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EINE FAST NICHT ENDEN WOLLENDE GESCHICHTE

 

Freitag den 18.09.2019 lokalisiert Heiko Wasser im hinteren Stauraum von LEO. Dies kommt anscheinend aus der Heizung. Er schraubt eine Sichtblende ab und siehe da, Wasser unterhalb der Truma Combi 6. Die Ummantelung ist schon ziemlich durchweicht. Also Truma Hotline in Deutschland angerufen und erhalten eine Adresse eines Truma-Partners in Seclin/Frankreich, ganz in der Nähe unseres Standortes. 

 

Die Werkstatt war nicht gleich auf Anhieb zu finden, stellte sich aber recht schnell als sehr kompetent heraus. Die Truma wird ausgebaut und siehe da die Feuchtigkeit kommt allem Anschein nach tatsächlich aus dem Boiler, der wohl undichte Stellen an den Verschraubungen hat. Nun kommt die Frage, die ja kommen musste. Alt und reparieren (ca. 1500 € und mehr und mind. 5 Tage Wartezeit) oder neu und 2800 € bezahlen und Soforteinbau. Uns schien der sicherere Weg zu sein ein neues Teil einbauen zu lassen. Wir wollten natürlich deshalb nicht viel Zeit verlieren.

 

Während der ganzen Kommunikation mit der Werkstatt und dem Werk in Deutschland (man hatte einen fremdsprachigen Ansprechpartner) entdeckt Heiko im Fahrzeug noch mehr Feuchtigkeit. Er ging der Sache mehr und mehr auf den Grund hatte unverhoffte Hilfe vom Chef der Werkstatt, Maurice. Schließlich fanden beide den zusätzlichen Übeltäter. Aus einer Schlauchverbindung tropfte stetig Wasser in den Unterboden, verschwand unter der Batteriekiste unbemerkt und lief zwischen dem Alu Fahrradkasten und der Absenkung im Unterbau nach draußen. Hatte sich aber auch in einem quer verlaufenden Kabelkanal verdünnisiert. Alle im Unterbau installierten Geräte werden ausgebaut, eine Zwischenwand entfernt, um an den Kabelkanal zu kommen. Hier war aber glücklicherweise alles in Ordnung, es hatte sich Wasser nur verlaufen.

Maurice behob mit Erfolg die Ursache an dem Schlauchverteiler und Heiko baute die abgeschraubten Geräte und Zwischenwände wieder ein. Ein halber Tag war vergangen, aber das Problem war nun unter Kontrolle. 

 

Die Truma wird eingebaut, alle Verbindungen hergestellt, Probelauf durchgeführt und Einweisung in die Handhabung auf französisch vorgenommen. Neu ist nämlich die Bedienung über ein Display und nicht auf so simple Art wie zuvor, mit Drehknopf. Heiko hat die Handhabung schnell begriffen und so geht es an die Bezahlung. Der Werkstattchef nahm keinen Cent mehr als vorher vereinbart, nicht einmal die aufgewendete Zeit für die Suche nach der undichten Stelle (immerhin ein halber Tag) hat er berechnet. Wir fanden es nur richtig und fair diese Zeit mit einem Hunderter zu honorieren. Mit einem Schluck Rosé klang der Arbeitstag aus und wir konnten auf dem Gelände die Nacht verbringen.

 

Heiko fährt auf dem Gelände rund 10 Meter über den Platz zum Wasserhahn, um Wasser zu tanken, da springt das Gebläse der Truma Combi 6 von allein an. Keiner hat Hand angelegt. Zu allem Überfluss beginnt es im Wagen sehr brenzlich zu stinken. Was nun, die Werkstatt war geschlossen, wie stellt man den Gestank und den blöden Ventilator bloß aus. Es gibt keine andere Möglichkeit als den Hauptschalter. Natürlich zeigt die Truma nun auf dem Display den Fehler-Code W 255 H - heißt: keine Verbindung vom Display zur Truma. Na toll. Das fängt ja gut an.

 

Am Samstag Morgen erstauntes Gesicht bei Maurice. Er prüft, misst und liest die Fehler des Gerätes mit dem Laptop aus, baut schließlich ein neues Display ein, ersetzt den Motor für das Gebläse, der hat wohl geschmort. Prüft, mißt wieder und macht einen Probelauf auf dem Prüfstand. Alles bestens, läuft, heizt und bläst. Truma wieder eingebaut, alles kontrolliert, Probelauf bestanden. Endlich geschafft. 

 

Wir verabschieden uns, bekommen noch für alle Fälle die Visitenkarte mit, fahren zum Einkaufen und suchen vorher noch ein Restaurant auf. 

Gesättigt besteigen wir LEO und holen noch Brot beim Bäcker, da springt der blöde Ventilator der Truma wieder an. Verdammt, Maurice hatte uns ans Herz gelegt nicht den Hauptschalter zu betätigen. Die Werkstatt ist nun wiederum geschlossen, ist ja Samstag, auf den Hof kommen auch wir nicht mehr, mit der Telefon Nummer von der Visitenkarte erreichen wir Maurice nicht und die Handy-Nummer haben wir nicht. Super.

 

Fieberhaft überlegen wir, was wir tun können. Helga sucht einen Campingplatz in der Nähe aus, wo wir übers Wochenende stehen können und Strom haben. Sonst lutscht uns der Ventilator die Batterien leer, den lassen wir nun laufen. Glücklicherweise ist das Wetter schön und warm, so sitzen wir auf dem CampingPlatz draußen bei einem Glas Wein. Abends ziehen wir uns einen Film rein und hören so das unentwegte Rauschen vom Ventilator nicht. Maurice bekommt noch eine Email, damit er sich am Montag schon einmal “warm anziehen kann“ und weiß was auf ihn zukommt.

 

Montag früh erleben wir den Werksverkehr in Frankreich und umfahren auf Schleichwegen die morgendlichen Staus. 

Bei Maurice angekommen, sehen wir ihn derart ratlos, aber er ruft sofort die Hotline in Deutschland an und erfährt, dass man die Situation bedauere, das Probleme bekannt sei und mit einer korrigierten Platine der Fehler anscheinend behoben werden könne. Obwohl Maurice mindestens zwei Platinen zum Austausch am Lager hat, rät man Ihm, nur die neueste Platine zu verwenden, die man ihm per Express zuschicken will. Warten wir’s mal ab.

 

Dienstag, gegen 11:00 Uhr kommen zwei Kurier Fahrzeuge, UPS und ein Wagen ohne Namen und bringen bestellte Waren. Juhuuuu unsere Platine ist dabei. Der Gehilfe von Maurice rangiert ein anderes Fahrzeug aus der Werkstatt und wir fahren ein. Gegen 14:00 Uhr ist es dann vollbracht. Die Platine und ein paar zusätzliche Steuerkabel usw. wurden hinter den Wänden verbaut und es wird warm. Die Heizung funktioniert schon einmal. Er stellt alle erforderlichen Parameter auf dem Display ein, sammelt sein Werkzeug zusammen und tut so, als sei das alles normale Routine. Dann machen wir noch ein wenig Small Talk über Googles Sprach App, bedanken uns tausendmal und fahren mit gekreuzten Fingern vom Hof. 

Bis jetzt, acht Stunden nach dem Einbau der Platine hat sich nichts ereignet, die TRUMA arbeitet einwandfrei.

Nachtrag:

Bis heute, 08.10.2019, arbeitet die Truma ohne Zwischenfälle, Toi, Toi, Toi.