haben. Diese gab es heute also bei uns zusammen mit einem "Gemüse" aus geschmorten Zwiebeln mit gebratenen Äpfeln und Kartoffeln. Sehr lecker.

 

 

23.04.2023 N 42°35'14.5“ W 2°47'39.4“  Labastida (La Rioja) - Höhe 524 m

22.04.2023 N 42°35'14.5“ W 2°47'39.4“  Labastida (La Rioja) - Höhe 524 m

21.04.2023 N 42°35'14.5“ W 2°47'39.4“  Labastida (La Rioja) - Höhe 524 m

 

20.04.2023 N42°19'51.5“ W 3°0'28.9“  Ezcaray (La Rioja) - Höhe 820 m

 

Zurück in der Region Rioja.

Am Nachmittag erreichen wir den für heute anvisierten Stellplatz in dem Ort Ezcaray, in der südlichen Rioja-Region. Er liegt sehr schön, abseits der Straße im Grünen mit Blick auf den Ort. 

 

Auf der Strecke in dem Örtchen Vallejimeno müssen wir unbedingt einen Halt einlegen ... die mittelalterliche Brücke über das Flüsschen lädt förmlich ein zum Fotografieren. 

 

Eigentlich wollten wir ganz woanders hin. Luftlinie nicht sehr weit von hier entfernt, wenn man über die Berge fliegen könnte. Bei dem Ort San Millán de la Cogolla liegen die Klöster Yuso und Suso, wunderschön eingebettet in die umgebende Landschaft. Dort wollten wir heute noch einmal hin, 2013 waren wir von der Gegend und den Klöstern sehr angetan. Vor allem das sehr alte Kloster Suso ist etwas ganz Besonderes. 

 

Jedoch zwingen uns Straßenarbeiten zu einem Umweg über eine schmale Regionalstraße Richtung Huerta de Abajo, von dort geht eine Abzweigung auf unsere eigentliche Route. Wir beten, dass uns niemand entgegen kommt. Ein Ausweichen wäre nicht möglich. Diesbezüglich haben wir Glück, aber ... Pustekuchen, der Weg war umsonst, auch von hier aus kommen wir nicht weiter in die gewünschte Richtung, die Strecke wird gerade geteert. Aber die Straßenarbeiter öffnen uns die Absperrung in die andere Richtung nach Barbadillo de Herreros (siehe beigefügte Karte). Hier entschließen wir uns dann nach Ezcaray zu fahren. 

 

Die Serpentinenreiche Strecke führt durch die fast menschenleere Bergregion der "Sierra de la Demanda". Die Region gehört zur "Serrania Celtibérica". Nur hin und wieder liegt mal ein Dörfchen auf der Strecke, wir befinden uns immer noch in ca. 1000 m Höhe. Insgesamt nur noch etwa 9000 Menschen leben in den wenigen kleinen Ortschaften, in Ezcaray sollen es etwa 2000 sein. Etliche Orte und Gehöfte wurden aufgegeben und sind dem Verfall preisgegeben. 

 

Mit dem "Puerto del Manquillo" erreichen wir mit 1400 m den höchsten Punkt, hier weht ein kräftigerer Wind und ein leichte Jacke zum Überziehen schadet nicht. 

 

Der Baustil der Häuser ist ein ganz anderer, als wir ihn bisher kennen. Trutzig und robust sind sie gebaut mit dicken Mauern, meist aus dem rötlichem Naturstein der Gegend - na klar, im Winter kann es hier richtig kalt werden. Morgen werden wir uns den Ort etwas genauer ansehen und vielleicht auch noch eine Nacht länger hier bleiben. Dann kommen Fotos rein. 

 

 

19.04.2023 N41°57'52“ W 3°25'13“  Santo Domingo de Silos - Höhe 1023 m

 

Kurz nach 13 Uhr erreichen wir heute "Santo Domingo de Silos", ein mittelalterliches Städtchen, das den gleichen Namen trägt, wie sein berühmtes Benediktinerkloster. Im Oktober 2013 waren wir schon einmal hier und hatten uns damals den wunderschönen romanischen Kreuzgang des Klosters und die alte Apotheke angeschaut ... und abends um 19 Uhr den Gesang der Mönche zur Vesper, die Gregorianischen Choräle, angehört.  Der Ort selbst ist klein aber sehenswert. Nachher gegen 16:30 Uhr werden wir rechtzeitig zur Öffnungszeit des Kreuzganges hinunter gehen.

 

Die Fahrt von Sebúlcor über Aranda de Duero führte auch heute weiter über die Iberische Hochebene. Nachtragen müssen wir noch, dass wir uns auf der gesamten Strecke auf über 900 Metern Höhe bewegen. Auch heute war es eine relativ langweilige Strecke durch endlose Ebenen mit wenig grüner Vegetation. bis einige Kilometer vor Santo Domingo de Silos wieder sanfte, grüne Hügel etwas Abwechslung bringen. Endlich eine Abwechslung für die Augen:  wie aus dem Nichts taucht vor uns eine steil aufragende Felswand auf. Gänsegeier kreisen darüber. Ein großer, im Moment leerer, Parkplatz lädt zum Fotografieren ein. Hier beginnt der "Desfiladero de la Yecla", eine beeindruckende Klamm mit einer Breite von an manchen Stellen knapp 2 Metern. Das Flüsschen "Cauce", ein Nebenfluss des Mataviejas, hat sich im Laufe der Jahrmillionen durch die Kalksteinwände der Felsen von Cervera gegraben und die Schlucht geformt. Im Inneren der Schlucht wurden eine Reihe von Brücken und Hängebrücken installiert, so dass sie relativ gefahrlos zu begehen ist.

 

Leo muss sich nicht durch die Klamm quälen ... für ihn gibt es zur Weiterfahrt einen Tunnel. Und schon bald sind wir auf dem Parkplatz oberhalb des Ortes "Santo Domingo de Silos" gelandet.

 

 

18.04.2023 N41°16'18“ W 3°53'20.60“ Área recreativa de Sebúlcor Höhe - 938 m

 

Die vergangene Nacht auf dem Platz in Villanueva de la Vera war angenehm ruhig. Nur früh am Morgen war auf der angrenzenden Durchgangsstraße natürlich schon wieder einiges los. Das war zu erwarten. 

 

Nach dem Frühstück setzen wir die Fahrt fort über Madrigal de la Vera, Candeleda und Arenas, bevor es auf die gut ausgebaute Nationalstraße 502 Richtung Avila geht. Das gesamte Vera-Tal und die Ortschaften machen auf uns einen wohlhabenden Eindruck. Eine fast mediterrane, üppig grüne Landschaft begleitet uns bis Arenas und darüberhinaus bis Mombeltrán, einer Kleinstadt in den Hügeln auf der Südseite der "Sierra de Gredos". Inzwischen haben wir die Extremadura verlassen und befinden uns nun im Süden der Provinz Ávila in der autonomen Region Kastilien-León in Zentralspanien. Auch Mombeltrán hat eine Burg zu bieten, das "Castillo de Mombeltrán", 1461 erbaut. Natürlich müssen wir einen Halt zum Fotografieren einlegen, sobald sich eine Ausweichmöglichkeit für Leo bietet. Das Castillo liegt wunderschön in der grünen Landschaft auf einem Hügel, dahinter die schroffe Bergkette der "Sierra de Gredos". 

 

Hinter Mombeltrán windet sich die Straße in Serpentinen die Sierra hinauf. An dem Pass "Puerto del Pico" in 1352 Metern Höhe gibt es einen kleinen Parkplatz an einem Brunnen um den wunderbaren Panoramablick auf das Tal der "Cinco Villas", das "Tal der Fünf Dörfer" geniessen zu können. Hier, quasi entlang der modernen Straße, verläuft eine der am besten erhaltenen Römerstraßen der Iberischen Halbinsel. Wenn man gut zu Fuß wäre, könnte man diese bis hinab in eines der unten liegenden Örtchen gehen. Wir begnügen uns mit einem kurzen Orientierungsspaziergang bis zur nächsten Kurve. Man muss ja sehen, wie es dahinter weitergeht. Es ist schon beeindruckend hier zu stehen und sich die Reisenden zu römischen Zeiten auf dieser Straße vorzustellen. Für die Nationalstraße ist natürlich auch eine neue Brücke gebaut worden, aber dahinter ist auch heute noch die alte Steinbogenbrücke aus römischer Zeit vollkommen erhalten zu sehen. 

 

Weiter hinauf geht es bis zur "Puerto de Menga", dem mit 1564 höchsten Pass, den wir heute passieren. Inzwischen ist die grüne, üppige Vegetation einer kargen, steinigen und baumlosen Landschaft gewichen. Die Abfahrt auf der Nordseite der Sierra ist mit weitaus weniger Kurven gut zu befahren. Und wieder empfängt uns eine andere Vegetation. Viele Bäume (keine Ahnung, was das für Bäume sind) tragen noch kein Blätterkleid, so gut wie keine Blumen sind zu sehen. 

 

Auf dem Weg nach Ávila und weiter nach Segovia geht es durch die Iberische Meseta, das kastilische Hochland. Eine sich endlos dahinziehende, langweilige, trostlose Ebene. Felder soweit das Auge reicht, nur durchbrochen von hier und da mal kleinen Örtchen, die bestimmt mal bessere Tage gesehen haben. Hier ist "Schweineland". Es gibt bestimmt mehr Schweine als Einwohner in dieser Einöde. Alle paar Kilometer steht rechts oder links des Weges steht eine große Mastanstalt. 

 

 

Dann zum Schluss noch eine Enttäuschung ... der anvisierte Stellplatz für heute Abend stellt sich als nicht vorhanden heraus. Und das, nachdem für Heiko als Fahrer das Navigieren durch den verwinkelten Ort "Sebúlcor" und gewagtem Wendemanöver auf schmaler sandiger Fahrbahn für kurzzeitigen Schweißausbruch gesorgt hat. Aber wir finden am Rande des Ortes an einem Fußballplatz mit angrenzendem Spielplatz einen netten Parkplatz. Hier stehen wir nun ruhig und gut ... wenn nicht die Dorfjugend in der Nacht auf den Trichter kommen sollte, hier eine Party veranstalten zu wollen.

 

 

17.04.2023 N40°7'19.8“ W 5°29'52.7“ Valverde de  la Vera

 

Irgendwann muss es ja sein, dass wir unsere Route gen Norden und Heimat fortsetzen. So haben wir uns heute von Yvon und Joop verabschiedet und uns wieder auf den Weg gemacht. Es ist uns richtig schwer gefallen. 

 

Nachdem wir Leo ein wenig in einer Waschanlage vom Staub befreit und in Cáceres eingekauft haben, nehmen wir die Route über den Nationalpark Monfragüe. Schon bevor wir den Park erreichen, eine wunderschöne Strecke und wir waren fast alleine unterwegs, nur ab und an ein Pkw. Eine einzige Blütenpracht unter den Olivenbäumen, gelb, weiß, lila … schon auf dem Weg nach Cáceres blühte links und rechts des Weges roter Mohn. Sieht schön aus vor den Natursteinmauern. 

 

Monfragüe ist für junge gesunde Beine mit Sicherheit ein tolles Wander-, Natur- und Vogelbeobachtungsparadies. "Er beherbergt die mit rund 300 Brutpaaren größte Kolonie des Mönchsgeiers in Europa. Außerdem kann man dort den Spanischen Kaiseradler, Schwarzstorch, Gänsegeier, Uhu, Steinadler, Habichtsadler, Schlangenadler und Schmutzgeier beobachten. Zu erwähnen ist ferner eine große Population von Blauelstern." Blauelstern sind uns ein paar unterwegs begegnet. Ihr Gefieder leuchtet in der Sonne nahezu stahlblau. Eine große Schar Geier kreiste über der Dehesa, es schien, als hätten sie eine Beute erspäht.

 

"Die wichtigsten Bestandteile der Flora sind auf den Dehesas Steineiche, Korkeiche und die Portugiesische Eiche. Die Zistrosengebüsche bestehen aus verschiedenen Cistus-Arten wie Lack-Zistrose und Salbeiblättrige Zistrose, Erica-Arten und dem Erdbeerbaum. In den felsigen Zonen wachsen Wacholder-  und Pistazienarten. Entlang der Flussufer stehen vor allem Schwarz-Erlen und Europäischer Zürgelbaum. An warmen Stellen gedeiht der Olivenbaum." Und wirklich, die Berghänge sind voll mit weiß blühenden Zistrosen. 

 

Später geht die Fahrt weiter auf der EX-203 durch das Vera-Tal bis zu unserem heutigen Übernachtungsplatz in Villanueva de la Vera. Auch dies eine abwechslungsreiche, grüne Bergregion, Kastanien- und Feigenbäume prägen hier die Landschaft. Außerdem Paprikafelder und Tabakplantagen, so lesen wir, gesehen haben wir diese leider nicht. Bekannt ist La Vera vor allem für sein Paprikapulver "Pimentón de la Vera". Und für das Kloster "Yuste" in dem Kaiser Karl V seine letzten Jahre verbrachte.

 

Heiß war es heute, jetzt am Abend weht ein angenehmes kühlendes Lüftchen durch alle geöffneten Fenster. 

 

 

16.04.2023 N39°13'56.4“ W 6°8'23.5“ Montánchez "Camper Stop Alegria

15.04.2023 N39°13'56.4“ W 6°8'23.5“ Montánchez "Camper Stop Alegria

 

14.04.2023 N39°13'56.4“ W 6°8'23.5“ Montánchez "Camper Stop Alegria

 

Vorgestern und gestern hatte es uns kalt erwischt ... im wahrsten Sinne des Wortes. Der Fahrtwind beim Radfahren trieb einem die Tränen in die Augen, als wir zum Frühstück in den Ort gefahren sind. Der kalte Wind blieb, die Sonne versteckte sich hinter den Wolken, wärmer als 12-13° wurde es tagsüber nicht. Nachts ging das Thermometer runter auf 4° unter den Gefrierpunkt. Joop erzählte heute morgen, dass deren Pkw-Scheibe vereist war. Damit hatten wir ja gar nicht mehr gerechnet. Heute steigt das Thermometer aber schon wieder auf 20°, aber windig ist es nach wie vor. Aber schon die kommenden Tage sollen wieder sehr warm werden. 

 

Heiko hat mit seiner Kamera im angrenzenden Wäldchen die Vögel im Visier. Jetzt wissen wir auch, wo der Wiedehopf zu suchen ist. Meist auf dem Boden nach Käfern und Larven suchend. Seltener sitzt er in den Baumkronen. Aber er ist dermaßen scheu und fliegt sofort davon bei der kleinsten Bewegung, dass es nur zu Beweisfotos reicht. 

 

13.04.2023 N39°13'56.4“ W 6°8'23.5“ Montánchez "Camper Stop Alegria

12.04.2023 N39°13'56.4“ W 6°8'23.5“ Montánchez "Camper Stop Alegria

11.04.2023 N39°13'56.4“ W 6°8'23.5“ Montánchez "Camper Stop Alegria

10.04.2023 N39°13'56.4“ W 6°8'23.5“ Montánchez "Camper Stop Alegria

 

09.04.2023 N39°13'56.4“ W 6°8'23.5“ Montánchez "Camper Stop Alegria

Felices Pascuas / Frohe Ostern

 

Heute morgen wollten wir nur kurz in den Ort um am Geldautomaten an der Plaza España etwas Bargeld abzuheben. Es ist noch nicht viel los, wenige Leute sitzen vor den geöffneten Bars und trinken ihren Kaffee oder auch ihren Wein. Auch wir setzen uns dazu ... und wundern uns, wieso nach dem zweiten Kaffee nach und nach so viele Menschen herbeiströmen. Na ja, es ist halt Sonntag denken wir, die Leute wollen frühstücken. Ein kleiner Trupp von acht Jungs versammelt sich mit ihren Trommeln auf dem Platz  und scheinen schon mal für irgendwas zu üben. Nun wird's spannend, irgendwas wird wohl passieren. Also bleiben wir noch und beobachten was abgeht. Es ist mittlerweile schon nach 12 Uhr, und wir verspüren Lust auf etwas Bellota Schinken, den wir mit dem hiesigen Wein in Ruhe genießen. Es wird um uns herum immer voller, aber es vergeht noch eine ganze Stunde, ehe sich etwas tut, bis die Jungs endlich beginnen ihre Trommeln zu schlagen. Ah ja ... nun kommt von links her Bewegung auf ... eine Statue des auferstandenen Jesus auf einer Wolke schwebend wird von vier Männern herangetragen. Besonders schwer scheint die Statue nicht zu sein. Ach guck mal, von rechts nähert sich die von vier Frauen getragene, mit einem pinken Umhang verhüllte Madonna. Die beiden Figuren bewegen sich aufeinander zu. Dann kommen sie in kurzer Entfernung voneinander zum Stehen, die Madonna wird von ihrem Umhang befreit und die Menschen klatschen begeistert. Es dauert nicht lange, und die kleine Prozession macht sich auf den Weg, die Menschenmenge hinterher. Wir gehen nicht mit und wissen daher auch nicht, wo diese letztlich endet ... aber wahrscheinlich in einer der kleinen Kirchen. 

Nun ja ... es ist Ostersonntag "Domingo de Pascua" oder "Domingo de Resurrección" (Sonntag der Auferstehung). Ein wichtiger Tag im katholischen Spanien, der natürlich mit einer Prozession begangen werden muss, der "Procesión del Encuentro" (Prozession der Begegnung). So haben wir wieder ganz zufällig einen Teil der spanischen Folklore miterlebt.

 

Der Platz hat sich schnell geleert, auch wir schwingen uns auf unsere Räder, fahren zurück zu Leo und verziehen uns unter den Olivenbaum in den Schatten. Es ist wieder sehr heiß geworden in der Sonne. 

 

08.04.2023 N39°13'56.4“ W 6°8'23.5“ Montánchez "Camper Stop Alegria

 

Mit dem Rad 300 Höhenmeter hinauf

Ein Restaurant inmitten eines herrlichen Fleckchen Erde

 

Es wird immer heißer von Tag zu Tag. Aber es ist noch lange nicht Sommer in diesen Gefilden, wie uns auch Joop bestätigt. Im Sommer, so ab Ende Mai/Anfang Juni ist die Luft zum Atmen manchmal zu heiß, die Nächte kühlen kaum ab ... was sie jetzt Gott sei Dank noch tun. Nachts ist es sehr angenehm bei geöffneten Fenstern. Wir finden es hier wunderschön und könnten glatt versucht sein, dem Tagtraum nachzugehen, hier den Rest unserer Tage verbringen zu wollen. Aber die Vorstellung, dass die Temperaturen in ein/zwei Monaten fast unerträglich sein werden, macht uns dann doch klar, dass das in unserem Alter nichts mehr für uns ist. Joop erzählt uns, dann könne man an manchen Tagen kaum noch atmen, die Nächte bringen keine Abkühlung mehr ... dann doch lieber, so lange wir es können, in den Sommermonaten rauf nach Nordnorwegen, ist gesünder.

 

Aber jetzt genießen wir jeden Moment draußen an der frischen Luft ... vom Frühstück bis kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Schatten tiefer werden und langsam das bis dahin angenehme, kühlende Lüftchen das Frösteln hervorruft. 

 

Gestern sind wir gleich morgens mit dem Rad los, die alte, inzwischen ausgediente Straße hinunter, die von Montánchez hinab in die Ebene führt. Heissa ... das ist schööön ... frischer Fahrwind, keine Anstrengung ... an den Rückweg hinauf darf man nicht denken. Eigentlich war die Idee, neue idyllische Wege zu erkunden, von Steinmauern begrenzt und von alten Eichen beschattet. Aber das stellt sich als Trugschluss heraus. Heiko findet zwar den Weg, wo sich die Baumkronen zu einem schattigen Tunnel zusammenschließen, aber mit dem Fahrrad ist der nicht zu machen. Viel zu holprig und steinig. 

 

Manche Dinge muss man halt akzeptieren. Wir nehmen die landschaftliche Idylle mitsamt Mauleseln auf und treten die Rückfahrt hinauf nach Montánchez auf der alten Straße an. Die windet sich zwar länger die Anhöhe hinauf, dafür ist die Steigung aber nicht ganz so krass und es gibt keinen Autoverkehr. Mit Hilfe der E-Unterstützung und sinniger, angepasster Fahrweise kommen wir schließlich einigermaßen entspannt bei Leo an. Geht doch.

 

Für heute hatte Yvon uns einen Tisch im Restaurant "El Robledo" reserviert. Das liegt direkt an der schmalen Straße, die am Stellplatz vorbeiführt, ungefähr drei Kilometer entfernt. Es hatte den Winter über geschlossen und öffnet nun das erste Mal von Gründonnerstag bis Ostersonntag. Wir wollten mit den Rädern dorthin ... aber nein, Yvon und Joop lassen das nicht zu. Joop fährt uns mit seinem Pkw. "Ihr könnt nicht nach dem Essen mit vollem Magen die Steigung zurück fahren" ... und ganz ehrlich gesagt: er hat sicher Recht. Hin zum Restaurant geht es stetig bergab ... hm vielleicht nicht besonders steil, aber mit vollem Magen und einer Flasche Wein intus? War schon besser so.

 

Jedenfalls sind wir ganz begeistert von dem Flair des Restaurants. Gedeckt wird im Garten im Schatten der Bäume. Herrlich ist es hier, grün und kühl. Zitronenbäume im vollen Ornat am Eingang, ein Brunnen  bringt frisches Wasser aus den Bergen, über der Einfahrt blüht der Blauregen, herrlich die Aussicht auf die Ebene. Was für ein wunderbares Fleckchen Erde. Das Essen selbst ist nun nicht die große Überraschung ... es gibt hauptsächlich das was hier in der Extremadura natürlich am Begehrtesten ist: Gegrilltes Fleisch vom Iberico-Schwein. Vorweg eine Platte mit verschiedenen Gemüsen vom Grill. Es schmeckt alles hervorragend und doch würden wir uns wünschen, die Speisekarten würden ab und an etwas mehr Abwechslung bieten. Aber ganz offensichtlich wird es so von einheimischen und auswärtigen Touristen gewünscht. Das ist nur eine winzige Kritik am Rande ... wir fühlen uns wohl und sind sehr zufrieden, als Joop uns schließlich wieder am Stellplatz abliefert. 

 

07.04.2023 N39°13'56.4“ W 6°8'23.5“ Montánchez "Camper Stop Alegria

06.04.2023 N39°13'56.4“ W 6°8'23.5“ Montánchez "Camper Stop Alegria

Jueves Santo (Gründonnerstag) 

 

Heute war wohl der heißeste Tag seit wir in der Extremadura sind. Gemessen haben wir im Schatten 29,7° und in der Sonne rund 40°. Gut, dass wir gleich nach dem Frühstück mit den Rädern in den Ort gefahren sind und unser bestelltes Secreto in dem kleinen Fleischerladen abgeholt haben. Vormittags ist es noch angenehm temperiert mit kühlem Fahrtwind. 

 

Zurück bei Leo muss Heiko in Aktion treten ... was regelrecht in Arbeit ausartete. Seit einiger Zeit hatten wir immer wieder einen unangenehmen Geruch in der Wohnkabine bemerkt. Anfangs dachten wir der käme von draußen, eventuell von der Entsorgungsstation. Dann waren wir uns schon fast sicher, dass es von unserem Abwassertank kommt. Aber das konnte es auch nicht sein. Vor unserer Tour vorgestern  zum Naturmonument Los Barruecos hatte Heiko einen guten Schuss "Lejiar" (Chlor) durch die Waschbecken-Abflüsse in den Tank gejagt. Zurück auf dem Platz ist klar, der Tank kann es nicht sein, welcher den Geruch hervorruft. Das Abwasser bei der Entsorgung riecht fast frisch nach Chlor. Aber in Leo's Wohnzimmer stinkt es widerlich nach faulen Eiern. Nun reicht es aber ... nach längerer Suche im hinteren Stauraum findet Heiko den Auslöser. Eine der Gel Batterien ist heiss und ist im Gehäuse schon ausgebeult. Das verspricht nichts Gutes. Im Klartext, die Batterie ist hin.

Sie hat den typischen Schwefelgeruch verursacht. Glück für uns, die gefürchtete Knallgasentwicklung war nicht so hoch konzentriert, dass es zu einer Explosion gekommen ist. Wir leben also noch.

 

Joop ist uns auch diesmal eine große Hilfe. Er fährt mit Heiko in seine Autowerkstatt nach Montánchez, wo eine neue “Starterbatterie“ erstanden wird, die Heiko gleich heute eingebaut hat. Die muss erstmal bis Deutschland reichen. Nach Rückkehr können wir uns dann mit einer entsprechenden “Lithium Eisenphosphat Batterie“ versorgen. Dies ist für Wohnmobile die allerneueste und effektivste Technologie. Alle herkömmlichen Batterien können nur bis maximal 50% ihrer Kapazität entladen werden. Die Lithium Life04, wie sie im Fachjargon heisst, kann bis fast 100% entladen werden und nimmt keinen Schaden. Zudem sind diese Batterien wesentlich umweltfreundlicher  und ungefährlicher als die herkömmlichen. Großer Nachteil, sie sind extrem teuer.

 

Zum Mittagessen geht's erneut mit den Rädern in den Ort zum Restaurant "La Possada". Ein einfaches Lokal, das nette, überdachte Außenplätze bietet, wo man es wunderbar trotz Hitze aushalten kann. Da heute "Jueves Santo", Gründonnerstag, ist und natürlich viele Spanier Osterurlaub machen, ist das Restaurant gut besucht. Und wieder sind bestimmte Straßen im Innenstadtbereich für Pkw's gesperrt. Wahrscheinlich gibt es heute spät abends eine Prozession, oder aber auch erst morgen. 

 

Der Rest des Tages wird faul im Liegestuhl mit einem netten Drink im Halbschatten verbracht. So kann man den April gut aushalten.

 

05.04.2023 N39°13'56.4“ W 6°8'23.5“ Montánchez "Camper Stop Alegria

 

04.04.2023 N39°13'56.4“ W 6°8'23.5“ Montánchez "Camper Stop Alegria

 

Heute waren wir zum zweiten Male im  Naturmonument Los Barruecos. Die Bildausbeute ist nicht groß, aber ergänzt die Bilder vom 27.03.2023.

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Und so erlebten wir heute Abend am 2. April das Castello.

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Ein Abend mit Musik

 

Gestern Abend waren wir auf einem Konzert, das im "Teatro de los Encuentros", dem "Theater der Begegnung" in Montánchez stattfand. Auch hierauf hatten uns Yvon und Joop hingewiesen. Und ... uns ist das fast peinlich ... Yvon hat uns hingefahren und Joop wieder abgeholt. Sie meinten, es sei unseren Knien nicht zumutbar, die Steigungen hinzunehmen. Es ist schon so, dass 12-15% Steigung bzw. Gefälle beim Runtergehen uns mittlerweile doch einige Knie-Probleme bereiten. Mit dem Fahrrad würde es gehen, nur gibt es in den engen Gassen fast nirgends eine Möglichkeit, die Räder einigermaßen sicher abzustellen ohne andere in Bedrängnis zu bringen. Joop und Yvon lassen sich nicht davon abbringen, für ihre Gäste auf dem Campingplatz alles Erdenkliche zu ermöglichen und dafür zu sorgen, dass sie sich wohlfühlen. Solch einen von Herzen kommenden und selbstverständlichen Service haben wir noch nirgends erlebt. 

 

Das Konzert der Gruppe "Sentimiento Loko" dauerte etwa eine Stunde und hat uns viel Spaß gemacht. Der Eintritt kostete nur zwei Euro pro Person ... der Wahnsinn. Joop meint, dass die Gemeindeverwaltung die überwiegenden Kosten trägt. Wir hatten jedenfalls einen sehr netten Abend und am Ende am Liebsten mitgetanzt. Wer mal reinhören möchte: 

Sentimiento Loko

 

 

 

 

"El grupo extremeño Sentimiento Loko ofrecerá un concierto el sábado 1 de abril  , a las 21.00 horas, en el Teatro de los Encuentros, Juan Margallo. Las entradas pueden comprarse en el Ayuntamiento de Montánchez (precio 2€). Sentimiento Loko es un grupo de flamenco fusión, con un estilo muy particular, de raíces flamencas fusionadas con percusiones latinas, africanas, reagee, swing, funky o bossa-nova, entre otros estilos. 

No te lo pierdas."

 

 

"Die extremaduranische Gruppe Sentimiento Loko gibt am Samstag, den 1. April um 21.00 Uhr ein Konzert im Teatro de los Encuentros, Juan Margallo. Karten können im Rathaus von Montánchez erworben werden (Preis 2 €). Sentimiento Loko ist eine Flamenco-Fusion-Gruppe mit einem ganz besonderen Stil, bei dem Flamenco-Wurzeln mit Latin-, Afrika-, Reagee-, Swing-, Funky- oder Bossa-Nova-Percussion und anderen Stilen verschmelzen. 

Verpassen Sie sie nicht."

 

01.04.2023 N39°13'56.4“ W 6°8'23.5“ Montánchez "Camper Stop Alegria