· 

NICH BLOOT EN SCHAAP MUTT SCHIETEN

Mittwoch, 29. Juli

 

Heute haben wir wieder einen der uns von vorherigen Reisen bekannten Übernachtungsplätze angefahren und gehofft, dass dieser noch vorhanden und nicht besetzt sein wird. Wir lieben es ja, wenn immer möglich, wild zu campen, da wo wir niemandem zu nahe treten und sich keiner gestört fühlen könnte. Und auch diesmal ist es wieder toll. Zwar liegt der Ort ziemlich dicht an der E6, aber durch Bäume und Büsche sind wir von der Straße her kaum  einsehbar, da muss man schon gut hinsehen ... ach nee ... jetzt gerade (es ist 22 Uhr) kommen noch fünf Jungs aus München angefahren und bauen ihr Zelt hier auf, machen ein Feuer ... das kann ja heiter werden, hoffentlich nerven die nicht ...

 

Der Naturplatz liegt nördlich von Innhavet an einem kleinen, im Inland liegenden Nebenarm des Kaltvågfjord. Wir befinden uns schon auf Höhe der Lofoten.  Ein Feuerchen ist schnell entfacht und die heute in Fauske eingekaufte Chorizowurst am Stock über den Flammen gegrillt. Dazu ein kühler Weißwein, der Blick über den Fjord, das warme, sonnige Wetter ... so kann's bleiben.

 

Überhaupt ist es seit Montag herrlich sonnig und warm ... und  seit gestern sind wir im wirklichen Norden angekommen, soll heissen:gestern wir haben wir den Polarkreis überquert. 

Die Fahrt seit letztem Sonntag vom Tosenfjord aus (es blieb übrigens eine recht windige Nacht, aber war durchaus auszuhalten) führte uns nicht nur schnurstracks auf der E6 weiter. An der Hauptverkehrsader Norwegens selbst sind ruhige Nachtplätze kaum zu finden. Aus dem Grund, und natürlich auch um hin und wieder Neuland zu entdecken, gab's am Montag einen Abstecher etwas nördlich von Mo i Rana und südlich des Saltfjellet-Svartisen Nationalparks. Ein kleiner, von Sträuchern umgebener Platz am Fluss wurde zu unserem Nachtplatz erkoren. Das Gletscherwasser floss milchig-grün ruhig dahin, und am Abend zauberten Nebelschwaden über dem Flusslauf eine mystische Stimmung. Leider war an einen Aufenthalt draußen nicht zu denken. Auch Mücken fühlten sich hier sehr wohl.

Eine Nebenstrecke von der E6 ab, Richtung Bodø wurde gestern unser nächster Abstecher. Immer wieder wird man durch Straßenschilder auf Schafherden aufmerksam gemacht. Die Wollknäuel lieben - wie wir - die Wärme. Und wo ist es am wärmsten, wenn man sich draußen aufhalten muss? Klar, die Straßendecke und die Leitplanken speichern die Wärme und da ist es eben für ein Schaf am gemütlichsten. Und noch gemütlicher ist es im Rudel. Und auch Leo ist nicht zu verachten. Wenn wir drinnen denken, warum Leo mit einem Mal so zittert, dann ist es bestimmt ein Schaf das glaubt, Leo sei ideal, um sich an ihm zu schuppern. Wenn Heiko die Fahrertür nicht aufbekommt, tja, da kann Leo auch nichts für. Wenn drei so dicke Schafe meinen, drunter kriechen zu müssen, als sei das ihr neues Zuhause, und ein schäfliches Hinterteil verhindert, dass die Tür aufgeht. Lustige Genossen.

 

 

Heute Vormittag kamen wir dann südlich von Bodø einmal wieder über den Saltstraumen, den stärksten Mahlstrom der Welt. Ein Blick über die Brückenbrüstung zeigte uns, dass im Moment Ebbe war. Also keine Strömung, keine Strudel. Bleiben auf dem nicht gerade billigen und dazu noch vollen Stellplatz wollten wir nicht. Aber die jetzt bei Ebbe frei liegenden Felsformationen hinter der Brücke waren eine Pause wert. Die von der Eiszeit hinterlassenen Strukturen sind interessante Fotomotive.