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LEO SCHWÄCHELT

Seit Juni 2017 begleitet uns nun schon LEO auf unseren Touren durch Nord- und Südeuropa ohne Probleme. Doch auf unserem Italien-Trip verfolgt uns eine Pechsträhne. Am 24.02.2019 ereilt uns auf der A7 das 1. Problem: rechter Innenreifen hat totalen Druckverlust. Da es Sonntag ist, kann uns keiner so richtig weiter helfen. Selbst der ADAC hat für uns keine guten Vorschläge wie das Problem in den Griff zu bekommen sei. An Reifenwechsel an Zwillingsreifen traute ich mich nicht so recht heran. Außerdem war mir ärztlicherseits starke Anstrengung untersagt. Und Reifenwechsel war mir mit körperlicher Anstrengung noch im Gedächtnis. Also von der Autobahn herunter und in den nächsten Ort nach Nordheim, möglichst vor eine Reifenwerkstatt. Das klappte auch ganz gut, da der zweite Reifen ja intakt war. Montag Morgen beim Reifenhändler, der mir versicherte, dass er diesen Reifen nicht reparieren möchte, weil ich nun schon etliche Kilometer mit plattem Reifen gefahren bin. Es könnten sich innere Schäden gebildet haben. Also NEU und einen Tag darauf warten. Prima, es wurden zwei Tage daraus, aber danach ging die Fahrt fröhlich weiter.

 

Dann fiel zwischenzeitlich eine Rücklicht Birne aus, erneuert und alles war gut. Nur danach ging komischerweise der Monitor der Rückfahrt Kamera nicht mehr. Dem konnte ich leider auch kein Leben mehr einhauchen, weil meine Werkstatt die Kabel so eigenartig verlegt hat, dass ich diese und damit verbunden eine Sicherung, nicht finden konnte. Es geht ja auch ohne, aber nur wenn es sein muss.

 

09.04.2019 macht plötzlich LEO Zickentheater. Er macht Motor Geräusche und markiert das Grollen und Brummen eines Monster-Trucks, nur mit der Leistung hapert es vollständig, das Motormanagement hat in den NOTFALL-MODUS geschaltet. Geradeaus und zu ebener Erde ist es kein Problem zu fahren, doch kommt nur eine winzige Steigung und Italien hat nur Steigungen, geht ihm die Puste aus. Mercedes Benz Werkstatt aufgesucht in Altopascio und Glück im Unglück gehabt, der Werkstattleiter spricht ganz leidlich Deutsch. Man kann sich verständigen. Problem erkannt, Teile ausgetauscht und nächsten Tag weiter gefahren. 420 Euro abgedrückt.

 

Genau einen Monat später erscheint das gleiche Problem, nur da sind wir von unserer Werkstat 300 Kilometer entfernt. Bis dorthin zu fahren scheint so gut wie unmöglich, zu viele Steigungen. In Viterbo ist eine Mercedes Vertretung, die wir aufsuchen. Man stellt die gleiche Diagnose und erkennt noch einen weiteren Fehler in der Elektronik. Es muss das Teil bestellt und eingebaut werden und am nächsten Tag geht die Reise weiter. Alles sieht gut aus. LEO nimmt auch die Herausforderung an den Steigungen wieder an.

Und dann noch dieses:

Am 08. Mai 2019 machen wir eine Radtour, die in einem Reiseführer als angenehme und interessante Tour von ca. 15 Kilometern um einen See herumbeschrieben wird. Zunächst geht es ganz gut, naja ein wenig Sand auf dem Weg, aber man kann fahren. Bis der Weg ungemütlicher wird und mehr Sandflächen vorkommen in denen man mit dem Rad stecken bleibt. Das Fahren wird zur Strapaze. Einem entgegenkommenden Fahrzeug müssen wir ein wenig ausweichen. Der Fahrer hält und man kommt ins Plaudern, auf Deutsch. Er ist Tscheche, spricht sehr gut Deutsch und lebt in Italien. So beiläufig erwähnt er, das wir nach den ersten 10 Kilometern die wir schon zurück gelegt hatten, noch weitere 10 Kilometer vor uns liegen. Wir glauben, wenn die ersten 10 schon geschafft sind, werden wir diese auch noch bezwingen. Haben wir auch, nur dass Helga sich auf der nun vor uns liegenden miserabel befestigten Straße einen Platten gefahren hat, war nicht geplant. Nicht nur Schlauch, auch Mantel waren völlig aufgeschlitzt. Flicken war also ausgeschlossen. Wir waren in der Wallachei, keine Werkstatt, nur Gärten und wir kennen keine Menschenseele die uns hier heraus retten kann. Einen älteren Herrn fragen wir in gebrochenem Italienisch und mit Händen und Füssen, ob er Heiko zum Stellplatz fahren würde, doch der hatte keine Lust dazu und so mußte Heiko sich aufs Fahrrad schwingen und die restlichen 20 Kilometer bis zum Stellplatz zu fahren, um LEO für den Abtransport des Fahrrades zu holen. Helga lässt er mutterseelen allein zurück. Die Strecke zieht sich hin, aus den 20 werden 40 Kilometer (durch eine nicht geahnte Straßenführung). Letztlich war es Alles in Allem eine Tour von 62 Kilometern. Mit heraushängender Zunge erreicht Heiko LEO und fährt Helga abholen. Helga hat aber zwischenzeitlich Gesellschaft von dem Gartenbesitzer und dessen Frau bekommen, wo sie sich mit dem Fahrrad aufhielt. So war das Warten denn ein wenig mit Ablenkung versüßt. Nach unserer Rückkehr mussten wir uns erst einmal in einem Restaurant von der Strapaze und dem Schrecken erholen.

 

Am 13.05.2019, wir hatten vor die Gegend um den Naturpark Gargano weiter zu erkunden. Die Straßen mit tausend Serpentinen und Steigungen verhießen jedoch nichts Gutes und Heiko hatte wohl so eine Vorahnung und wollte LEO das nicht antun. Unser Vorhaben aufzugeben und stattdessen gen Norden zu fahren, war eine weise Entscheidung.  Denn auf der Strecke bekam LEO wieder diese “Atemnot“ und verlor seine Kraft komplett. Wir erreichten in San Salvo eine Mercedes Werkstatt, die uns den Computer, der die Systemfehler aufzeichnet, resettet (zurück setzt). So konnten wir trotz Fehler bis nach Altopascio unserer ersten Werkstatt kommen.

Kurz vor Florenz ging das Spiel wieder von vorn los. Auf der Suche nach einem Stellplatz in Montecatini gab es plötzlich ein ungewohntes, sich wiederholendes ekliges Geräusch von draußen. Wir hatten uns eine richtig dicke Schlossschraube in den linken Vorderreifen gefahren. Heiko hatte keine Ahnung wie weit wir noch kommen würden, da die Luft nicht urplötzlich entwich, sondern sehr sehr langsam. Also einen Platz suchen und Reifen wechseln. Dank der hydraulischen Niveau-Stempel war es dann doch nicht so anstrengend, wie gedacht. 

In Altopascio war man natürlich sehr verwundert uns schon wieder zu sehen. Die Fehler-Diagnose ergab diesmal einen schweren Fehler in der Ladeluft zum Turbo. Nach Ende verschiedener Messmethoden meinte der Meister er müsse das Ladeluftsystem demontieren und komplett durchchecken. Es zeigte sich, dass sämtliche Dichtungen und Packungen angefressen und undicht waren. Das hat uns noch einmal 1140 €, vier Tage Hotelaufenthalt und Mietwagen gekostet. Aber heute atmet LEO wieder gesund mit voller Kraft. Und dank ADAC wurden die Kosten für Mietwagen und Hotel erstattet.